Adieu Horb, tschüss Künstlerhaus: Monika Golla, die bislang promineteste Bewohnerin, übergibt den Schlüssel an Peter Kramer, den Hausmeister des Künstlerhauses. Foto: Lück Foto: Schwarzwälder-Bote

Peter Kramer vom Künstlerhaus-Förderverein vermisst sie schon jetzt / Das Rote Sofa ist schon weg

Von Jürgen Lück

 

Horb. Der grüne VW Lupo ist total vollgepackt. Eine Tüte liegt sogar über dem Tachometer.

Gestern, 15 Uhr. Peter Kramer vom Förderverein des Künstlerhauses ist gekommen, um die Schlüsselübergabe zu machen. Monika Golla zieht aus, und er drückt ihr eine Flasche Wein in die Hand. Er sagt: "Wir werden sie vermissen. Sie war ein belebendes Element im Künstlerhaus. Wir hätten es nicht besser treffen können als mit Monika."

Und Monika will langsam los. Ob alles besenrein ist, will Kramer gar nicht kontrollieren: "Da vertraue ich ihr." Schnell noch in den Keller, den Strom ablesen. Dann fährt Kramer mit dem Schlüssel davon.

Zeit für Monika Golla, den Schwabo-Reporter noch um eine Zigarette zu bitten. Sie erzählt: "Das rote Sofa habe ich auch mitgenommen. Keiner der bisherigen Künstler wollte es übernehmen."

Golla hatte das rote Sofa im Künstlerhaus – ähnlich wie in "Wetten dass" – als Mittelpunkt ihrer Künstlertreffen gemacht. Die Künstlerin hatte es geschafft, in den drei Jahren ihres Aufenthaltes in Horb nicht nur ihr Rotes Sofa zum Kulminationspunkt für die Horber Kreativen zu machen, sondern auch mit vielen eigenen Aktionen wie dem klingenden Tannenbaum oder dem Medienkunstpreis auch ein exzellentes Netzwerk zu der Händlerschaft rund um den Marktplatz aufzubauen.

Ein Zug. Der nächste. Dann sagt sie: "Ich muss jetzt den restlichen Umzug in mein Zwischenlager bringen. Morgen will ich noch die Klänge für die Jedermann-Aufführung auf dem Marktplatz von Doro Jakubowski fertigmachen. Die brauchen die am Wochenende zur Probe."

Am Mittwoch dann gibt es mal Kurzurlaub. Zwar reicht es nicht für das von der Golla so geliebte Meer, sondern nur für das "Schwäbische Meer", also den Bodensee.

Die Künstlerin: "Ich muss unbedingt den Kopf frei bekommen. Nächste Woche stehen weitere Verhandlungen an mit der Chance, eine neue dauerhafte Bleibe zu finden."

Bisher hat sie ihr Equipment beim Wachendorfer "Luftikus-Künstler" Frank Fierke abgestellt. Doch die Golla sucht eine dauerhafte Bleibe mit Atelier, um ihre künstlerische Arbeit weiter zu machen.

Vielleicht tut sich ja was nach dem Urlaub am Bodensee? Monika Golla drückt die Zigarette aus: "Es wird schon was gehen. Wetten dass?"

Wir sind gespannt.