Fotos: Maria Hopp Foto: Schwarzwälder Bote

"Kunst und Rad" lockt mit verspielten Ideen

Dank des Kunstprojekts "Tandems" kann Horb diesmal beim Aktionstag "Rad und Kunst" am Neckartalradweg besonders punkten. Mit vielen neuen tollen Stationen am Fluss. Und die Künstler sind zufrieden.

Horb. Mimosa Pale hat einen Mountain-Bike-Helm auf, der Flügel wie der von Asterix hat. Nicht nur das zieht die kleine Alexa (7) an. Zielsicher steuert sie auf das silberne Rad zu. Es ist breiter gemacht – mit durchsichtigen Plastikflaschen und vielen bunten Bändern. Klar, dass das Mädchen eine Runde fährt. Und ihren Papa fragt: "Kann ich mein Fahrrad auch von zu Hause holen?" Denn: An dieser Station am Kleintierzuchtverein werden die Bikes und die Helme fantasievoll getunt.

Eine Station weiter am Fischereiverein schauen Doro Jakubowski und Andreas Schnell ums Eck. Ein Gummientlein ist schon auf dem Stein am Eingang platziert. Hinweis darauf, dass hier die Vorpremiere des "Hässlichen Entleins" startet. Und dann kommt Alexa auch angelaufen. Wird gleich von Doro verhaftet – als Mitspielerin. Denn: Das süße Entlein mit dem kecken Basecap wird von ihren Freunden – den Kasperlepuppen des Hahns und der Katze – böse fertig gemacht. Gut, dass das hässliche Entlein seine Geschwister wie Alexa mit dem gelben Base-Cap dabei hat und sich so trösten kann. Und dazu genießt der Kenner die perfekt gebratene Forelle.

An der Eisenbahnbrücke steht Michael Grüber an seiner Wasserorgel. Spielt die Melodie zu seinem kleinen Lied: "Am Neckar ist es schön, da gibt es was zu sehen!"

In der Tat: Nebenan hat Murie Shah (Foto ganz oben) die Tücher aufgehängt, die sie mit den Radfahrern gebatikt hatte. Hier sitzt Agnes Maier – Koordinatorin der Stadt für das Tandems Kunstprojekt. Die Stadt Horb hat insgesamt 100 000 Euro Förderung vom Land für das Kunstprojekt Tandems bekommen. Daraus werden auch die Aktionen am Neckartalradweg finanziert.

Maier sagt: "Wir sind zufrieden mit der Resonanz. Wer stoppte, hat eifrig mitgemacht." Shah: "Das stimmt. Bei uns waren Leute aus Rottweil, Tübingen, Rottenburg und Böblingen."

Dann kommt auch OB Peter Rosenberger mit seiner Familie – die getrockneten Batiktücher der Kinder abholen. Er sagt: "Es hätte schon mehr Radfahrer geben können, die mitmachen. Doch man merkt – die Radfahrer, die auf dem Neckarweg unterwegs sind, haben ein Ziel, das sie erreichen wollen. Daraus werden wir lernen." Helmut Kipp bringt das Phänomen "Rad und Kunst" wie folgt auf den Punkt: "Ich war im Kino auf den Turnierwiesen. Da lief ein Zeichentrick-Film, auf dem die Radfahrer nur so vorbeigezischt sind. Und unter der Leinwand sind die echten Radfahrer genauso schnell durchgerauscht!"

Trotzdem: Auch das Kino hat funktioniert. Denn: Die Künstlerhausbewohner Stephanie Müller und Klaus E. Dietl haben nicht nur die Video-Wall aufgebaut, sondern die Sitzstufen auch noch mit Holz-Bänken verbessert. So konnte dann doch so mancher Radfahrer zur Pause bewegt werden.

In der Remigius-Kirche steht Pfarrer Johannes Unz. Der Kirchengemeinderatsvorsitzende Rainer Busch hat sein Rad in der Kirche. Unz: "Beim Fahrradgottesdienst heute morgen war die ganze Kirche voll. Ein toller Start für das Projekt der Radwege- und Pilgerkirche!" Noch besser: In seinem Grußwort hat OB Peter Rosenberger auch eine Finanzspritze der Stadt zugesagt. Denn: Zwar blinkt das Windspiel von Josef Heil vor der Kirche, und auch das Luther-Denkmal ist jetzt bis Oktober tagsüber zu besichtigen, aber der Rasthof hinter der Kirche ist noch nicht ganz fertig. Unz: "Zwar ist die Dachsanierung zu Ende, aber den Rastplatz haben wir bis jetzt nicht mehr geschafft!" Letzte Station: Das offene Atelier von Karin Bodemer. Vor dem herrlichen, alten Fachwerkhaus sitzen Menschen unter den schattigen Bäumen und malen. Eine Idylle.

Horb, seine Menschen, seine Künstler – sie haben sich bei "Rad und Kunst" bestens präsentiert.