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Horb a. N. In einem Becher Fruchtjoghurt "verstecken" sich acht Zuckerwürfel

Von
Ernährungsexperte Sven Bach kam gestern zum Auftakt der Projektwoche "Gesund und fit – alle machen mit!" an die Horber Gutermann-Grundschule und fesselte die Kinder mit seinem geballten Wissen über gesunde Ernährung. Noch bis zum kommenden Freitag dreht sich dort alles ums Thema "gesunde Ernährung und Bewegung". Heute steht unter anderem eine große Schulhof-Bemalungsaktion auf dem Programm. Foto: Schule Foto: Schwarzwälder-Bote

Horb. Seit gestern und noch bis zum kommenden Freitag dreht sich im Rahmen der ersten Projektwoche zu diesem Thema überhaupt an der Horber Gutermann-Grundschule alles ums gesunde Essen und fit sein und fit bleiben. Zum Auftakt kam der bekannte Ernährungsexperte Sven Bach, und am Nachmittags stand "Blinde Kuh" auf dem Programm.

Wohl der Schule, die einen aus Funk und Fernsehen bekannten Ernährungsexperten wie Sven Bach aus Rexingen sozusagen in "ihren Reihen" weiß. Bach ist gebürtiger Rexinger, wohnt inzwischen auch wieder dort und im kommenden Jahr wird seine Tochter an der Rexinger Außenstelle der Horber Gutermann-Grundschule eingeschult. Keine Frage, dass Sven Bach gerne dem Wunsche von Schulleiterin Sabine Peter nachkam, sich in die gestern gestartete und noch bis Freitag dauernde Projektwoche zum Thema "Gesund und fit – alle machen mit!" aktiv mit einzubringen.

Sämtliche Klassen von eins bis vier kamen gestern zum Auftakt in den Genuss, Sven Bach live zu erleben und ihn auch mit Fragen zu gesunder Ernährung förmlich löchern zu können. Der Ernährungsexperte war dabei überrascht, wie viel an Grundwissen die Schüler sich bereits zu eigen gemacht haben. Bach veranschaulichte kindgerecht, welche Getränke gesund sind und warum. Anschließend stellten die Klassenlehrerinnen der Gutermann-Grundschule Brotaufstriche nach Rezepten von Sven Bach her, die dann natürlich auch gemeinsam verkostet wurden. Auch "Sven Bach-Brot", welches der Experte eigens für die Horber Bäckerei Saur kreiert hat.

Und Sven Bach holte die Kinder mit seiner legeren, ruhigen und zuhörenden Art richtig gehend bei sich selbst ab. Zunächst wollte er von ihnen wissen, was sie denn in ihrer Vesperbox haben. Förmlich sprudelte es dabei aus ihnen heraus, wobei der Ernährungsexperte doch sichtlich überrascht war, dass es für Eltern doch erfreulich vieler Kinder offenbar normal ist, auf gesunde Kost ihrer Sprösslinge ein großes Augenmerk zu legen.

Überrascht war er dann aber doch, als er erfuhr, dass insbesondere Salami bei Kindern "hoch im Kurs" steht. Doch Ziel der Projektwoche "Gesund und fit – alle machen mit!" ist es eben auch aufzuzeigen, was nicht gesund ist. Und dazu gehört unter anderem natürlich Zucker, vor allem dann, wenn er in Übermaßen und häufig in Lebensmitteln oder Getränken "versteckt" konsumiert wird.

Jeweils drei Kinder aus jeder Klassenstufe durften dann als Testpersonen aufzeigen, wie sie zuckerhaltige Getränke unterscheiden und möglichst auch vermeiden können. Und was der Ernährungsexperte den Kindern an Fakten leicht verständlich näher bringen konnte, verblüffte diese sichtlich. Kaum eines von ihnen hatte etwa gewusst, dass sich in einem Becher Fruchtjoghurt acht Zuckerwürfel "verstecken". Oder in einer Liter-Flasche Cola gleich deren 40. Und selbst in von Herstellern viel gepriesener und vermeintlich "gesunder" Erdbeermilch im Tetra-Pack befindet sich mengenmäßig gleich viel Zucker wie in einer kleinen Cola.

Sven Bach klärte über Phosphat- und Zitronensäure-Zusätze in Getränken auf und wies darauf hin, dass diese für Knochen- und Zahnkrankheiten mitverantwortlich seien und zu viel zuckerhaltige Getränke oder etwa Schokolade wahre Kalorienbomben sein könnten – mit dem verheerenden Resultat eintretender Fettleibigkeit.

Dies solle freilich nicht heißen, darauf gänzlich zu verzichten, sondern diese Zucker enthaltenden Stoffe nur in Maßen und an bestimmten Tagen zu genießen. Als ideales Getränk empfahl Sven Bach den Kindern eine Mischung aus einem Drittel Apfelsaft und zwei Dritteln Wasser. Und er gab ihnen einen Satz mit auf den weiteren Lebensweg, der sich kritisch mit der Werbung der Nahrungsmittelindustrie befasst. "Je gesünder ein Ernährungsmittel sein soll, um so schlimmer ist es."

Ein weiteres Highlight in dieser Woche an der Horber Grundschule ist dies. Deren Caterer, die Firma „Maierschwaben“ aus Schopfloch, startet in diesem Sommer ein revolutionäres und auf Bioproduktionen beruhendes Ernährungskonzept und kredenzt den Kindern beim Schulessen ausschließlich mit Bio-Zertifikat ausgestattete Kost. Gestern gab’s Putensteak natur mit Paprikasauce und Bio-Penne, dazu frischen Salat mit Joghurtdressing. Als Alternative wurden zwei Reistaler auf Kartoffel-Kohlrabi-Rahmgemüse gereicht. Und zum Dessert wurde frischer Obstsalat aufgetischt.

Hinterher lud dann "Maierschwaben" zum „Blinde-Kuh"-Spiel in Sachen Ernährung ein. Die Kinder konnten mit geschlossenen Augen testen, ob sie Obst, Gemüse und Kräuter beim Verzehr erkennen, ohne diese zu sehen. Zur Auswahl hatte Daniel Schneider Bärlauchblätter, Birnen, Gurken, Himbeeren, Kartoffeln, Mango, Melonen, Minze, Sauerampfer und Zitronen als Versucherle dabei. Das erfreuliche Ergebnis: Die meisten der Kinder lagen mit ihrer Einschätzung richtig.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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