Fleißig am Auszählen: Veronika Maier (rechts) und Brigitte Linder werteten im Horber Rathaus einen Teil der Stimmzettel aus. Foto: Hopp

Die Roten verlieren zwei Sitze. CDU gewinnt Stimmen und verliert einen Sitz. FD/FW bleibt zweitstärkste Fraktion.

Horb - Der große Verlierer ist die SPD. Die großen Gewinner sind Grüne, Republikaner und Hermann Walz mit seiner Unabhängigen Liste Horb.

Die Verlierer: CDU und SPD. Die CDU gewann zwar bei den Wählerstimmen noch einmal 2,2 Prozent, trotzdem verloren die Konservativen einen Sitz im Gemeinderat und haben jetzt nur noch zwölf statt 13 Abgeordnete.

CDU-Fraktionschef Gerhard Munding: "Ich bin nicht zufrieden. Wir haben einen Sitz an die Gruppe in Talheim verloren. Ich bin auch überrascht darüber, dass die Reps einen zweiten Sitz im Gemeinderat bekommen haben." Auch die SPD muss kräftig Federn lassen: Die Roten verlieren zwei Sitze im Gemeinderat und haben mit 15,9 Prozent 5,2 Prozentpunkte weniger als bei der letzten Kommunalwahl.

Fraktionschef Thomas Mattes: "Ich denke, der Tod von Axel Lipp hat unsere Fraktion getroffen. Durch seine Persönlichkeit hat er offenbar viele Wähler an die SPD binden können. Dennoch bin ich froh, dass unsere Kandidaten gute Einzelergebnisse erzielt haben. Durch den Mix von vier erfahrenen Gemeinderäting und der neuen Viviana Weschenmoser werden wir dennoch frischen Schwung in den Gemeinderat bringen – da bin ich mir sicher."

Die FD/FW-Fraktion konnte mit 0,4 Prozentpunkte auf 28,6 Prozent der Stimmen leicht zulegen, bleibt zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat und behält neun Sitze wie bisher.

Daniel Wochner (FDP): "Wir sind deutlich als zweitstärkste Fraktion bestätigt worden. Wir konnten noch etwas zulegen – leider nicht bei den Sitzen."

Schock bei den Großen, Freude bei den Kleinen. Die Grünen holten mit 9,2 Prozent lediglich etwas mehr als einen Prozentpunkt mehr Stimmen, gewannen aber im Gemeinderat einen Sitz dazu. Mit Markus Pagel (3184 Stimmen), Elisabeth Schneiderhan (3143 Stimmen) und Ilse Breitmaier (3106 Stimmen) erreichen die Grünen jetzt Fraktionsstatus.

Von dem neuen Zählverfahren profitieren am deutlichsten die Republikaner. Sie verloren bei den Wählern sogar um 0,7 Prozentpunkte von 5,4 auf 4,8 Prozent, trotzdem ziehen sie gleich mit zwei Abgeordneten in den Gemeinderat ein. Auch Hermann Walz profitiert. Der bekannte Paket-Zusteller aus Talheim konnte mit seiner "Unabhängigen Liste Horb" 2,3 Prozent holen und erreichte 2365 Stimmen. Jetzt darf er im Feuerwehrhaus Platz nehmen.

Bei der diesjährigen Gemeinderatswahl wurde das Zählverfahren von d’Hondt auf das "Sainte-Laguë-Verfahren" umgestellt. Wolfgang Kronenbitter: "Diese Rechnungsmethode begünstigt bei der Sitzverteilung die kleineren Gruppierungen."

OB Peter Rosenberger nimmt das zum Anlass, um leise Kritik an der Grün-Roten Landesregierung zu üben: "Als die Landesregierung das neue Verfahren eingeführt hat, wurde sicherlich beabsichtigt, dass kleinere Gruppierungen mehr Gewicht bekommen. Dass in Horb davon die Republikaner profitieren, war sicherlich nicht deren Absicht." Laut Rosenberger hätten die Reps nach dem alten D’Hondt-Verfahren wie bisher einen Sitze behalten, die FD/FW einen Sitz mehr bekommen und auch die CDU hätte 13 statt zwölf Sitze gehabt. Rosenberger: "Mir tut es für die Kandidaten leid, die knapp gescheiert sind." Dazu gehören Michael Keßler (CDU, 40 Stimmen zu wenig) und Peter Haipt (FD/FW, 15 Stimmen zu wenig). Rosenberger: "Ich möchte allen gewählten Gemeinderäten gratulieren und biete allen eine konstruktive Zusammenarbeit an. Ich denke, damit haben wir eine gute Basis für einen Start mit neuen Impulsen."

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