Mitte März wurde der Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgestellt – mit der Horber Hochbrücke, die weiterhin im vordringlichen Bedarf ist. Foto: Animation RP

Rückert, Osswald und Rosenberger zu Gesprächen in Berlin. Öffentlichkeit soll bald informiert werden.

Kreis Freudenstadt - Landrat Klaus Michael Rückert, Oberbürgermeister Peter Rosenberger und sein Freudenstädter Kollege Julian Osswald hatten am Montag einen Termin in Berlin. Dabei ging es um den Straßenbau im Landkreis.

Was genau hinter dem gemeinsamen Termin in der Bundeshauptstadt steckt, darüber wollten der Landkreis und die Stadt Freudenstadt auf Anfrage unserer Zeitung noch nichts sagen. Nur so viel bestätigte die Pressesprecherin im Landratsamt Freudenstadt: "Ja es ist richtig, dass Landrat Dr. Rückert heute gemeinsam mit den beiden Oberbürgermeistern Julian Osswald aus Freudenstadt und Peter Rosenberger aus Horb in Sachen Bundesverkehrswegeplan in Berlin ist." Man werde die Öffentlichkeit in den nächsten Tagen informieren.

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird es bei dem Besuch um den Straßenbau im Kreis Freudenstadt gehen. Denn die neue Planung verheißt trotz der Priorität für die Hochbrücke der Region Jahrzehnte langes Warten auf den Rest.

Rückblick: Mitte März wurde der Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgestellt – mit der Horber Hochbrücke, die weiterhin im vordringlichen Bedarf ist, wobei der Freudenstädter Basistunnel als "Weiterer Bedarf" zurückgestuft wird. Aus Horber Sicht bestand vordergründig also kein Anlass für ein Gespräch in Berlin. Wohl aber für Freudenstadt. Das Projekt Hochbrücke mit Baukosten von 50 Millionen Euro wurde im neuen Bundesverkehrswegeplan ganz vorne platziert, mit dem klaren Ziel der Umsetzung. Der Tunnel Freudenstadt in Richtung Baiersbronn (Projektnummer B462-G10-BW) ist dagegen unter "Weiterer Bedarf mit Planungsrecht" gelistet.

Dieses Projekt hat damit schlechtere Karten gegenüber der Brücke. Momentan jedenfalls. Das Bundesverkehrsministerium schreibt: "Das sind Vorhaben, für die grundsätzlich ein Bedarf gesehen wird, deren Investitionsvolumen jedoch den voraussichtlich zur Verfügung stehenden Finanzrahmen überschreitet." Vor 2030 wird sich hier also wohl eher nichts bewegen, falls kein politischer Druck aus Freudenstadt kommt, der bei der nächsten Planung wiederum negativ auf die Hochbrücke durchschlagen könnte.

Folglich hatte sich Horbs OB Peter Rosenberger zwar über die gute Nachricht für die Hochbrücke gefreut, hätte aber auch den anderen Projekten eine bessere Chance gegönnt.

Doch was ist mit all den anderen Projekten im Landkreis? Politische Beobachter sprechen hier von einem Rückschritt. Zu den im Bundesverkehrswegeplan aufgeschobenen Projekten gehören der Rauhe Stich und die Ortsumfahrung von Loßburg. Der Tunnel Richtung Kniebis (B 28) landet hingegen unter der Kategorie "Weiterer Bedarf" – und gilt damit wohl auch als aufgeschoben (wir berichteten).

Ein Umstand, der den Freudenstädter Oberbürgermeister Julian Osswald alarmieren muss, hat er doch in seiner Stadt mit der Ansiedlung des Campus Nordschwarzwald Großes vor (wir berichteten). Aber weder von Horb noch von Freudenstadt gab es gestern nähere Informationen zu dem Berlin-Besuch.