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Horb a. N. Integrationskonzept mit vielen Ideen

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Julia Schober, Cornelia Schäfer, Kristin Schober, Jürgen Hörstmann, Andrea Katz, Annegret Kuhn, Robert Herrmann und Ralf Zimmermann haben sich über das neue Integrationskonzept in Horb Gedanken gemacht. Foto: Lück Foto: Schwarzwälder Bote

Wird jetzt wieder so was Geniales wie das Mini-Rock geboren? Beim neuen Integrationskonzept ist auch ein Jugendforum auf der Agenda. 2004 wurde bei dieser Veranstaltung in der Hohenberghalle das legendäre Großereignis geboren.

Horb. "Wir waren in 23 Kommunen als Prozessbegleiter tätig. Doch nur in Horb haben wir das spezielle Feeling erlebt", sagen Andrea Katz und Jürgen Hörstmann von der Führungsakademie Baden-Württemberg. Über ein Jahr lang haben die beiden mit Rathausmitarbeitern und Bürgern das Integrationskonzept vorbereitet. Am Freitagabend wurden die Ergebnisse in der Mensa der Gemeinschaftsschule vorgestellt.

Bürgermeister Ralf Zimmermann hat vielleicht schon ein bisschen gespickelt. In seiner Begrüßung nimmt er das voraus, was dann an Ergebnissen kommt: "Integration geht über Geflüchtete hinaus. Sie ist der Kitt in der Gesellschaft seit Jahrhunderten."

Die erste Projektgruppe hat sich mit der Vernetzung beschäftigt. Horbs Intergrationsmanagerin Annegret Kuhn: "Wichtig ist das Ziel, eine Teilhabe aller ohne Auto zu ermöglichen. Wir haben uns deshalb zunächst mit dem Mitfahrbänkle beschäftigt." Cornelia Schäfer bestätigt, dass die Stadt dieses Projekt schon mit einer Befragung prüft.

Ehrenamtsbeauftragte Julia Schober: "Wir sollten eine Theatergruppe ins Leben rufen, die ein Projekt wie das 2015 aufgeführte Stück ›Ankommen in Horb‹ in die Wege leitet." Damals hatte Pina Bucci das aufsehenerregende und preisgekrönte Stück mit Laienschauspielern entwickelt. Es zeigt, wie Gastarbeiter damals in Horb gelandet sind und was sie erlebt haben.

Schober: "Der syrische Abend von Gila Höpfer war auch ein Riesen-Erfolg. Wir sollten wieder solche Länderabende starten – italienisch, türkisch, griechisch." Joachim Milles vom Seniorenrat: "Das haben wir zehn Jahre lang in Bildechingen gemacht – da gab es sogar einen schwäbischen Abend. Das war regelmäßig ausverkauft, bis die ehrenamtlichen Helfer das auf Dauer nicht mehr leisten konnten." Intergrationsmangerin Kuhn: "Toll, dass das Know-How schon da ist." Deshalb soll das Konzept der Kulturabende jetzt wieder gestartet werden.

Auch schon klar: Im nächsten Jahr soll es ein Jugendforum geben, so Kuhn. Dazu sollen Vereine sich im Sommer bei "Umsonst und draußen" präsentieren. Um so mit Aktionstagen Sport anzubieten und Neugierige in die Vereine zu locken. Schober: "Das wollen wir jetzt mal angehen und langfristig umsetzen."

Einfache Zeichentrickfilme

Die Gruppe um Kristin Schober setzt auf einfache Zeichentrickfilme. Die Figuren: Die aus dem Logo. Diese Filme sollen beispielsweise in Kooperation mit der Multimedia-Klasse der Berufsschule entstehen – und dann Geflüchteten und Einwanderern aus anderen Ländern das "Deutsch sein" beibringen. Gabriele Baiker: "In Kitas oder Schulen kann so schon den Kindern beigebracht werden, wie beispielsweise unsere Mülltrennung funktioniert."

Baiker und Claudia Beuter-Zimmermann haben auch das Konzept der Paten für "alleine"-Frauen mit entwickelt. Der Name ist bewusst so gewählt. Kristin Schober: "Es geht nicht nur um alleinstehende Frauen." Baiker: "Männer haben in Ehen oder Partnerschaften oft mehr Kontakt – Kegeln, Fußball. Die Frauen dagegen nicht. Das sehen wir ganz oft." Ein Netzwerk aus Paten soll dem abhelfen.

Das dritte Projekt: Deutsch im Alltag. Dareen, selbst geflüchtet: "Ich habe fünf Kinder und belege den Sprachkurs. Deshalb habe ich oft erst nachts Zeit, überhaupt Deutsch zu lernen." Und das soll in Zukunft nicht nur in den Sprachschulen gehen, sondern auch in Zusatzangeboten durch Ehrenamtliche. Für Männer und Frauen. Baiker: "Bitte keine Schnappatmung bekommen, Herr Bürgermeister. Dafür brauchen wir geeignete Räumlichkeiten – auch für die Kinderbetreuung – und haben an das ehemalige Café Kipp gedacht, welches der Stadt jetzt gehört." Zimmermann: "Lassen wir das Kipp mal weg. Wir sind auf der Suche nach Räumlichkeiten behilflich, die geeignet wären."

"Horber Feeling"

Katharina Walz von der Caritas spricht für die Gruppe, die sich mit dem "Horber Feeling" beschäftigt hat. Ansatzpunkt Eins: Möglichst alle Begegnungspunkte und -veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing besser bekannt zu machen – beispielsweise auf der Homepage der Stadt. Und neue Begegnungen wie beispielsweise Wander- oder Handarbeitsgruppen zu schaffen. Walz: "Wichtig ist, genau zu recherchieren, was es schon gibt. Nicht, dass man durch die Doppelung beiden Begegnungen schaden." Dann muss der ÖPNV verbessert werden und die Mitfahr-Kultur. Walz: "Viele Menschen in den Ortsteilen haben Schwierigkeiten, Einkaufen zu gehen. Es wäre auch gut, bei Veranstaltungen einen Shuttle-Service zu etablieren, damit die Besucher dann danach wieder in ihre Heimatorte kommen."

Cornelia Schäfer von der Stadt: "Das sind alles gute Ideen, die wir sicherlich prüfen werden. Da braucht es bestimmt Probeläufe und Pilotprojekte." Und als ein Zuhörer noch eine Börse auf der Stadt-Homepage für Ansprechpartner für ehrenamtliche Projekte wie die Flüchtlingshilfe in die Diskussion bringt, schreibt Bürgermeister Zimmermann fleißig mit.

Luis Schneiderhan – neben Michael Keßler (CDU) und Thomas Mattes (SPD) – als OGL-Fraktionschef dabei, fordert auch, über die Integration von Schwulen und Lesben nachzudenken: "Für die LGBT-Community gibt es bisher keine Aktionen in Horb." Auch das wurde aufgenommen.

Was passiert jetzt mit diesen Konzepten? Robert Hermann, Fachbereichsleiter Bürgerdienste: "Es ist der richtige Zeitpunkt, das Thema Integration mit in den Masterplan aufzunehmen." Derzeit ist das Rathaus nicht-öffentlich in den Ortschaftsräten unterwegs. Als Vorlauf für eine Bürgerbeteiligung und neue Impulse für den neuen Masterplan, der 2021 fertig sein soll, so Herrmann.

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