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Horb a. N. Gastronomen sitzen auf Gran Canaria fest

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Daniela Stockburger und Carsten Müller saßen täglich in ihrem Hotelzimmer auf Gran Canaria fest. Jetzt sind sie wieder zu Hause. Foto: Lück

Horb - Daniela Stockburger und Carsten Müller sind die Gastronomen des Gleis Süd und der Alten Küche. Sie hat die Corona-Krise gleich mehrfach getroffen. Trotzdem sagen beide: "Jetzt merkt man, was wirklich wichtig ist."

Die beiden Gastronomen haben eine buchstäbliche Corona-Odyssee hinter sich: Im Urlaub wurden sie in die Hotel-Quarantäne geschickt. Mussten von Gran Canaria aus Maspalomas telefonisch versuchen, die Gastro-Krise durch die per Verordnung durchgesetzten Beschränkungen zu steuern. Jetzt mussten die beiden Kurzarbeit für einen Teil ihrer Mitarbeiter anmelden. Bangen wie viele, wie lange die Schließung noch geht. Und sagen: "Man wird sich jetzt bewusst, was eigentlich wichtig ist." Die Corona-Krise – sie überfiel die Gastronomen auf Gran Canaria. Carsten Müller: "Wir hatten den Urlaub ab 11. März für 10 Tage gebucht. So etwas machen wir immer, um Kraft für die kommende Sommersaison zu tanken. Auch mein Sohn und seine Freundin waren dabei – und ich habe mich darauf gefreut, mich mit ihm intensiv auszutauschen."

Hotelstrand wird gesperrt

Doch nach vier Tagen ging die Corona-Krise los: Hotelquarantäne. Carsten Müller: "Am ersten Tag war der Hotelstrand gesperrt. Dann durfte man nur noch in die Apotheke und Lebensmittel einkaufen. Am Tag danach sollte man auf dem Zimmer bleiben und konnte nur noch zum Essen raus. Später dann wurde man im Hotel zum Essen in Schichten eingeteilt. Wir waren in Zimmerquarantäne – und unser Balkon lag im Schatten. Doch das war alles nicht so schlimm.

Dann kam das Wochenende, wo sich die kommenden Verordnungen der Restaurant-Schließungen in Baden-Württemberg schon abgezeichnet haben. Müller: "Wir hatten nur das Telefon, um mit unserem Team zu entscheiden, wie es weitergeht. Und wir saßen auf der Insel fest. Wir haben zwar versucht, früher zurück zu Fliegen, aber da hatten wir keine Chance."

Täglich festsitzen auf dem Hotelzimmer. Weit weg, obwohl es zu Hause in Horb sozusagen brennt. Und wichtige Zukunftsentscheidungen getroffen werden müssen.

Müller: "Unser Team steht voll und ganz hinter dem Gleis Süd und hat sich voll eingebracht. Von Gran Canaria aus haben wir mit unseren Mitarbeitern besprochen wie wir weiter machen. Eigentlich durften wir zu diesem Zeitpunkt noch bis 18 Uhr geöffnet haben. Doch wir haben alle gemeinsam beschlossen: Das machen wir nicht. Einstimmig. Bei mehr als 30 Gästen im Lokal ist das alles viel zu riskant und schwierig – vor allem, was die Vermeidung einer möglichen Ansteckung anbelangt. Wir haben gemeinsam beschlossen, wenigstens abends einen Liefer- und Abholservice anzubieten, damit wir ein paar Löhne zahlen zu können."

Denn klar war den beiden Gastronomen auch: Eine schwere Entscheidung. Denn: Festangestellte bekommen 60 Prozent Kurzarbeitergeld. Ein herber Einschnitt. die Aushilfen Unsere Hauptsorge war und ist: Das Personal und das Team zusammenzuhalten. Jeder muss einigermaßen über die Zeit kommen!"

Am Samstag, 21. März, dann endlich der Rückflug nach Horb. Müller: "Das hat alles reibungslos geklappt. Der Bus war nicht überfüllt, am Flughafen war wenig los."

Der Lieferservice läuft

Zurück in Horb – direkt am Gastro-Krisenherd. Carsten Müller: "Ich habe dann gleich mit Wochenbeginn Anträge gestellt – und mit den Banken Gespräche geführt. Super, was jetzt an Soforthilfe geleistet wird seitens der Bundesregierung. Martin Straub hat mich angerufen und hat mir erzählt, dass sein Abholservice am Sonntag super gelaufen ist. Das freut mich und macht uns natürlich allen Mut! Es zeigt uns, dass in der Bevölkerung das Bewusstsein da ist, wie wichtig es ist, uns als Gastronomen und Kleinbetriebe zu unterstützen."

Und jetzt? Der Lieferservice vom Gleis Süd läuft. Carsten Müller ist jetzt nicht mehr nur Chef, sondern auch Fahrer. Er sagt: "Das ist eine tolle Erfahrung. Du bekommst gleich die Resonanz von den Gästen!" Doch wie lange können Gastronomen wie Stockburger und Müller den "Shutdown" noch durchhalten? Müller: "Die Verordnungen des Landes gehen bisher bis zum 15. Juni. Meine Hoffnung ist, dass wir danach vielleicht wieder durchstarten können."

Doch in der jetzigen Krise sieht Carsten Müller auch eine Chance: "Wir haben vorher noch debattiert über Sachen wie die Toilette für das dritte Geschlecht. Ich hoffe, dass wir uns alle durch die Krise wieder erden. Denn solche Sachen sind das kleinste Problem im Verhältnis zu allem anderen wie Gesundheit, Freunde oder Familie. Ich bin mir bewusst geworden, was wirklich wichtig ist. Und eins ist den Gastronomen ganz wichtig. Müller: "Mir ist ein persönliches Anliegen, den Bürgern zu sagen: Nutzt diese Angebote der Horber Gastronomen, damit wir nach der Krise auch noch für Euch da sein können. "

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