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Horb a. N. Gewerbegebiet Ahldorf ist vom Tisch

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16 Hände gehen hoch – die Entscheidung: Der Gemeinderat lehnt die weitere Planung mit Zweidrittelmehrheit ab.  Foto: Lück

Horb - Kurz nach Mitternacht fiel die Entscheidung gegen ein Gewerbegebiet auf der Gemarkung Ahldorf: Mit 16 Gegenstimmen wurden die künftigen Planungen in diesem Gebiet verworfen – und das für alle Varianten.

Vorausgegangen war eine gut sechsstündige Sondersitzung des Gemeinderats mit vielen Gutachter-Statements und teilweise hitzigen Schlagabtauschen zwischen einzelnen Stadträten und Oberbürgermeister Peter Rosenberger. Das Stadtoberhaupt hatte an seiner Meinung zum Gewerbegebiet Ahldorf eisern festgehalten, obwohl ihn ein Großteil seiner CDU-Hausmacht die Gefolgschaft verweigerte.

Vorschlag der CDU: erst mal abwarten

Die CDU-Fraktion hatte zuvor einen Kompromiss-Antrag gestellt, die Planungen für ein Gewerbegebiet Ahldorf auf Eis zu legen – mit der Option, es in einigen Jahren noch einmal zu diskutieren. CDU-Stadtrat Fridolin Weckerle hatte es damit begründet, dass man zunächst die Entwicklung des interkommunalen Gewerbegebiets in Empfingen und die weitere Entwicklung im Heiligenfeld abwarten möchte, um dann zu wissen, ob überhaupt noch Bedarf an weiteren Gewerbeflächen bestehe. Dieser Antrag wurde allerdings mit großer Mehrheit abgelehnt. BiM-Fraktionschefin Christina Nuss hatte genauso wie andere Stadträte klar gemacht, dass sie nun eine endgültige Entscheidung anstreben.

Die CDU-Stadträte Michael Keßler, Ulrich Beuter, Gerhard Fassnacht und Diana Hübl stimmten schließlich zusammen mit der BiM, der OGL, der SPD und Hermann Walz von der ULH gegen die Ahldorf-Planungen. Nur Weckerle und seine CDU-Kollegen Götz Peter und Hans Schmid sowie die komplette FD/FW-Fraktion stimmten mit Rosenberger für die Weiterplanung.

"Ablehnung geht durch alle Bevölkerungsschichten"

Der Ahldorfer Keßler hatte zuvor tiefe Verwerfungen zwischen der Stadtspitze und Teilen der CDU deutlich gemacht. Er selbst sei sehr verwundert gewesen, als plötzlich seitens der Verwaltung eine zweite Variante ins Spiel gekommen sei. Danach führte er eine lange Liste von Argumenten auf, die gegen ein Gewerbegebiet in Ahldorf sprechen – unter anderem auch das Votum des Ortschaftsrats in Ahldorf 2017 – damals noch ohne starke Bürgerbeteiligung sowie die über 80-prozentige Ablehnung der Grundstückseigentümer zu verkaufen. "Die Ablehnung gegen eine Gewerbegebiet an dieser Stelle geht in Ahldorf quer durch alle Bevölkerungsschichten", so Keßler.

Zuvor hatte auch das Umwelt-Gutachten für Bedenken gesorgt. Der Gutachter des beauftragten Büros Gfrörer, Rainer Schurr, erklärte auf Nachfrage, dass das Gebiet "Hau und Holzwiese" das sensibelste der vorgelegten Varianten im Bereich Artenschutz sei und nur mit hohem Aufwand zum Gewerbegebiet umfunktioniert werden könne – allerdings mit der Gefahr, dass weitere artenschutzrechtliche Bedenken auftauchen könnten.

Bürgerinitiative feiert klaren Sieg

Gegen die neue, erst wenige Tage vor der Sitzung aus dem Hut gezauberte Variante sprach laut Gutachten vor allem die Topographie des Geländes. Massive Begradigungen seien nötig. "Das Gewerbegebiet würde sich auf einem Plateau befinden, von dem man auf die Ortschaft Ahldorf runterschauen würde", kritisierte CDU-Fraktionschef Keßler. Er und sein Fraktionskollege Gerhard Fassnacht warben für eine Gewerbegebiets-Planung auf dem ehemaligen Tuppenübungsplatz und warfen der Verwaltung mangelnden Willen vor, dieses Gebiet näher in Betracht zu ziehen. Rosenberger widersprach und erklärte, dass die Äußerungen des Bundes kein positives Signal geben würden.

Nach der Sitzung feierte die Bürgerinitiative Hau und Holzwiese im Freien vor der Halle mit einem Bierchen, Masken und Corona-Abstand den unerwartet klaren Sieg. Nuss, die Applaus erhält, als sie aus der Halle kommt: "Ich bin happy, dass wir es geschafft haben. Ich freue mich so, dass es endlich mal einen Beschluss gegen Flächenverbrauch gegeben hat."

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