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Horb a. N. Karla Kreh lässt Farben auf Leinwand tanzen

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Das Bild eines Vagabunden, der auf ein facettenreiches Leben zurückblickt, ist der Namensgeber der Ausstellung "Varioleben". Foto: Schwarzwälder Bote

75 Werke präsentiert die Schiltacher Künstlerin Karla Kreh bei "Kunst im Rathaus" ab Freitag, 11 Oktober. Sie eröffnet die Ausstellung mit einer Kunstperformance im Rahmen der Langen Nacht der Lichter auf dem Marktplatz.

Horb. "Varioleben" nennt Karla Kreh die Ausstellung, die ab Freitag, 11. Oktober, in den Fluren des Rauthauses zu sehen ist. Den Begriff hat sie in einem Buch von Jean Paul gelesen und ein Bild danach getauft, auf dem sich ein Vagabund vor einem lila-silbernen Hintergrund duckt. "Dieser alte, umherziehende Mann, hat wahrhaft ein Varioleben hinter sich", sagt sie. Vario, das bedeutet für sie: variierend, vielfältig, bunt. Manche Bilder sind kleinformatige Quadrate, andere nehmen eine halbe Wand ein, eine ist ein rahmenloses Menschenknäuel, aus dem Arme und Beine aus rechts und links aus der Hauptfläche herausragen. Mal ist eine Figur bis ins Detail ausgearbeitet, mal deuten nur wenige schwungvolle Linien einen Menschen in Bewegung an. "Karla Krehs Werke decken gegensätzliche Richtungen ab, aber im Zentrum steht fast immer die menschliche Figur", sagt Agnes Maier, die als Produktverantwortliche der Stadt für Kunst, Museen und Heimatgeschichte "Kunst im Rathaus" organisiert. Die Figuren erzählen Geschichten aus der griechischen Mythologie, schlafen, treiben Sport, haben eine politische Botschaft oder tanzen. "Jedes Bild, beziehungsweise jede Bildergruppe, steht für sich, hat eine eigene Aussage", erläutert auch die Künstlerin selbst. "Thematisch muss man sich mit jedem einzeln auseinandersetzen. Ich male Geschichten, die ich höre, Dinge, die mir auf der Straße begegnen, alles, was mich so beschäftigt." Gemeinsam haben die Bildern "diese kräftigen Farbkombinationen und diese unheimliche Energie, mit denen Karla Kreh malt. Man kann förmlich sehen, wie die Farbe auf der Leinwand lebt", drückt Maier es aus.

Karla Kreh lebt in Schiltach, wo sie sowohl ihre eigenen Kunstwerke schafft als auch eine Kunstschule leitet. In Horb kennt man sie von ihren Beiträge zu den Körperbil dtagen 2017 und ihrer Steinperformance im Artpark. Ursprünglich hatte sie eine Ausbildung als Glasmalerin gemacht und anschließend von 1970 bis 1975 Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart studiert. Zudem stand sie früher auch in Tanzperformances auf der Bühne. "Heute tanze ich kaum noch, habe den Tanz aber in die Malerei getragen", führt sie aus und deutet auf das Bild, das sie und Agnes Maier für den Flyer von "Varioleben" ausgewählt haben. "Wenn die hier tanzt" – sie ahmt die Bewegung der Tänzerin nach, die sich in dynamischen, rosa Pinselstrichen aus den dunklen Linien des Hintergrundes herauszuwirbeln scheint –­ "dann tut sie das mit dem ganzen Körper".

Das Flyerbild stellt nicht nur eine Tanzperformance dar, sondern ist selbst als Performance entstanden. Das heißt, Kreh hat es unter den Augen von Publikum spontan gemalt und wusste vorher selbst nicht, wer oder was am Ende die Leinwand ausfüllen würde. Den Malprozess beschreibt sie folgendermaßen: "Ich mache mich leer, ich weiß nicht, was ich mache – das gibt der Moment." Nicht jedes dieser Performancebilder ist dann jedoch ein Endprodukt. Manche arbeitet sie anschließend zuhause weiter aus, andere nimmt sie als Inspiration für einen neuen Ansatz auf einer frischen Leinwand. So war es auch bei der pinken Tänzerin vom Flyer.

Weil der Auftakt der Aufstellung mit der Langen Nacht der Lichter am Freitag, 11. Oktober, zusammenfällt, haben sich Maier und Kreh etwas Besonderes einfallen lassen. "Normalerweise wird bei einer Vernissage ein wissenschaftlicher Vortrag gehalten. Zu Frau Krehs Werken passt aber eine Performance viel besser. Nicht nur die Kunst an sich, auch der Entstehungsmoment ist spannend", so Maier. Daher tut sich Kreh mit dem Starzacher Installationskünstler Frank Fierke und der Band "No Constant Sorrow" zusammen. Ab 19 Uhr wird sie zu Livemusik einen großen, durchsichtigen Ballon, den Fierke stellt, von innen bemalen, sodass die Zuschauer sie dabei beobachten können, wie sie erst den Vorder- dann den Hintergrund malt und selbst immer mehr hinter den Pinselstrichen verschwindet.

Die Ausstellung kann vom 11. Oktober 2019 bis 24. Januar 2020 zu den Öffnungszeiten des Rathauses kostenfrei besucht werden: montags bis freitags 8 bis 11.30 Uhr, dienstags 13.30 bis 16 Uhr, donnerstags 13.30 bis 17.30 Uhr.

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