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Horb a. N. Künstler Christoph Mügge sagt "Aterse"

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"Tasche zu", das Abschiedswerk des Künstlers, besteht aus Treibholz. Fundstücke vom Neckarufer. Fotos: Hopp Foto: Schwarzwälder-Bote

Nach drei Jahren im Horber Künstlerhaus sagt der Halbschwede Christoph Mügge "Aterse". Zu Deutsch: auf Wiedersehen. Kommenden Samstag ist seine Abschiedsausstellung zu sehen.

Horb. "Ich bin mit leerer Tasche hergekommen und gehe mit einer Tasche voller Eindrücke" – so beschreibt Künstlerhaus-Bewohner Christoph Mügge seine Zeit in Horb, die jetzt endet.

Mütze, Bart – heute erinnert der Halbschwede mich irgendwie an einen Kapitän, als er auf der Terrasse des Künstlerhauses vor mir sitzt. Vor knapp drei Jahren haben wir uns zum ersten Mal getroffen. Mügge scherzt: "Das kommt mir vor, als ob es erst vorletzten Herbst war."

Zwischenzeitlich hat der Holzkünstler in Horb für mächtigen Wirbel gesorgt. Und zwar mit dem Löwenbrunnen, der durch die Verkleidung mit Mülltonnen und Holzresten zum "Skandalbrunnen" wurde. Mügge: "Der sieht noch so aus wie am ersten Tag. Er ist nicht beschädigt worden."

Im Atelier des Künstlerhauses hat er seine zweite Skulptur aufgebaut: Grünlich-orange, sie wirkt organisch wie ein Schlangengewühl voller Wurzeln. Mügge: "Dazu habe ich Fundholz genommen, welches ich im Neckar gefunden habe. Das habe ich zu Fuß hier hochgezogen. Und genau das habe ich an meinen drei Jahren im Künstlerhaus so genossen: Du hast wirklich Zeit."

Mügge. Lange Zeit war es ruhig um den Künstler, der hauptsächlich mit gefundenem Material arbeitet. Im letzten Jahr dann seine Ausstellung im Rathaus mit Zeichnungen, die mitten in die schönen Ansichten von Horb Müll platzierten. Und Ende Juli war plötzlich der schöne Löwenbrunnen "verschandelt", wie viele Horber meinten.

Für Michael Zerhusen, Vorsitzender des Fördervereins des Künstlerhauses, zieht deshalb eine positive Bilanz seines "Schützlings": "Er hat zwar nicht so in Horb gewirkt wie Monika Golla. Künstler sind unterschiedlich. Mit seiner Brunneninstallation hat Christoph Mügge aber für Gesprächsstoff gesorgt. Und es ist Ziel der Kunst, dass sich Leute damit auseinandersetzen und das darüber auch in der Öffentlichkeit diskutiert wird."

Der Künstler selbst hat sich von den ersten Sachen, die er uns auf der Terrasse zeigte, weiterentwickelt. Hin von geraden, korrekten, zu eher organischen Formen. Wie jetzt das Fundholz, welches mit Pappe verkleidet wurde. Er sagt: "Allein die Länge der Zeit in Horb hat mich weitergebracht. Man hatte viel Zeit, Projekte zu planen und das notwendige Material dafür zu sammeln. Ich hatte keinen Plan von vornherein, sondern habe künstlerisch nach und nach auf die Schritte reagiert, die ich vorher gemacht habe."

Drei Jahre Horb. Eine Skulptur, die für Aufregung gesorgt hat. Und jetzt kommt ein Part, der Christoph Mügge weh tut: die Entsorgung. "Ich habe leider keinen Platz, meine Kunstwerke zu lagern. Es ist schon nicht leicht für mich, die Werke mit der Hilfe von Josef Nadj zu recyceln."

Und wohin zieht es den "Skulptur-Kapitän" jetzt? Mügge: "Anfang November gehe ich für zwei Wochen nach Irland. Dann bin ich mehrere Monate in der Künstler-Residenz der Kunsthochschule Jakobstadt in Finnland. Dort ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung schwedisch, so dass ich dort mit meiner zweiten Sprache Schwedisch wohl gut zurechtkommen werde."

Studium in Düsseldorf, Auslandsaufenthalte, Künstlerhaus Horb, Irland, Finnland. Wird er irgendwo mal den Anker werfen? Mügge: "Vielleicht finde ich ja bald den Ort, an dem ich bleiben will." Er kann sich auch gut vorstellen, mal wieder nach Horb oder an den Neckar zurückzukehren. Hat doch seine ehemalige Künstlerhaus-Kollegin Monika Golla in Starzach-Börstingen eine internationale Künstlerresidenz aufgebaut.

Weitere Informationen: "Tasche zu" – Abschiedsausstellung von Christoph Mügge im Künstlerhaus. Samstag, 10. September von 14 bis 18 Uhr.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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