Wird an dieser Stelle (Backsteinhaus) jemals ein Einkaufszentrum stehen? – Die Stadtverwaltung sagt ja, aber der Investor ist in Turbulenzen geraten. Foto: Hopp

Mehrere P1-Unternehmen beantragen Insolvenz. Blochwitz beruhigt: "Einkaufszentrum kommt".

Horb - Eine drohende Firmenpleite überschattet die Planung des Einkaufszentrums: Vier Unternehmen aus der P1-Gruppe haben Insolvenz angemeldet. Das bestätigte die Gruppe gestern auf Anfrage des Schwarzwälder Boten.

Bereits Ende Februar waren die Schwierigkeiten bei P1 bekannt geworden. Laut einem Bericht in der Rhein-Zeitung war die Unternehmensgruppe in Schieflage geraten, nachdem zwei große Kunden Baurechnungen nicht bezahlt hatten. Die P1-Gruppe blieb auf 1,5 Millionen Euro Forderungen sitzen, die sich nicht überbrücken ließen.

Trotzdem waren auch Unternehmensvertreter der P1-Gruppe dabei, als am Dienstag in der nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung ein anscheinend überarbeitetes Modell des geplanten Einkaufszentrums mit Pultdächern vorgestellt wurde. Die Stadtverwaltung will dazu heute Näheres bekannt geben.

Weitere Hintergründe dürften dann auch über das neue Investorenmodell bekannt werden. Laut Recherchen des Schwarzwälder Boten springt ein Konsortium von Firmen für die P1-Gruppe ein. Diese ist angeblich weiterhin mit restlichen Unternehmen im Boot, auch personell habe sich nichts am Planungsstab für Horb geändert.

Neu hinzugekommen ist angeblich die Aktiv Group, ein Unternehmen der Dünkel Holding aus Schemmerhofen bei Ulm. Auch dieser Investor hatte sich ursprünglich für den Bau des Horber Einkaufszentrums interessiert, hatte seine Pläne dann aber fallen lassen.

Nicklas, Röther, Fink – und jetzt P1 als enttäuschter, erfolgloser oder in Schwierigkeiten geratener Investor? Das ehemalige Postareal war bisher eher ein geeigneter Standort für eine Investoren-Achterbahn. Das Auf und Ab – so werfen Insider hinter vorgehaltener Hand der Stadtverwaltung vor – war auch im Rathaus bekannt, es wurde aber nicht im Gemeinderat diskutiert.

Bereits im Dezember vergangenen Jahres waren zum Planungsstand beim Einkaufscenter kritische Fragen laut geworden. Der auf Ende des Jahres angepeilte Bauantrag kam nicht. Einer der Gründe waren Verhandlungen über ein Grundstück, die angeblich nicht so liefen, wie man sich’s vorstellte. P1 hätte das kleine Areal zwischen Lindenhof und Sparkasse zum Jahresende der Telekom abkaufen sollen – was bislang nicht passiert ist. Und das, obwohl es sich um einen Kaufbetrag von deutlich unter 100 000 Euro handelt. War P1 schon damals nicht mehr flüssig?

Schwierige Grundstücks-Verhandlungen

Axel Blochwitz, Wirtschaftsförderer der Stadtverwaltung, sagte im Dezember, es sei alles im grünen Bereich. Er verwies auf die schwierige Kaufland-Areal-Entwicklung, die trotz allem gelungen sei. Er verwies auf die schwierigen Grundstücks-Verhandlungen von Bahn, Kreissparkasse, Stadt und Telekom, die Bestandteil der Verhandlungen sind. Man sei mit den Gesprächen auf der Zielgerade, so Blochwitz im Dezember, und auch Hans-Peter Maas, Projektentwickler bei P1, bestätigte: "Wir sind nach wie vor voll am Arbeiten an dem Projekt."

Auch jetzt gibt sich Blochwitz optimistisch, der gestern allerdings im Vorgriff auf die für heute um 15 Uhr angesagte Pressekonferenz im Rathaus keine Einzelheiten bekanntgeben wollte. Nur so viel: "Das Einkaufszentrum kommt!"