Mangels geeigneter Parkplätze haben Camper im Schwarzwald Horb bislang von ihrer Liste gestrichen. Ob sich das künftig ändert? Foto: dpa

Camper finden’s lächerlich: Stellplätze für Wohnmobile beschäftigten Stadträte bereits 2002.

Horb - Die Stadt hat einen Standort für Wohnmobil-Stellplätze im Visier: Ein Areal auf dem ASV-Sportgelände beim Neckarbad. Ende gut, alles gut? Es gibt Wohnmobilbesitzer, die das allenfalls hoffen. Denn sie kennen die Stellplatz-Diskussion seit neun Jahren.

Wer im Wohnmobil zwischen Alb und Schwarzwald unterwegs ist und auch das Neckar- und Nagoldtal näher erkunden will, der streicht Horb bislang von seiner Liste – mangels geeigneter Parkplätze. Diese gibt es in Sulz, aber auch in Nagold, denn sie sind in Touristenkreisen beliebt.

Auch in Horb ist die Erkenntnis nicht neu. "Mit dem Platz könne außerdem eine sehr gute Werbung für Horb gemacht werden. Denn die Wohnmobil-Stellplätze werden in einem Verzeichnis erfasst", war in einem Bericht des Schwarzwälder Boten über eine Sitzung des Städtebau- und Sanierungsausschusses zu lesen. In dem Bericht stand auch folgende Nachricht: "Am Parkplatz des ASV beim Hallenbad könnte ein Platz für Wohnmobile geschaffen werden." Klar. Stand das nicht erst gestern drin? Tatsache ist aber: die erwähnten Zitate stammen aus einem Bericht vom 20. Februar 2002. Bereits damals waren die Horber Stadträte so weit wie heute – und sind seither keinen Schritt weitergekommen.

Gisela und Gerhard Krause haben den damaligen Zeitungsbericht aufbewahrt. Jetzt sind sie frustriert. Die Krauses schreiben: "Aufgrund des Grünprojekts und der Ritterspiele haben wir Anfang Januar bei der Stadt in Sachen Wohnmobilstellplatz nachgefragt, ob sich da etwas tun würde. Ja, wurde uns gesagt, und wir waren gespannt, was dabei herauskommen würde." Gestern lasen die Krauses den Artikel im Schwarzwälder Boten und waren enttäuscht.

Sie schreiben: "Bereits 2002 wollte die Stadt Horb den Wohnmobilisten entgegenkommen. Jetzt, wahrscheinlich aufgrund des Grünprojektes, steht die Stadt unter Druck, einen Wohnmobilstellplatz anzubieten, da die Wohnmobile in der Stadt herumirren würden und nicht wüssten, wo sie parken könnten und die Nacht verbringen sollten."

Die Krauses sind der Meinung, dass die Stadt Horb die Frage des Wohnmobilstellplatzes nur halbherzig angeht. Ein weiterer Hintergrund sind Meinungsverschiedenheiten mit dem Campingplatzbetreiber, der Familie Kuch. Die Wohnmobilstation sei "nicht so glücklich" für seinen Betrieb, hieß es in einem weiteren Bericht aus dem Jahr 2002. Im letzten Absatz stand, dass der Ausschuss die Bedenken zur Kenntnis nahm. Danach verschwand das Thema Stellplätze anscheinend in einer Rathaus-Schublade.

Warum eigentlich, fragen sich die Krauses: "Ein Wohnmobilstellplatz ist keine Konkurrenz zu einem Campingplatz! Ein Wohnmobilist, der die Stadt Horb besichtigen möchte, wird niemals auf den Campingplatz gehen. Die Stadt muss fußläufig erreichbar sein, sodass man auch am Abend gemütlich sein Viertele trinken und danach in Ruhe übernachten kann." Die Stadt solle sich nicht vom Campingplatzbesitzer davon abbringen lassen, einen Stellplatz zu errichten. "Sulz ist Horb um Jahre voraus", so die Krauses. Es gebe Wohnmobilhersteller, die eine solche Station sogar sponsern. "Außerdem wird üblicherweise ein Euro für Ver- und Entsorgung verlangt, wodurch sich diese Station über kurz oder lang sowieso rechnet."

Wie auch immer, die Perspektive, dass Wohnmobilbesitzer ab Mai zum Grünprojekt reisen und Horb dadurch in Touristenkreisen ein bisschen bekannter wird, ist für die Krauses bereits jetzt Schnee von gestern. "Diese Aktion ist in Bezug auf das Grünprojekt bereits überholt. Die Stellpatzatlanten für 2011 sind längst im Umlauf, und von Horb steht da nichts drin! Diese Argumente haben wir bereits in einem Leserbrief im Oktober 2002 dargelegt und seitdem ist nichts passiert."

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