Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Horb a. N. Hochbrücke: Baubeginn wohl erst 2019

Von
Bei einem Bürgerinformationsabend gab es Neues zum geplanten Ausbau des Bahnübergangs Seewald. Foto: Lück

Horb-Grünmettstetten - Das Vereinsheim ist voll. Kein Wunder: Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat am Dienstagabend zur Bürgerinformation über den geplanten Ausbau des Bahnübergangs Seewald eingeladen.

Das 11,5-Millionen-Euro-Projekt – es wird endlich die nervige Engstelle zwischen Horb und Schopfloch auf der Bundesstraße beseitigen. Ein wichtiges Teilprojekt, damit die Fahrzeuge in Zukunft zwischen Freudenstadt, Horb über die Hochbrücke dann besser auf die Autobahn kommen. Im Jahr 2025 sollen es 14.400 täglich sein, so die Prognose.

Apropos Hochbrücke: Hier ist Nicolai Deveaux vom Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe eher skeptisch, ob der Baubeginn noch in diesem Jahr sein wird: "Es wird wohl eher nächstes Jahr werden. Weil die Bundesregierung sich erst so spät gebildet hat, wird der Haushalt erst im August fertiggestellt sein. Dann kann es sein, dass die endgültige Finanzierungszustimmung des Bundes für die Hochbrücke erst im nächsten Jahr erfolgt."

Volle Auftragsbücher

Axel Speer, Leiter des Straßenbaureferates: "Das ist aber nicht ganz so schlimm. Ob man die Arbeiten für die Hochbrücke im Herbst oder im Frühjahr beginnt – das dürfte in der jetzt geplanten Gesamtbauzeit von fünf Jahren nicht so die Rolle spielen."

Er ist eher gespannt, ob sich angesichts der boomenden Baukonjunktur genug Firmen finden, die für den planmäßigen Ablauf der Bauarbeiten an der Hochbrücke sorgen. Speer: "Wir merken derzeit bei anderen Straßenbauprojekten, dass die Auftragsbücher extrem voll sind."

Bauarbeiten noch lang hin

Beim im Vereinsheim diskutierten neuen Streckenabschnitt ist es bis zur Vergabe noch weit hin. Die Vorentwurfsplanung mit dem landschaftspflegerischen Begleitplan der 1700 Meter langen Strecke mit einer 225 Meter langen Brücke über der Bahnlinie soll im Herbst diesen Jahres fertig sein. Das Planfeststellungsverfahren soll im nächsten Jahr eingeleitet werden. Erst nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens und dem Beschluss über die Finanzierung durch den Bund können die Bauarbeiten starten.

Was sind die wichtigsten Verbesserungen durch die Brücke? Nicolai Deveaux: "Die Straßenbreite wird so konzipiert wie zwischen Dornstetten und Schopfloch." Heißt konkret: Statt wie bisher maximal 3,50 Meter Breite pro Fahrbahn werden es jetzt zwischen 5,50 und 6 Meter werden.

Neues Abfahrtsohr

Der Knotenpunkt Richtung Bittelbronn und Grünmettstetten wird voll ausgebaut. Heißt: Vor der jetzigen Abfahrt Richtung Bittelbronn und Grünmettstetten aus Richtung Freudenstadt wird ein neues Abfahrtsohr Richtung Bittelbronn gebaut. Ziel dabei: Das Linksabbiegen auf der Straße zwischen Bittelbronn und Grünmettstetten soll dann vermieden werden (wir berichteten).

Auch vor Ort in Grünmettstetten: Horbs Stadtrat Michael Laschinger (CDU). Er war im vergangenen Sommer mit dabei, als der damalige parlamentarische Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums Norbert Barthle (CDU) verkündete, dass die Planung für das "Grünmettstetten-Projekt" schon vorgezogen wird, obwohl die damalige Landesstraße 370 noch nicht zur Bundesstraße umgewidmet worden war. Um für die nächsten Lücke den Turbo einzulegen (wir berichteten).

Laschinger fragt: "Der Ausbau endet vor der Kreuzung Kapellenhöfe Richtung Altheim beziehungsweise Rexingen. Eigentlich hatte der Landkreis gehofft, dass auch gleich diese Kreuzung mit dem Neubau der Kreisstraße von Rexingen her gleich mit gemacht wird. Warum ist das nicht auf dem Plan?"

Straßenbauamtsleiter Speer: "Diese Kreuzung betrifft den zweiten Bauabschnitt. Wir sind hier bei der Vorplanung in einem relativ frühen Stadium. Wir wissen derzeit noch nicht, wie die Trassierung zwischen dem Ende der jetzt vorgestellten Planung und dem Anschluss an die Landesstraße 355 B östlich vom Industriegebiet Heiligenfeld laufen wird. Der Kreis wird deshalb seine Straße ausbauen. Unter Umständen werden wir dann den Knotenpunkt umgestalten."

Planung geht von vorn los

Deveaux hatte vorher diesen zweiten Bauabschnitt an die Wand projiziert. Mit der Trasse aus dem Jahr 2000. Damals wurde die neue Bundesstraße durch eine Überführung zwischen Rexingen und Altheim überspannt.

Deveaux erläutert: "Heute gelten ganz andere Gesetze. Die damalige Trasse können wir so nicht mehr verwenden. Wir müssen alles von vorne planen. Deshalb haben wir nur einen Korridor eingezeichnet, innerhalb dessen die neue Straße liegen muss. Die Umweltverträglichkeitsprüfung wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen. Die Auswertung steht noch aus.

In einem Scoping-Verfahren werden die unterschiedlichen Varianten dann weiter besprochen. Um zu klären, welche von diesen möglichen Straßenführungen wie weit im Detail untersucht werden. Die Vorplanung soll im Jahr 2019 fertiggestellt sein."

Dritte Überholspur

Die gute Nachricht für diesen zweiten Bauabschnitt zwischen (fast) der Kreuzung Kapellenhöfe und oben am Industriegebiet –­ hier wird es eine dritte Überholspur geben, so Deveaux. Den frühestmöglichen Baubeginn dafür schätzt er auf "sehr optimistisch" 2025. Eher frühestens 2026.

In Grünmettstetten allerdings umstritten: die Konsequenzen aus der Bahnbrücke. Denn: Alle bisherigen Anschlüsse an die Straße sollen dann gekappt werden. Deveaux: "Bei diesem Ausbaustandard dürfen Feldwege und Gemeindestraßen nicht direkt angebunden werden. Die Feldwege werden parallel geführt. Die Zerschneidung der Feldwege gibt die Bahnlinie vor."

Heißt konkret: Die neuen Feldwege machen irre Kurven –­ beispielsweise von der engen Kurve hinter dem Bahnübergang Richtung Freudenstadt in einer Schlaufe Richtung Süden an den Bahngleisen, bis es dort an irgendwann wieder zurückgeht Richtung Rötehöfe (Maislabyrinth).

Panetta empört

ULH-Stadtrat Rodolfo Panetta empört das: "Ich werde rechtlich alles tun, um gegen die neue Planung vorzugehen. Denn weil man nicht mehr über Seehaus auf die Straße kommt, hat das schwerwiegende Folgen für alle, die auf der Halde wohnen. Das wird eine Katastrophe, die noch die zukünftige Generation bereuen wird!"

Karl Kocheise, Ortsvorsteher von Grünmettstetten: "Wir haben im Ortschaftsrat einstimmig für diese Planungen gestimmt. Weil aus der Halde Bedenken gekommen sind, dass eine Anbindung über Seewald mehr Verkehr anziehen würde. Aus diesem Grunde hat sich der Ortschaftsrat entschieden, dass man diese Zufahrt nicht braucht."

Umweg für Anwohner

Axel Speer vom RP: "Der Umweg ist nicht so, dass er von den Anwohnern nicht getragen werden könnte. Wir nehmen das aber mit." Und was sagt Rexingens Ortsvorsteherin Birgit Sayer dazu, dass es die große Kreuzungs-Lösung vorerst noch nicht kommt?

Sayer: "Für uns ist wichtig, dass die Kreisstraße nach Rexingen endlich ausgebaut wird. Dabei wird auch die Zufahrt nach Altheim verbessert. Wenn die Trasse der späteren Bundesstraße noch nicht feststeht, macht ein endgültiger Ausbau noch keinen Sinn."

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

Flirts & Singles

 
 

Angebot der Woche

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.