Plant mit seinem Vater das "Quartier 77": Johannes Kiefer. Foto: Hopp

Edwin und Johannes Kiefer bauen "Quartier 77" mit Tagungszentrum, Restaurant, Bühne.

Horb - Wird jetzt die nächste Lücke in der großen Kreisstadt gefüllt? Edwin und Johannes Kiefer sind gerade dabei, in der Kaserne ein Tagungszentrum aufzubauen.

Die ehemalige Großküche in der Kaserne im alten Gebäude 6b direkt am Exerzierplatz. Horbs Wirtschaftsförderer Axel Blochwitz: "Wir freuen uns, dass eine weitere Angebotslücke in Horb jetzt geschlossen werden kann." Und zur räumlichen Kapazität des geplanten Zentrums sagt er: "Bei den Firmen fallen mir nur Fischer oder Leuco ein. Volz müsste schon eine Halle sperren, um dort eine Tagung durchführen zu können." City-Manager Thomas Kreidler: "Für mich ist das Konzept schlüssig. Es tut der Stadt gut, auch im Bereich Tagung oder Kongress etwas anbieten zu können."

Und das, was die beiden Kiefers (Vater Edwin und Sohn Johannes) da planen, ist sehr clever und flexibel.

Beide haben einen Pachtvertrag mit der Stadt abgeschlossen. Damit haben sie gut 600 Quadratmeter der untersten Etage. Genau in den Räumlichkeiten, wo das erste Speed-Dating für Flüchtlinge war und wo auch der "Rock gegen Gewalt" gespielt wurde.

Johannes Kiefer, bekannter Barkeeper, Cocktail-Spezialist und Inhaber der "Kulisse": "Ich habe einen Ort gesucht, wo ich Veranstaltungen machen kann, für die die Kulisse zu klein ist. Dabei bin ich hier auf die Kaserne gestoßen. Bei Rock gegen Gewalt hat man auch gemerkt, dass die Fenster richtig schalldicht sind."

Und so reifte die Idee zur Eventlocation "Quartier 77" heran. Die Grundidee: Die Räumlichkeiten unten so aufzuteilen, dass man hier einen Mix für Events, aber auch Fortbildungen und Tagungen anbieten kann.

Schon der Grundriss ist sehr geschickt: In der Mitte der Treppenaufgang. Ganz links und rechts sind große Räumlichkeiten. Hier, so Edwin Kiefer, werden jeweils zwei große Räume mit modernster Tagungstechnik eingebaut. Drahtlose Mikros, App-Steuerung der Technik, eingebauter Beamer und akustisch optimierte Decke sind selbstverständlich.

In den großen Raum, in dem auch das Speed-Dating war, passen zwischen 130 und 140 Personen – mit Tischen und Stühlen. Im zweiten Raum ist Platz für 60 bis 80 Personen.

Johannes Kiefer: "In den ersten Überlegungen wollten wir nur eine Bar einbauen. Und ein Catering-Unternehmen engagieren. Doch dann haben wir uns entschieden, selbst ein Restaurant zu machen."

Für Küche, Kühl- und Lagerräume ist auch noch genug Platz auf der Etage. Und damit haben die Kiefers das dritte Element, um ihr "Quartier 77" zu beleben.

In der Kaserne sollen sich demnächst bis zu 1000 Personen aufhalten

Edwin Kiefer: "Wir haben vor, hier auch einen Mittagstisch zu bieten." Und der könnte funktionieren. Laut Wirtschaftsförderer Axel Blochwitz tummeln sich auf dem Kasernengelände (ahg-Gebäude, Physio-König, Gründer und DHBW-Studenten) demnächst bis zu 1000 Personen.

Dazu kommt: Unternehmer Jörg Helber will in Gebäude 3 der Kaserne ein Apartment-Hotel mit 45 bis 65 Gästebetten umbauen. Johannes Kiefer: "Hier hat es schon erste Kooperations-Gespräche gegeben."

Und die Kiefers geben richtig Gas. Edwin Kiefer: "Wir sind zuversichtlich, dass wir die Bauarbeiten im Dezember fertig haben werden. Aber bei solch einem Umbau-Projekt kann man das nie so genau planen."

Ob dann schon das Essensangebot steht, ist noch unklar. Johannes Kiefer: "Wir suchen derzeit einen Küchenchef, der uns das passende Essenskonzept bieten kann." Im nächsten Sommer soll es dann noch eine Außenbestuhlung mit Erlebnisgastronomie geben. Johannes Kiefer: "Auch hier ist das Konzept noch nicht beschlossen."

Das heißt: Die Kiefers wollen das neue Veranstaltungszentrum –­ welches sich auch für Kleinkunst, Konzerte oder Theater eignen soll – erst mal baulich stehen haben. Vater Edwin Kiefer: "Ich stelle mir jedenfalls vor, dass wir erst dann eröffnen, wenn alles inklusive der Küche steht."

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