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Horb a. N. Ist der Imageschaden nicht größer?

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Der Familienbereich des Neckarbads (linker Teil des Gebäudes in der Hinteransicht) wird wohl erst wieder 2020 geöffnet werden. Foto: Hopp Foto: Schwarzwälder Bote

Der Familienbereich bleibt bis 2020 geschlossen (wir berichteten). Horber Bürger äußern Unverständnis und Kritik. Doch die Stadt verteidigt ihren Kurs.

Horb. "Lächerlich", kommentiert eine Leserin auf unserer Facebook-Seite "Schwarzwälder Bote Horb" kurz, aber deutlich ihre Meinung über die Vorgehensweise der Stadtverwaltung. "Bis 2020???? Das ist doch ein schlechter Scherz?!", schreibt Kathi Sch.

Viele Neckarbad-Nutzer sind verärgert. Denn die Stadt befindet sich im Rechtsstreit. Knapp vier Jahre, nachdem das Neckarbad für über 700 000 Euro saniert wurde, wurde festgestellt, dass im Nichtschwimmerbecken im Familienbereich ein Fliesenschaden "größeren Ausmaßes" vorliegt. Fliesen sind sowohl im Becken als auch im Außenbereich kaputt. Der Familienbereich selber wurde zwischen 2009/2010 gebaut. Die Stadt möchte nun den damaligen Dienstleister verklagen. Ein Gutachter ist engagiert.

Seit Mitte April diesen Jahres ist der Bereich, der von vielen Familien mit kleinen Kindern genutzt wird, nun schon geschlossen. Doch kaum jemand hatte geglaubt, dass sich die Sperrung so lange hinziehen wird. "Wir gehen sehr gerne ins Neckarbad, sogar im Sommer, obwohl es kein Freibad ist. Denn das Schwimmbad ist wirklich sehr gepflegt. Als Familie mit kleinen Kindern ist der Familienbereich ideal. Ohne ihn ist das Neckarbad für uns sinnlos", erzählt eine betroffene Mutter, die seit Monaten in umliegende Bäder ausweicht. So geht es vielen Betroffenen. "Wirklich schade! Gerade in den Ferien ist es echt total doof! Das Bad ist noch recht neu, so etwas darf wirklich nicht passieren", meint auch Stefanie Sch. auf unserer Facebook-Seite und deutet zumindest Verständnis an, dass die Stadt sich nun gegen diesen Schaden wehrt. Ein anderer Nutzer kritisiert, dass die Stadt möglicherweise schon von Anfang sparen wollte und nun deshalb dieses Problem habe: "Wer am falschen Ende spart, verliert mehr als er spart."

Doch ist der Image-Schaden und der Schaden durch sinkende Besucherzahlen am Ende nicht größer als der jetzt vorliegende Schaden? Das hatte vor Kurzem auch der Leserbrief-Schreiber Rudolf Bok kritisch hinterfragt und auch die Aussichtschancen eines Regressanspruches angezweifelt.

Oberbürgermeister Peter Rosenberger reagiert verärgert: "Hier geht es nicht um ein paar tausend Euro, sondern um eine halbe Millionen Euro. Wir können uns nicht leisten, darauf zu verzichten." Im vorliegenden Fall gebe es auch keine Verjährung für einen Regress-Anspruch.

Doch warum nicht schon sanieren und trotzdem klagen? "Die Vorwegnahme und Vorfinanzierung von Sanierungsmaßnahmen würde der Zerstörung von Beweisen gleich kommen und unsere Position vor Gericht schwächen", erklärte Bürgermeister Ralph Zimmermann vor einigen Tagen im Gespräch mit unserer Zeitung. Und auch wenn das Gericht loslegt, kann sich das Ganze hinziehen. "Auch wenn wir einen Gutachter engagiert haben, wird die Gegenseite aller Voraussicht nach auf einen neutralen Gutachter pochen", so Rosenberger. Er hofft allerdings, dass das Gericht zügig grünes Licht gibt, schon einmal mit der Sanierung beginnen zu können und danach entscheidet, wer das bezahlen muss.

Der OB zeigt Verständnis für den Unmut: "Ich bin selbst Familienvater. Wir würden das Bad gerne ebenfalls in vollem Umfang nutzen können. Es ist wirklich ärgerlich." Doch die Stadt habe keine andere Wahl. Dass die Situation Auswirkungen auf die Besucherzahlen hat, bestätigt Rosenberger. "Wir haben zwar noch keine aktuellen Zahlen, aber natürlich gehen wir von einem Besucher-Rückgang aus."

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