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Horb a. N. Macht Corona auch noch Weihnachten kaputt?

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Horber Advent 2019: Die Abstandsfrage spielte da noch keine Rolle. In diesem Jahr wird das nicht möglich sein. Kann das Event stattfinden? Foto: Hopp

Horb/Empfingen - Das könnte eine traurige Advents- und Weihnachtszeit werden: Derzeit ist es noch völlig unklar, ob die vielen Basare, Märktle und stimmungsvollen Konzerte überhaupt stattfinden werden. Verhagelt Corona auch die Weihnachtsmärkte und -konzerte in Horb und Umgebung? Droht die Absage des beliebten "Horber Advents"? Wie die Verantwortlichen darüber denken, erfahren Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Was genießen wir gerade die Ferien. Die Sonne auf der Haut, das Meer, die Berge und die Natur. Einfach herrlich! Damit tanken wir Kraft und Wärme wie Frederick, die Maus. Um auch im Winter mit der gesammelten positiven Energie gute Stimmung zu verbreiten.

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Doch wenn sich die Sonne in der Adventszeit nur noch wenige Stunden zeigt, dann wärmt die Advents- und Weihnachtszeit heimelig das Herz. Doch macht uns das Coronavirus diesmal einen Strich durch die Rechnung?

Umsetzung unter Corona-Bedingungen "nicht machbar"

Fakt ist: Der Empfinger Weihnachtsmarkt wurde schon abgesagt. Auch der Horber Advent steht auf der Kippe. Auch zahlreiche Basare und kleinere sympathische Veranstaltungen wie die Konzerte in den Ortsteilen können dieses Jahr ausfallen.

Empfingens Bürgermeister Ferdinand Truffner: "Der Veranstalter unseres ersten Weihnachtsmarktes hat abgesagt. Er hätte dieses Jahr das erste Mal im Kehlhof, Rathaus und Kirche St. Georg stattgefunden. Da wir gerne den ersten Markt ordentlich bombig gemacht hätten, ist eine Umsetzung unter Corona-Bedingungen nicht wirklich machbar."

Und wie sieht es in Horb aus? Rathaussprecherin Inge Weber antwortet: "Wir haben noch keine abschließende Entscheidung zum Horber Advent getroffen. Es erscheint zum jetzigen Zeitpunkt jedoch unwahrscheinlich, dass ein Weihnachtsmarkt im bisher gewohnten Format stattfinden kann. Deshalb überlegen wir, ob und welche alternativen Formate möglich sein könnten."

Entscheidung nach den Sommerferien

Doch was heißt das konkret? Horbs Stadtmarketing-Chef Martin Scherer: "Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat nach der großen Konferenz mit der Bundeskanzlerin gesagt, dass über die Weihnachtsmärkte noch nichts entscheiden ist. Natürlich gibt es bundesweit schon erste Absagen von großen Weihnachtsmärkten. Das ist aber auch klar: Die Vorlaufzeit von solchen Veranstaltungen in Großstädten startet spätestens zum Ende der dortigen Sommerferien. Der Horber Advent ist kleiner – wir können schneller reagieren. Wir rechnen damit, dass die konkreten Vorschriften der Landesregierung nach dem Ende der Sommerferien kommen. Dann werden wir entscheiden."

Doch worüber denkt das Stadtmarketing nach? Wie könnte der erste "Horber Corona-Advent" aussehen? Scherer: "Eine Möglichkeit wäre es, den Markt in mehrere Quartiere aufzuteilen. Im Gastro-Quartier würden dann die selben Regeln gelten wie in der Gastro jetzt – mit Registrierung. Hierbei ist natürlich die Frage: Wie bekommt man so ein weihnachtliches Flair hin? Eine Online-Ticketlösung wäre nicht nur sehr aufwendig, sondern würde sicherlich die Hemmschwelle des Besuchs erhöhen. Falls man einen Horber Advent macht, müsste man den Zugang der Besucher händisch regeln, um ein positives Gefühl zu vermitteln und nicht die Weihnachtsmarktstimmung und das Bummeln zu stören." Das sind ganz schöne Herausforderungen. Scherer: "Wir beobachten die Lage. Hoffnung macht uns, dass der Weihnachtsmarkt in Esslingen bisher noch nicht abgesagt wurde. Wir werden dann natürlich genau prüfen, welche Konzepte andere Städte und Veranstalter fahren. Die meisten Marktbeschicker stehen jedenfalls Gewehr bei Fuß. Besonders die Hauptberuflichen. Da gibt es welche, die hatten in diesem Jahr noch überhaupt keinen Einsatz."

Noch keine Diskussion in den Ortsteilen

Es gibt also noch Hoffnung für den Horber Advent in einer an die Corona-Situation angepassten Form. Doch was ist mit den kleinen Märkten wie beispielsweise der Burgweihnacht Dießen, dem Nikolaus- und Weihnachtsmärktle Dettlingen? Stadtmarketing-Chef Martin Scherer: "Derzeit ist bei uns noch keine Diskussion aus den Ortsteilen angekommen."

Die Ehrenamtlichen sind jedenfalls verunsichert. Gibt es diesmal wenigstens die kleinen Märkte, die Konzerte – auf die man sonst das ganze Jahr hingearbeitet hat – und die die Vereinskasse füllen oder Spenden sammeln für einen guten Zweck? Fällt das Highlight des Jahres und der Motivationsschub durch die Gemeinschaft in der Adventszeit aus?

Auch Konzerte stehen auf der Kippe

Joachim Milles, Leiter der Gertrudis Gruppe, hat bisher jedes Jahr mit dem Adventsbasar im Steinhaus eins dieser heimeligen Veranstaltungen auf die Beine gestellt. Kult: die selbstgemachten Adventskränze und der gemeinsame Kaffee und Kuchen. Der Erlös geht in die Fördergemeinschaft für das Dach der Liebfrauenkapelle. Er spricht aus, wie viele Ehrenamtliche denken: "Ich fände es wirklich schade, wenn solche kleineren Märkte nicht stattfinden dürfen. Wir hoffen noch, dass wir eine Form finden, um zumindestens die beliebten Adventsgestecke und -kränze anbieten zu können. Es gibt erste Überlegungen, einen kleinen Markt im Hohenberg-Zentrum zu machen. Oder notfalls einen Ort zu finden, wo man durch das Fenster die Adventskränze bewundern und dann kaufen kann. Aber dann würde die Gemeinschaft im Steinhaus wegfallen, die gerade viele Ältere genießen!"

Noch dramatischer die Lage bei den ehrenamtlichen Musikern. Egal, ob der Musikverein Harmonie Betra, Ahldorf, Altheim, Obertalheim, MGV Freundschaft Talheim oder der Liederkranz Dettensee – für alle waren die Jahresend- oder Adventskonzerte das Highlight des Jahres.

Schon seit dem Lockdown leiden die Vereine und Ehrenamtlichen durch Probeverbote oder drastische Einschränkungen. Weil Blasmusik und Chorauftritte als "Superspreader"-Event gelten.

"Einschränkungen immer noch drakonisch"

Hans Dreher, Vorsitzender des Blasmusik-Kreisverbandes Freudenstadt: "Wir tun uns immer schwerer, die Leute bei der Stange zu halten. Proben ohne Gemeinschaft – das ist nicht gerade motivierend. Und Konzerte wird es in diesem Jahr keine geben. Oder sie werden durch die Corona-Bestimmungen und die Abstandsregeln so teuer, dass sie sich nicht lohnen."

Rolf Wiechert, Leiter des "Vocalmania"-Chors: "Wir proben unter den aktuellen Corona-Auflagen in der Kirche. Auch für unser alljährliches Konzert in der St. Mauritius Kirche Nordstetten. Natürlich sind die Einschränkungen immer noch drakonisch und die Proben laufen getrennt ab, also Männer und Frauen extra. Das Ziel Weihnachten ist zwar da, aber längst nicht sicher. Ansonsten versuchen wir das Beste daraus zu machen, um die Motivation aufrecht zu erhalten."

Werden es triste Corona-Weihnachten dieses Jahr? Joachim Milles: "Es war immer ein tiefes Erlebnis, den Weihnachtsgottesdienst in der Stiftskirche mit der Krippe zu genießen." Doch selbst das steht auf der Kippe.

Wird sogar die Christmette ausfallen?

Horbs Susanne Veith, evangelische Pfarrerin von Horb: "Derzeit sieht es ganz nach Verschärfungen aus. Vor gut einer Woche kam schon ein Rundschreiben der evangelischen Landeskirche mit Überlegungen, wie man den Weihnachtsgottesdienst unter Corona-Bedingungen gestalten kann. Mit Überlegungen, was man draußen alternativ machen kann!" Denn, so betont die Pfarrerin Veith: "Man darf nicht vergessen: Während an allen anderen Orten der Mindestabstand 1,5 Meter beträgt, gilt in Kirchen immer noch die zwei Meter-Regel." Der Heiligabend-Gottesdienst nicht mit Kind und Kegel in der Kirche, sondern draußen? Das ist so wie Strandurlaub und es regnet die ganze Zeit. Hoffentlich wird der Horber Advent nicht so trist.

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