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Horb a. N. Kleine Prozession im familiären Kreis

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Am Sockel vom großen Linden-Kreuz präsentieren Inga Behrendt und Siegfried Steimle die dort aufgestellten Schilder.Foto: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

Auch in Corona-Zeiten kann die Tradition der Flur- und Bittprozessionen aufrechterhalten werden. Dies bewiesen Inga Behrendt und Siegfried Steimle von der katholischen Kirchengemeinde Grünmettstetten die letzte Woche über.

Horb-Grünmettstetten. Zwar zogen in diesem Jahr an Christi Himmelfahrt keine ganzen Gemeinden mit ihrem Pfarrer an der Spitze durch Feld und Flur, doch in kleinerem, familiärem Kreis, war diese Art von Prozession zumindest in Grünmettstetten möglich.

Dazu luden Stationen, mit geistlichen Impulsen an den Flurkreuzen bis Sonntag, 24. Mai, ein. Bei den 17 Flurkreuzen, die sich auf der Gemarkung Grünmettstetten befinden, hatten die beiden Organisatoren vorübergehend einfache Tafeln, die jeweils eine Bibelstelle, Psalmverse für ein Wechselgebet, ein Lied und ein Gebet anboten, aufgestellt.

"So kann auch in Corona-Zeiten eine persönliche Flurprozession stattfinden", erklären Inga Behrendt und Siegfried Steimle, die Macher hinter dieser Aktion.

"Aus diesem Grund luden wir in der zurückliegenden Woche Familien, Ehepaare, Einzelpersonen und alle Interessierten ein, die Flurkreuze zu besuchen", ergänzen die beiden. Für sie ist diese Art von Besuch bei den Kleindenk- und Mahnmalen aus vergangener Zeit eine gute Möglichkeit, in der Bittwoche die seit Langem gelebte Art der Feld- und Flurprozessionen auch in besonderen Zeiten aufrecht zu erhalten. Da die Organisatoren die Corona bedingte Aktion die ganze Woche über laufen ließen, lautete ihr Tipp dazu: "Man kann die Besuche an den Kreuzen auch auf mehrere Tage verteilen und dabei schöne Spaziergänge machen und die Landschaft genießen."

"Viele Grünmettstetter, aber auch Auswärtige, nutzten in der vergangenen Woche, auch an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt, diese Möglichkeit", freute sich Inga Behrend, promovierte Professorin an der Hochschule für Kirchenmusik in Rottenburg und Chorleiterin des Grünmettstetter Kirchenchors.

Besondere Überraschung für Kinder

"Es war ein Angebot, dass auch in schlechten Zeiten die Möglichkeiten dieser spirituellen Erfahrung unter dem Kreuz aufzeigt und so die Möglichkeit bot, die nähere Heimat wieder einmal aus einer ganz anderen Warte heraus zu erleben", der Tenor der beiden Impulsgeber.

Für die Kinder hielten die Tafeln an den einzelnen Stationen zudem eine besondere Überraschung parat. Neben einigen Cartoons mit christlicher Botschaft, fanden sie auch an jeder der 17 Stationen immer eine unterschiedliche Anzahl an Zeichnungen von Raketen auf den Tafeln vor. Diese galt es zu zählen und die Gesamtzahl der insgesamt abgebildeten Flugkörper an die beiden Organisatoren per Mail zu schicken. Wer am besten zählen oder zumindest gut schätzen konnte, der darf auf einen Preis hoffen, verriet das Duo Behrendt/Steimle. Durch die Raketen soll versinnbildlicht werden, dass Jesus, der am Himmelfahrts-Tag zu seinem Vater in den Himmel zurückgekehrt ist, nun zwar weit weg ist, doch mit dem Glauben – in diesem Fall durch die Raketen symbolisiert – jederzeit erreichbar ist. "Wer glaubt ist nie allein", so die feste Überzeugung der beiden Organisatoren dieser privaten Flurprozession.

Beide bedankten sich beim Pressegespräch, das unterm großen Lindenkreuz, einem Mettstetter Wahrzeichen stattfand, ganz besonders bei den Besitzern der Feldkreuze, die sich meist noch im Familienbesitz befinden, dafür, dass sie ihre Kreuze und den Platz drumherum dem Anlass entsprechend schön hergerichtet hatten. Selbst das Kreuz der Familie Jutta und Emil Wehle, das derzeit renovierungsbedürftig in der Werkstatt lagert, wurde von den Besitzern für diese Bittwoche provisorisch an seinem ursprünglichen Platz aufgestellt.

"Im Christentum sind Bitttage und Bittprozessionen seit dem 4. Jahrhundert nachweisbar, als in Rom eine große Bittprozession für die Felder am Markustag (25. April) eingeführt wurde. Im späten 5. Jahrhundert ordnete Bischof Mamertus von Vienne, nach einem Erdbeben und Missernten in Südfrankreich drei Sühnetage vor Christi Himmelfahrt an, die mit Fasten und Prozessionen verbunden waren. Dieser Brauch wurde im 8. Jahrhundert von Papst Leo III. für das ganze römische Reich übernommen. Die Menschen baten Gott um Gnade, um Fruchtbarkeit für Feld und Flur, um Bewahrung vor Hagel, Sturm und anderen Unwettern", wusste Siegfried Steimle geschichtliches zu dieser Tradition zu berichten.

Insgesamt waren beide mit ihrer Aktion mehr als zufrieden. Sie versprachen abschließend, dass sie den "Raketen-Zählern" so schnell als möglich Nachricht geben, wer denn einen der Preise gewonnen hat.

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