Luise Schneckenburger bei der Station Siebdruck. Foto: Schwarzwälder-Bote

Berufsschulen informieren über Vielfalt der Bildungswege / Praktische Vorführungen geben Einblicke in Tätigkeiten

Von Melissa Dörr

 

Horb. Spannende Einblicke in die Vielfalt der Berufe bekamen Hunderte von Jugendlichen gestern bei den Gewerblichen und hauswirtschaftliche Schulen in Horb. Es gab Informationen zu den Schularten, und man konnte sogar Unterrichtseinheiten miterleben.

Welcher Job passt am besten zu mir? Kaum ein Jugendlicher, der sich diese Frage nicht stellen muss. Der Informationsnachmittag sollte bei der Suche nach Antworten helfen.

Im Berufskolleg der Pharmazeutisch-technischen Assistenten stehen den jungen technischen Assistenten zum Beispiel nach einer Vollzeitausbildung von zwei Jahren und einem halbjährigen Praktikum in einer Apotheke sämtliche Wege in die Berufswelt der Gesundheitsbranche offen. Im Labor des ersten Lehrjahres tummelten sich zahlreiche Interessierte, um zwei Schüler, die eindrucksvoll Rotwein zu reinem Alkohol destillierten. Deniz Yavuz zeigte, dass sie in ihrer Ausbildung schon einiges gelernt hatte und erklärte kurzerhand den Vorgang.

Den Interessierten wurde außerdem gezeigt, auf welche Weise Lösungen wie beispielsweise Natriumchlorid auf die Reinheit überprüft werden. Bernhard Duffner, Apotheker in der Schuleinrichtung erklärte, dass die Auszubildenden 16 Fächer besuchen und im praktischen Bereich die Herstellung von Medikamenten erlernen.

Bei Herstellung von Zäpfchen über die Schulter geschaut

Die Besucher konnten im Labor des zweiten Lehrjahres den Schülern bei der Herstellung von Zäpfchen, Tabletten und Gele über die Schulter schauen. Duffner: "In den Apotheken werden zwar nicht mehr so häufig Medikamente selbst hergestellt, aber die pharmazeutisch-technischen Angestellten müssen die Herstellung von Salben und Ähnlichem beherrschen." Einige interessierten sich besonders für die Herstellung von Zäpfchen und eine Besucherin erwähnte erstaunt: "Das ist wirklich interessant. Das habe ich mir eigentlich total langweilig und nervig vorgestellt."

Die Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten sei jedoch sehr anspruchsvoll, und viele gäben während der Ausbildungszeit auf oder würden die verlangten Noten nicht erreichen, erklärte ein Lehrer.

Die zweijährigen Berufsfachschulen führen zum mittleren Bildungsabschluss und bieten somit für Hauptschüler eine weitere Möglichkeit, einen qualifizierten Ausbildungsberuf zu ergreifen. Die Fachrichtung Hauswirtschaft und Ernährung zeigte eindrucksvoll und abschreckend zugleich, wie viel Wert auf eine gesunde Ernährung gelegt werden sollte.

Auf Tischen hatten die Schüler Nahrungsmittel und den zugehörigen Zuckergehalt in Zuckerwürfeln angerichtet. "Besonders die junge Generation ernährt sich überwiegend ungesund, und viele von ihnen werden schon mit 30 Jahren Diabetiker sein.

Eine Flasche Ketchup enthält 48 Zuckerwürfel und eine Flasche Remoulade 330 Gramm pures Fett. Darüber sind sich viele Jugendliche nicht bewusst", so die Lehrerin Eva-Maria Huber. Im Gegensatz dazu hatten die Schüler am gestrigen Morgen gesunde Alternativen wie beispielsweise Müsli-Riegel und frisch gepresste Säfte hergestellt.

Erleichterung bei Wahl des zukünftigen Berufsfeldes

Beim Berufsfeld Metall hatten die Gäste die Möglichkeit, den Schülern beim Unterricht zuzuschauen. Momentan seien sie mit einer Handhebelpresse beschäftigt, die Bestandteil der Prüfung des ersten Lehrjahres sei. Bei der CNC-Technik verschenkte Lehrer Gerold Herzog von ihm hergestellte Mini-Kelche aus Messing an die Besucher und erklärte: "Die Schüler schreiben an den Computern die Programme, welche anschließend auf dem Bildschirm simuliert werden."

Die Besucher zeigten sich interessiert, und manch einer fand vielleicht auch schon die Antwort auf die Frage nach seinem künftigen Berufswunsch.