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Horb a. N. Hochbrücke: RP stellt Planungen vor

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Das RP präsentierte im Gemeinderat, wie die Hochbrücke einmal aussehen soll. Foto: Animation: RP

Horb - Das fing ja schon gut an… Mit einer Videoanimation ließ das Regierungspräsidium die Gemeinderäte und die Zuschauer im Feuerwehrhaus über die Hochbrücke fliegen.

Und Referatsleiter Axel Speer sagte: "Die Unterlagen sind fertig. Wir werden sie nächste Woche zum Planfeststellungsverfahren einreichen."

Mit zehn Experten war das Regierungspräsidium gekommen, um ihr Werk zu präsentieren. Die wichtigsten Fakten: Auf die Hochbrücke wird es hinter Nordstetten Richtung Horb und den Rauschbart hoch nur über Ampeln auf die Bundesstraße gehen. Direkt nach Nordstetten wird eine Brücke über die Bundesstraße in den Ort führen (hier sind keine Ampeln geplant). Richtung Rauschbart wird es ungefähr ab der Mitte der Hochbrücke zweispurig. Hier wird man mit Tempo 100 fahren dürfen, ehe man vor den Ampeln auf 70 km/h runtergebremst wird.

Die Kernstadt von Horb wird durch die Hochbrücke enorm entlastet: In der Gutermannstraße werden laut der Verkehrsprognose im Jahr 2025 statt 9900 Fahrzeugen dann nur noch 1120 Autos fahren. Am Haugenstein sinkt die Zahl der Fahrzeuge von 25.200 Fahrzeugen dann auf 12.500 Autos und Lkw. Und leiser wird es auch in der Kernstadt. Laut Lärmschutzexpertin Simone Griesheimer sinkt die Lärmbelastung beispielsweise an den Christophorusbrücken um bis zu 5 dB!

Christina Berger, die Lärmexpertin vom Regierungspräsidium: "Die Werte für die Lärmbelastung in Horb bleiben nach wie vor sehr hoch. Durch die Hochbrücke wird es aber eine Entlastung geben. Dennoch wird es Gebäude geben, die über den Auslösewerten liegen." Dazu gehört in Zukunft beispielsweise die Hornaustraße. Hier wird nach den Berechnungen die Lärmbelastung durch die Hochbrücke sogar steigen: Auf 70 dB tagsüber!

Immerhin: Fast überall in Horb wird es leiser. Und die Luft sauberer. Umweltexperte Burchard Stochs: "In der Kernstadt wird die Belastung der Luft deutlich abnehmen. An den Zuführungsstrecken wird es eine Zunahme geben. Aber die liegt deutlich unter den Grenzwerten."

Insgesamt scheint die jetzt gefundene Trasse mit allen Details also nur ein Kompromiss zu sein. Vor allem auch für die Nordstetter, die sich gegen die Brückenlösung und die bis zu zehn Meter hohen Lärmschutzwände wehren. Das brachte Gemeinderat Dieter Rominger-Seyrich auf den Punkt: "Als Aktivist für die Brücke freue ich mich, dass sie endlich auf den Weg kommt. Doch die Anbindung an Nordstetten ist nicht geglückt. In Nordstetten wird die Planung als Scheusal gesehen und wird ein jahrzehntelanges Ärgernis sein." Auch Martin Raible (Republikaner) sagte: "Die Lärmschutzwände sieht wie eine Mauer aus, die Nordstetten vom Rest der Welt abtrennen würde."

Das konnte Wolfgang Schettler, Ersteller des landschaftspflegerischen Begleitplans, nicht auf sich sitzen lassen: "Was auf den Animationen nicht zu sehen ist – die Lärmschutzwände werden von der Straße aus durch eine Bepflanzung bedeckt." Referatsleiter Speer vom RP: "Hinter den Lärmschutzwänden kann man das Gelände aufschütten und es besser nutzen."

Und Burchard Stochs, der die Umweltverträglichkeitsstudie erstellt hatte, brachte ein Argument für die jetzige Brücken- und Wandplanung, welches eigentlich auch den erklärten Stuttgart-21-Gegner Rominger-Seyrich hätte überzeugen müssen: "Wir haben auch die Variante geprüft, vor Nordstetten eine Trog-Variante als Unterfahrung zu machen. Dort geht man allerdings in eine Tieflage. Hier ist ein hochsensibles Wasserschutzgebiet. Bei einer Troglösung würden die Deckschichten des Grundwassers angekratzt und beschädigt. Dies Risiko ist hier zu hoch."

Auch eine Verlegung der Brücke nach Osten – also Richtung Mühlen – kommt als Lösung nicht in Frage, so die Experten. Die Gründe: Einmal müsste die Brücke dann länger werden. Dazu müsste man dann in die "Klinge" – also in das talartige Stück hinter dem Parkplatz gegenüber von Nordstetten – eingreifen. Hier seien hochwertige Biotope betroffen und das Wasserschutzgebiet betroffen.

Und was ist mit den Ampelkreuzungen? Stochs: "Wir haben auch Überlegungen geprüft, das ohne Ampeln zu machen. Sonst hätten wir zusätzliche Bauteile benötigt. Die Pfeiler und Kunstwände wären dann von der Kernstadt aus zu sehen gewesen. Und auch hier hätte man massiv in die Talhänge eingreifen müssen."

OB Rosenberger spitzte das Ergebnis zu. Der bessere Lärmschutz sorgt für eine schlechte Sicht auf Nordstetten. Er bezog sich damit auf die Nordstetter Lärmschutzinitiative HIL, die sich nun auch Sorgen um die Ortsansicht mache. Eines gehe nur, so Rosernberger: Lärmschutz oder keine Einschnitte in der Ortsansicht.

Nach mehr als 130minütiger Diskussion um viele Details sagte das Regierungspräsidium zu, dass auch alle elf Varianten, die für die strittigen Bauten in Nordstetten geprüft wurden, mit allen Unterlagen demnächst im Internet veröffentlicht werden. Laut OB Peter Rosenberger soll dann alles zum Wochenende hin auf horb.de abrufbar sein. Rosenberger: "Wir werden die zehn Ordner auch auslegen und die Bürger beraten, falls sie Fragen zu den Details haben."

Am 29. April wird es dann eine Informationsveranstaltung zur Hochbrücke geben.

Die entscheidende Frage stellte hier diesmal Stadrat Gerhard Fassnacht (CDU): "Die Verkehrsprognose bezieht sich auf das Jahr 2025. Rechnen Sie damit, dass die Brücke vorher fertiggestellt ist?"

RP-Referatsleiter Speer erklärte hierzu: "Wir wollen das Baurecht so schnell wie möglich erlangen. Wir rechnen damit, dass die Brücke vor dem Jahr 2025 gebaut wird."

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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