Viele Lastwagen fahren täglich ins Heiligenfeld – aber das Gleis für den umweltfreundlicheren Gütertransport wächst zu. Foto: Lück

Minister Hermann will Güterverkehr auf Schiene verlagern. Land plant mit Partnerfirmen.

Horb - Seit Jahren gammelt das Industriegleis im Heiligenfeld vor sich hin. Jetzt gibt es einen ersten Durchbruch: Land und Stadt teilen sich die Kosten für die Vorplanung, damit ein Container-Umlageterminal gebaut werden kann.

Diese gute Nachricht für Horb kommt am Montagmittag.

Horbs Stadtoberhaupt Peter Rosenberger: "Wir als Stadt haben ein großes Interesse und sind einer der Treiber dieses Terminals. Wir sind froh, dass wir es geschafft haben, bei einem Termin in Stuttgart einen weiteren Schritt zu gehen."

Das Umschlagterminal für Container soll am Ende des Industriegleises hinter Leuco entstehen.

Stadt und Land teilen sich Kosten

Konkret: Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat zugesagt, dass er die Kosten für die Vorplanung gemeinsam mit der Stadt Horb übernimmt. Laut Rosenberger belaufen sich diese Kosten auf insgesamt 150.000 Euro. Für Horb verbleiben 75.000 Euro.

Rosenberger : "Weder Land noch Stadt sind dafür eigentlich zuständig. Wir wollen die Planungen aber jetzt starten, damit es bald weitergeht. Aktuell gibt es für den Aufbau der notwendigen Bahn-Infrastruktur zwischen Hochdorf und Heiligenfeld zwar noch kein Geld in den Haushaltstöpfen. Das Land hat für das Güterumschlags-Terminal in Horb schon fünf Millionen Euro angemeldet."

Insgesamt, so Rosenberger, dürfte es nach jetzigem Planungsstand zwischen sieben und acht Millionen Euro kosten, die Schienen und Gleise so herzustellen, dass der Güterverkehr nach und von Horb auch richtig auf die Schiene kommt.

"Entscheidender Schritt getan"

Deshalb ist es wichtig, dass auch Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, beim Projekt mit an Bord ist. Die Horber kennen ihn vom Spatenstich für die Hochbrücke von vor einem Jahr.

Jetzt sagt er zum geplanten Container-Terminal: "Wir wollen mehr Güter von der Straße auf die umweltfreundliche Schiene verlagern. Dafür fördern und unterstützen wir den Kombinierten Verkehr – so auch in Horb. Die Anlage wollen wir gemeinsam mit den Partnern vor Ort auf den Weg bringen. Dafür ist nun ein entscheidender Schritt getan."

Auch die Deutsche Bahn ist mit an Bord, so Bilger. Die DB Netz übernimmt rund 15 Prozent der Kosten und hat darüber hinaus das Projekt bereits mit der Beauftragung und Finanzierung einer Machbarkeitsstudie im Februar 2019 unterstützt.

Allerdings heißt es in der Pressemitteilung: Es bestehe Einigkeit, dass dieses Finanzierungsverhältnis keine Vorfestlegung für die späteren vertieften Planungs- und Umsetzungsschritte darstelle. "Alle Partner unter Einschluss des Bundes werden sich um eine gemeinsame Finanzierung der späteren Umsetzung bemühen."

Der Landesverkehrsminister Winfried Hermann ist jedenfalls mit an Bord. Er hatte damals schon für das geplante Güterumschlags-Terminal in Eutingen gekämpft. Das wurde von den Bürgern abgeschmettert. Jetzt sagt Hermann: "Mit der Realisierung des Projekts soll ein sichtbares Zeichen für das klima- und umweltpolitische Ziel der weiteren Verlagerung von Güterverkehr auf die Schiene in der Region gesetzt werden. Mit diesem Projekt ist nun in Reichweite, dass im wirtschaftsstarken Raum südlich von Stuttgart ein eigenes Umschlagterminal für den Kombinierten Verkehr Schiene-Straße geschaffen werden kann."

Und auch Speditionsunternehmer stehen schon bereit, um ihren Teil der Investitionen zu stemmen. In der Pressemitteilung werden die Spedition Kußmaul, die Firmengruppe Gförer und die Gebr. Schuon Logistik genannt. Sie wollen laut Rosenberger dann das eigentliche Umschlagterminal finanzieren, um die Logistik aus dem Landkreis und für den Landkreis über die Schiene abzuwickeln. Das Umschlagterminal für Container soll am Ende des Industriegleises hinter Leuco entstehen.

Woher nimmt Horb das Geld, um die Vorplanung zu unterstützen? OB Rosenberger: "Es ist schon da. Im Haushalt der Stadtwerke sind Mittel eingestellt für die Sanierung der Weiche des Industriegleises in den nächsten Jahren. Dieses Geld werden wir jetzt für unseren Anteil an der Vorplanung nehmen."