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Horb a. N. Leicht, aber doch nicht oberflächlich

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Susann Pásztor (Mitte) erhielt Glückwünsche von Irene Vogel (von links), Michael Theurer, Oberbürgermeister Peter Rosenberger und der Laudatorin Edelgard Abenstein. Foto: Tischbein Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Marion Tischbein Horb-Nordstetten. Horb feiert in diesem Jahr den 200. Geburtstag des Nordstetter Dichters Berthold Auerbach mit vielen Vorträgen und Lesungen. Höhepunkt des Jubiläumsjahres war die Verleihung des Berthold Auerbach-Literaturpreises an Susann Pásztor aus Berlin. Sie wurde 1957 als Tochter einer deutschen Mutter und eines ungarischen Vaters geboren. Nach 20 Berufsjahren, in denen sie als Journalistin, Übersetzerin und Sachbuchautorin arbeitete, erschien Anfang 2010 ihr erster Roman "Ein fabelhafter Lügner", der stark von ihrer jüdisch-ungarischen Familiengeschichte beeinflusst ist.

Schwieriges Thema ohne oberflächlich zu werden leicht gehalten

Unter dem Vorsitz von Irene Vogel, Vorsitzende des Auerbach-Literaturkreises, wählte die siebenköpfige Jury das Erstlingswerk von Pásztor aus 19 Vorschlägen aus. Neben Vogel gehörten der Jury Christine Dietz, Egon Gramer aus Tübingen (Preisträger 2007), Barbara Staudacher, Helmuth Mojem als Vertreter des Deutschen Literaturarchivs in Marbach, Gemeinderat Cihan Polat und Walle Sayer, Poet aus Dettingen und Preisträger 1997, an.

Oberbürgermeister Peter Rosenberger konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen, vor allem aber die Autorin Susann Pásztor und die Laudatorin Edelgard Abenstein. Beide waren aus Berlin angereist und waren trotz des schlechten Wetters auf den Spuren Auerbachs unterwegs.

Der Festakt wurde musikalisch umrahmt von Anna Boida und Ralph Thomanek (Violine) sowie Wolfgang Reichert (Cello) von der Städtischen Musikschule Horb. Die Arbeit der Jury sei nicht einfach gewesen, sagte Irene Vogel in ihrem Grußwort. Es musste viel gelesen werden.

Pásztor unterscheidet sich in mehrfacher Hinsicht von den bisherigen Preisträgern. Sie ist die erste Frau, die den Auerbach-Literaturpreis erhält, und außerdem die erste mit jüdischen Wurzeln und die erste, die nicht aus dem Schwabenland kommt. Das Buch "Ein fabelhafter Lügner" biete, so Vogel, beste Unterhaltung, aber auch Stoff zum Nachdenken. Rosenberger überreichte Pásztor im Namen der Stadt Horb die Verleihungsurkunde zusammen mit einem Kuvert.

Die Laudatio hielt Edelgard Abenstein, freie Kulturjournalistin aus Berlin, die das Buch schon in einer Rezension im Deutschlandradio würdigte. Die Preisträgerin habe sich getraut, sagte sie, einen Roman über den Holocaust zu schreiben und ihn trotz des schwierigen Themas leicht zu halten, ohne oberflächlich zu werden.

Bei der Erzählung treffen sich drei Frauen aus verschiedenen Generationen und ein Mann in Weimar, um den 100. Geburtstag von Joschi zu feiern, der das verbindende Glied zwischen ihnen ist. Ob alles, was man über Joschi weiß, stimmt, bleibt dahin gestellt. Sicher ist, dass er ein begnadeter Geschichtenerzähler war.

Pásztor lässt ihre Geschichte durch Lily, die Jüngste der drei Frauen, erzählen, die als Angehörige der dritten Generation genügend Abstand zum Holocaust hat. Die Kostprobe, die die Autorin aus ihrem Buch vorlas, brachte die Gäste immer wieder zum Lachen oder Schmunzeln. Das machte Lust auf mehr und viele Besucher erwarben anschließend das Buch und ließen es sich von Pásztor signieren. Zum Abschluss lud die Stadt zu einem Imbiss ein.

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