Der interreligöse Dialog stand im Mittelpunkt eines Abends für Frauen im jüdischen Betsaal. Zahlreiche Muslimas kamen, um mit Christinnen über den Glauben ins Gespräch zu kommen. Zudem gab es internationale Spezialitäten. Foto: Baum Foto: Schwarzwälder-Bote

Glaube: Frauen verschiedener Religionen diskutieren über ihren Glauben / Viele Muslimas kommen in den jüdischen Betsaal

Von Angela Baum

Gisela Höpfer als Ehrenamtsbeauftragte der Stadt Horb und Rameza Bhatti moderierten einen Abend von Frauen für Frauen im jüdischen Betsaal.

Horb. Auch zahlreiche Muslimas kamen, um mit evangelischen und katholischen Christinnen ins Gespräch zu kommen. Thema des Abends war, wie die Frauen ihren Glauben leben.

Barbara Staudacher vom Rexinger Synagogenverein erklärte, weshalb keine Jüdinnen zum Abend gekommen waren, was einige Frauen bedauerten. Juden feierten am Freitagabend den Sederabend als Vorabend des Pessahfestes. Dies ist ein Feiertag, der mit dem christlichen Weihnachtsfest verglichen werden kann.

Barbara Staudacher erklärte auch, dass ihres Wissens in Horb keine religiösen Juden leben. Die nächste jüdische Gemeinde sei in Rottweil. Hier versuche man, für einen der nächsten Abende eine Vertreterin für ein Gespräch zu bekommen.

Beim Auftaktabend zu einer Reihe von Abenden für Frauen stand nie das Kennenlernen im Vordergrund. Ideengeberin für die Gesprächsreihe ist Rameza Bhatti, die die Frauen mit einem muslimischen Friedensgruß begrüßte.

Sie sagte, dass es viele Parallelen zwischen dem Islam und dem Christentum gebe. Bhatti erklärte, dass sie der Ahmadiyya-Gemeinde in Calw angehöre. Sie trage erst seit zwei, drei Jahren ein Kopftuch, welches sie als religiöse Muslima auszeichnet.

Frauen zeigen sich interessiert am Austausch zwischen den Religionen

Sie sei in Deutschland geboren und wolle ihre Religion auch im Alltag leben. Zum Abend waren etliche muslimische Frauen gekommen, teilweise mit Wurzeln in Pakistan oder der Türkei. Einige Muslimas kamen auch aus Weitingen oder Bildechingen und Nagold.

Die christlichen oder muslimischen Frauen berichteten in der Gesprächsrunde, was ihnen ihr Glaube an Gott bedeutet und wie sie ihren Glauben leben. Es kristallisierte sich heraus, dass für die Muslimas das Kopftuch ein wichtiger Bestandteil ihres Glaubens ist, da es umsetzt, was im Koran gefordert wird: Die Frauen sollen sich bedecken.

Zudem praktizieren viele der muslimischen Frauen ihren Glauben in der Moschee. Dies aber nicht beim Freitagsgebet der Männer, sondern an anderen Tagen.

Die Frauen zeigten sich alle interessiert am thematischen Austausch der Religionen und am interreligiösen Dialog. Ihr Glaube gibt den Frauen Halt und Sinn im Alltag, meinten einige der Anwesenden.

Wichtig war es für die Frauen auch, andere religiöse Sichtweisen kennen zu lernen. Rameza Bhatti berichtete zum Abschluss von der Ahmadiyya-Gemeinde und über deren Geschichte. So sei die Gemeinde eine Untergruppe der Sunniten, und sie glauben, dass der Messias bereits erschienen ist. Die Ahmadiyya-Gemeinde sei eine der aktivsten muslimischen Gemeinden in Europa, so die junge Frau.

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