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Horb a. N. Ländlicher Raum: Ohne Auto geht's nicht

Von
Studenten des Hermann-Hesse-Kollegs, die nicht in der Kernstadt wohnen, sind meistens auf Bus- und Bahnverbindungen angewiesen. Sie müssen genau auf die Fahrpläne achten – denn wer zu spät kommt, den bestraft der öffentliche Nahverkehr in Horb. Foto: Hopp

Horb - Wenn man das neue Heft mit den Zug- und Busfahrplänen durchblättert, kann der Eindruck entstehen, dass Bus und Bahn auf dem Land gar nicht so schlecht sind.

"Von wegen", sagte Eden Volohonsky, Koordinator des Hermann-Hesse-Kollegs. Seit 15 Jahren ist er hier: "Ich bin ohne Auto hier hergezogen. Doch im ländlichen Bereich ist man davon abhängig."

Als Koordinator für die ausländischen Studenten und Schüler ist es seitdem sein täglicher Job, seine Schüler mit den "Öffis" zu den Gastfamilien zu bringen. Volohonsky: "Der Einzugsbereich geht bis Sulz, Nagold, Dornstetten oder Rottenburg."

Volohonsky kann deshalb als Nahverkehrs-Spezialist von Horb gelten. Egal, ob Bahn, Bus, Anruf-Sammel-Taxi – kaum jemand beschäftigt sich beruflich so intensiv mit Fahrplänen und Verbindungen. Er sagt: "Die Verbindungen sind gefühlt seit 15 Jahren gleich schlecht geblieben. Was uns wirklich erschreckt, sind gleichzeitig die ständigen Preiserhöhungen für die Monatskarte, die nicht im Zusammenhang zur Teuerungsrate stehen."

Was nervt denn so konkret? Volohonsky: "Die verschiedenen Verkehrsverbünde. Die Monatskarte von Horb nach Rottweil ist deutlich günstiger als die nach Altheim. Je nach Verkehrsverbund ist es günstiger, wenn man die Fahrten einzeln kauft als die Monatskarte. Weil man bei der gezwungen ist, die Ferien durch zu bezahlen." Auch die schlechten Verbindungen nerven. Volohonsky: "Um von Rexingen zum Real zum Einkaufen zu fahren und zurück, ist man teilweise zwischen vier und fünf Stunden unterwegs. Weil man am Bahnhof umsteigen muss."

Rexingen-Real hin und zurück: Fast eine Tagesreise

Auch am Wochenende sind die Verbindungen schlecht. Volohonsky: "Wenn meine Kinder am Samstag ins Neckarbad wollen, muss ich sie mit dem Auto abholen. Bei den Studenten heißt das: Wenn wir am Samstag eine Tages-Exkursion machen und gegen Spätnachmittags damit fertig sind, dann geht der erste Nacht-Express erst um 22.30 Uhr zurück. Die gehen dann so lange in die Kneipe..."

Und wie empfinden seine Sprach-Studenten die Verbindungen? Tiago de Siquinza aus Brasilien: "Ich wohne in Mühlen. Dort gibt es nur eine Linie. Ich bezahle 38 Euro im Monat oder 4,60 Euro am Tag. Wenn ich die Verbindung um 15.24 Uhr verpasse, muss ich 90 Minuten warten, ehe die nächste Linie geht."

Insgesamt empfinden die Brasilianer die deutschen Bus- und Bahnpreise als sehr hoch. Tiago: "Wenn ich nach München will, kostet das Busticket ab Stuttgart zwar nur 9 Euro. Aber allein die Fahrt nach Stuttgart kostet mich von Horb 14 Euro."

Bruno de Souza Herdina: "Der Preis ist immer ein Problem. Gerade, wenn man weiter weg fahren will."

João Gutemberg Valentum Mareal: "Ich bin in Eutingen untergekommen und muss nach Horb pendeln. Das ist sehr sehr teuer für mich, denn das kostet jetzt 57 Euro im Monat. Dazu sind die Verbindungen am Wochenende nicht besonders gut.

Der letzte Bus von Horb Richtung Eutingen geht um 20.50 Uhr. Den muss ich kriegen, denn sonst muss ich das Taxi oder den Nachtexpress nehmen. Beides muss extra bezahlt werden."

Und das Rathaus? Es hält weiter an dem Car-Sharing fest, obwohl es bisher ein Flop ist. Denn­: Die Autos können lediglich in Horb gebucht und abgeholt werden und müssen dort wieder zurückgebracht werden. Kein Mittel, um den schlechten "Öffi"-Verbindungen ein Schnippchen zu schlagen.

Stadtwerke-Chef Eckardt Huber: "Wir werden das Projekt und die Möglichkeiten noch mehr bewerben, um auf dieses Angebot aufmerksam zu machen und im Sommer dann eine aussagekräftige Bilanz über das Projekt erstellen zu können. Erst dann wird über das weitere Vorgehen beim Carsharing-Projekt entschieden werden."

Und wie finden Sie die Bus- und Bahnverbindungen von Ihrem Ortsteil? Wo sind Lücken? Wann sind die Verbindungen besonders schlecht? Was sagen Sie zu den Preisen? Schreiben Sie uns: redaktionhorb@schwarzwaelder-bote.de,  www.facebook.com/SchwaboHorb oder Schwarzwälder Bote, Redaktion, Schillerstraße 32, 72160 Horb a. N.ckar

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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