Bei manchen Kaffeefahrten geht’s nicht um Reise mit Verkaufsveranstaltung – sondern um Täuschungen der raffinierten Art. Foto: Archiv

Per Post werden gerne mal angebliche Gewinne versprochen

Horb - Per Post werden gerne mal angebliche Gewinne versprochen. Tatsächlich droht die "Betrüger-Falle". Aber es geht noch fieser, wie ein Horber erfahren musste. In dieser Woche lag ein Schreiben in seinem Briefkasten. "Dr. Lange & Partner. Finanzdienstleistungen" steht in großen schwarzen Buchstaben ganz oben auf dem Brief. Mitgeteilt wird in dem Brief eine "Festsetzung des nachträglichen Gewinnübergabetermins auf den 05.08.10".

Die Aufmachung des Schreibens, das derzeit in Horb und Umgebung öfters ins Haus flattert, wirkt seriös. Der "Gewinner" wird darauf hingewiesen, dass er angeblich ein "Geschädigter" ist. Er habe Gewinnmitteilungen, "u.a. von der Firma Lotto Gewinn-Service bekommen", diesen Gewinn aber nie erhalten. "Dr. Lange & Partner" verkünden nun, dass sie bei der Abwicklung dieser Firmen eine angemessene Summe für den angeschriebenen Horber realisieren konnten: 946,72 Euro – "abzüglich unserer Gebühren". "Wir haben für Ihr Recht gekämpft und können Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, dass Ihnen, Herr ..., dieser Betrag im vollem Umfang zusteht", heißt es in dem Brief euphorisch.

Den versprochenen Gewinn kann man allerdings laut Schreiben, das von einem "Sachbearbeiter Hartmann" unterzeichnet wurde und auch ein Aktenzeichen hat, nicht zugeschickt bekommen, man müsse ihn persönlich in der Zweigstelle von "Dr. Lange & Partner" in der Nähe von Horb persönlich abholen. Geeignete Verkehrsmittel in Form von Bussen" würden zur Verfügung gestellt. Auch wird zeitlich ein gewisser Druck ausgeübt, da das Konto, auf dem das Geld lagert, bald aufgelöst werden müsse.

Statt eines Gewinnes "winkt" in Wirklichkeit eine Kaffeefahrt, warnt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz vor den "dubiosen Gewinnmitteilungen von Dr. Lange & Partner", einer der Namen des Briefeschreibers, denn in den vergangenen Wochen seien zum Beispiel auch Briefe mit "Dr. Klein & Partner" oder "Dr. Braun & Partner" verschickt worden. Die Verbraucherzentrale sieht in den Briefen den "raffinierten Versuch eines Kaffeefahrtenanbieters, auf eine Verkaufsveranstaltung zu locken".