Die Bauarbeiten für die Hochbrücke verzögern sich – es muss nachgebohrt werden. Foto: Lück

Fünf Meter tiefe Löcher entdeckt. Bauarbeiten verzögern sich – es muss nachgebohrt werden.

Horb-Nordstetten - Keine gute Nachricht für alle Autofahrer, die das "Ohr" bei Nordstetten nervt: Die Bauarbeiten für die Hochbrücke verzögern sich. Grund dafür sind Hohlräume.

Eigentlich sollte die "kleine Brücke" im Juli fertig sein. Jetzt kommt raus: Die Bauarbeiten für die Hochbrücke verzögern sich - um mindestens ein Jahr!

Besuch am Donnerstag an der Baustelle: Es ist relativ ruhig geworden – dort, wo alle die, die das neue "Ohr" um die alte Trasse umfahren müssen, eigentlich erwartet haben, dass die Fundamentarbeiten für die 24,7 Meter lange Brücke starten.

Auf Nachfrage vor Ort heißt es: "Die Bauarbeiten sind vorerst gestoppt. Eigentlich war davon ausgegangen worden, dass im Untergrund hier reiner Felsboden ist. Doch wir haben Hohlräume entdeckt. Inzwischen haben wir auch Luft durchgeblasen –­ überall, wo Fahnen sind an den Stahlstecken, sind diese Hohlräume. Und wir sind gerade dabei, weitere Erkundungsbohrungen zu machen, um zu schauen, ob noch mehr Hohlräume vorhanden sind. Eins ist klar: Auf Hohlräumen kann man keine Brücke bauen."

Man sieht die Eisenpfähle, wie sie die alte Trasse der Bundesstraße auf der einen Seite geradeaus Richtung Nordstetten und auf der anderen Seite geradeaus die Baggerauffahrt hochgehen, in der gerade der Bohrer dabei ist, sich in den Untergrund zu graben. Deshalb seien jetzt neue Berechnungen notwendig. Dort, wo die Eisenpfähle mit den Fahnen in der Erde stecken – jenseits der alten Straße – sollte eigentlich das Widerlager für die Brücke entstehen.

Erst neue Berechnungen

Vor Ort heißt es weiter: "Erst nach den neuen Berechnungen wissen wir, wie eine haltbare Konstruktion bei den Bodenverhältnissen aussehen kann."

Was sagt das Regierungspräsidium zu dem Malheur? Ein Sprecher: "Wir rechnen nicht mit größeren Verzögerungen. Es war bekannt, dass in Horb im Untergrund Klüfte zu erwarten sind. Daher hat man zunächst Erkundungsbohrungen mit kleinerem Pfahldurchmesser genau in den Lagen der künftigen Großbohrgründungspfähle der Brücke durchgeführt. In Tiefenlagen von acht bis 13 Meter hat man den Festgesteinshorizont angetroffen. Oberhalb des Festgesteins hat man Hohlräume mit bis zu fünf Meter Tiefe festgestellt.

Um weitere Hohlräume innerhalb des Festgesteins auszuschließen, wurden die Erkundungsbohrungen noch mindestens zehn Meter im Festgestein fortgeführt. Weitere Hohlräume wurden darin nicht gefunden. Die Bohrlöcher wurden beziehungsweise werden bis Gelände wieder mit Beton verfüllt. Die Gesamtbohrtiefe betrug rund 23 bis 24 Meter. Somit steht fest, dass die Großbohrpfähle direkt auf dem Festgesteinhorizont gegründet werden können und somit eine Länge von acht bis 13 Meter erforderlich ist." Allerdings, so der RP-Sprecher, würden sich durch die tieferen Erkundungsbohrungen Mehrkosten ergeben, die noch nicht beziffert werden könnten.

Die Brücke bei Nordstetten – sie soll in 4,75 Meter Höhe die Bundesstraße überqueren, damit Autofahrer über Ein- und Ausfahr-"Ohren" nach und von Nordstetten entweder zur Autobahn oder zur Hochbrücke kommen.

Doch die Arbeiten an der Mini-Brücken sind nicht die einzigen Verzögerungen bei der Hochbrücke.

Statt 2022, wie ursprünglich angekündigt, wird die Hochbrücke Horb mindestens ein Jahr später fertig. Diese Auswirkungen bestätigt der Pressesprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe: "Das mit der Planung der Hochbrücke beauftragte Ingenieurbüro ist relativ spät zur Feststellung gelangt, dass das Bauverfahren umgestellt werden muss. Dies hat zur Folge, dass weitere Aufschlussbohrungen im Baugrund für die Hilfsunterstützungen erforderlich sind." Der Sprecher weiter: "Derzeit wird von unserem Referat Ingenieurbau die Entwurfsplanung gefertigt. Danach erfolgt eine europaweite Ausschreibung der Hochbrücke. Eine Vergabe der Arbeiten dürfte erst Mitte 2020 möglich sein." Ursprünglich sollten die weiteren Bauarbeiten für die Hochbrücke in diesem Frühjahr ausgeschrieben werden.

Im November war Spatenstich des Großprojekts:

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