Der Horber Nikolaus trifft ein echtes Christkind: der sechsjährige Noel wurde am 25. Dezember geboren.Foto: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

Advent: Nikolaus-Aktion des Stadtmarketings kommt gut an / "Christkind" Noel freut sich ganz besonders

Wenn der Horber Nikolaus zusammen mit seinem Knecht Ruprecht ein echtes Christkind triff und ihnen eine Passantin begeistert zuruft: "Schön das es euch gibt", dann sind Lockdown und Corona ganz weit weg. Dann ist der Geist der Weihnacht präsent.

Horb. Der Horber Nikolaus, dem Peter Woikowski Gestalt und Stimme lieh, machte sich am Freitag zusammen mit seinem Knecht Ruprecht zum zweiten und leider zum letzten Mal in diesem Jahr im Auftrag des Stadtmarketings auf den Weg durch die Innenstadt. "Nächste Woche dürfen wir nicht mehr los", bedauerte Nikolaus W. "Die Stadtverwaltung hat uns aus den bekannten Gründen zurückgepfiffen."

Also gaben die beiden nochmals richtig Gas und verteilten ihre Geschenkpäckchen an jeden, den sie trafen. Da staunte so mancher Teenager, dass er was bekommt, ohne etwas dafür tun zu müssen. Viele Handys wurden gezückt, um die beiden urigen Gesellen zu fotografieren, und so manches kleine Kind traute sich nur an der Hand der Mama oder der Schwester in Richtung des bärtigen Mannes, der mit seinem weißen Talar, dem roten Überwurf, der Mitra und dem Bischofsstab schon recht respektabel in der Gegend herumstand.

Ganz wie es sich für solch einen hohen Kirchenfürsten gehört, ließ er nur ab und zu ein huldvolles "Hohoho" hören, klingelte mit dem Glöckchen, das er in der behandschuhten Hand bei sich trug, und behauptete gravitätisch: "Der Nikolaus weiß alles." Den Rest ließ er seinen Knecht machen. Rita W., die im derben Gewand des früheren Holzarbeiters steckte, durfte den Leiterwagen mit dem Geschenkesack ziehen, die Päckchen verteilen, die Kinder coronagerecht vor oder neben den Belzmärde stellen, und sie musste zudem schauen, dass alles klappte. Und hier zeigte sich, dass die beiden ein wirklich gut eingespieltes Team sind. Einer repräsentierte, der andere arbeitete. Ihr Rentier-Schlitten-Auto hatten sie auf dem Aldi-Parkplatz abgestellt, und kaum hatten sie den nachmittäglichen Hotspot von Horb, den Bahnhofsvorplatz, erreicht, wurden ihnen ihre von irgendwelchen Helferlein liebevoll gepackten Geschenktüten geradezu aus der Hand gerissen. In jedem der Päckchen waren ein Flummy-Ball, ein Bleistift mit Motiv-Radiergummi, kleine Lebkuchen, Gummibärchen und ein Schoko-Nikolaus drin. Nicht nur die etwas kleineren Kinder, wie die sechsjährige Emilia, die mit ihrer Schwester Sophia unterwegs war, freuten sich über die Tüten.

Ein ganz besonders Treffen kam zustande, als der Weihnachtsmann ein echtes Christkind traf. Der sechsjährige Noel-Noah Maisenbacher aus Vöhringen wurde am 25. Dezember geboren, wie seine Mama sagte. "Und deshalb haben wir ihn Noel getauft." Noel ist das französische Wort für Weihnachten, und dieser Name wird gerne einem an Weihnachten geborenen Jungen gegeben", erklärte sie. "Ich habe den Nikolaus laufen gesehen, mein Auto abgestellt und gedacht, dass ich schnell ein Bild machen kann", sagte die Mutter von Noel noch ganz aufgeregt, "aber, dass der Bub auch gleich ein Geschenkle bekommt, damit habe ich nicht gerecht", freute sich die Frau, die nur schnell in Horb zum Einkaufen war.

Zwei Stunden waren der Nikolaus und sein Knecht an diesem kalten, unwirtlichen Nachmittag in Horb unterwegs, und überall, wo sie hinkamen, wurden sie mit Freude begrüßt. Hoffentlich kommt der Weihnachtsmann auch im nächsten Jahr wieder an den Neckar und besucht die Horber und ihre Gäste. Das wäre schön.

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