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Horb a. N. Früher auf dem Fahrrad zu den Hausbesuchen gefahren

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Horb-Dettingen (mh). Letzten Samstag starb im Alter von 98 Jahren die einstige Dettinger Landärztin Brunhilde Straubinger, geborene Kremer. Am heutigen Samstag ist in der Dettinger Pfarrkirche St. Peter um 11 Uhr das Requiem mit Beerdigung.

Straubinger wurde am 13. August 1914 in Gladbeck (Westfalen) als Tochter eines Bauunternehmers geboren. Sie wuchs als Älteste mit vier Geschwistern auf. 1933 absolvierte sie ihr Abitur. Medizin studierte sie in Freiburg, München, Kiel und Düsseldorf. Nach ihrem Staatsexamen 1938 folgten ihre Assistenzjahre in Gelsenkirchen. Später wurde sie dienstverpflichtet und war in der Chirurgischen Abteilung der Klinik Friedrichshain in Berlin. 1942 wechselte sie zur Frauenklinik nach Essen. Die Assistentenjahre endeten für Straubinger in Remscheid. 1940 heiratete sie den Arzt Peter Straubinger. 1944 kam Sohn Hartmut auf die Welt, der seit 1972 Missionspater in Brasilien ist. Ihr Mann kam im Krieg in Gefangenschaft, aus der er 1946 zurückkehrte. Das junge Doktorenpaar zog nach Dettingen und eröffnete eine klassische Landarztpraxis in der Kreuzstraße. Zu Beginn standen unzählige Hausbesuche an. Zu denen fuhr Straubinger zunächst mit dem Rad, ihr Mann mit Motorrad nach Betra, Fischingen, Glatt, Dießen und Dürrenmettstetten.

Als sich das Ehepaar 1950 einen Volkswagen anschaffte, waren sie eine der ersten automobilisierten Familien im Dorf. Vier Kindern hat die beliebte Ärztin das Leben geschenkt, bei zig Geburten wurde sie als Geburtshelferin hinzugerufen. Straubinger hatte immer große Freude an ihrem Beruf. 1963 gründete sie die Akademie der Homöopathischen Ärzte in Bad Imnau mit. 2002 erhielt sie dafür eine Ehrenurkunde. Bei den monatlichen Zusammenkünften nahm sie bis ins Hohe Alter teil. Sie verwaltete auch die von ihr aufgebaute Bibliothek. Die Praxis führte sie während der Krankheit und nach dem Tod ihres Mannes alleine weiter.

Bis zum letzten Tag war sie geistig fit und an allem interessiert

Mit 73 Jahren übergab Straubinger ihre Praxis an Werner Bösch. Am liebsten widmete sie sich in ihrem Unruhestand der medizinischen und religiösen Literatur. Leider war es ihr nicht mehr vergönnt, ihr zweites Urenkelkind in den Arm zu nehmen. Nämlich das jüngste Enkelkind ihres Sohnes Bruno, der 1977 als Manager in die USA ausgewandert war. Ihr Sohn Winfried ist in der Nähe geblieben. Er lebt in Rottenburg und ist Zahnarzt wie ihre Tochter, die in Göppingen ihre Praxis hat. Allgemeinmediziner wie die Eltern wollte keines der Kinder werden. Wohl, weil sie früher zu jeder Tageszeit und oft nachts weggerufen wurden, meinte einmal schmunzelnd die Verstorbene. Auch ihre Enkelinnen, die Zwillinge Ines und Isabel, wurden Zahnärztinnen.

Ihren 90. Geburtstag sowie den 95. Geburtstag hat Straubinger groß mit Verwandten, Freunden und Bekannten gefeiert. Sie fühlte sich lange rüstig genug, kleinere und auch größere Autofahrten alleine oder mit ihren Kindern, Enkelkinder, beziehungsweise Freundinnen zu unternehmen. Eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen war nach wie vor nach Bad Imnau zu fahren in ihre Akademie homöopathischer Ärzte. Dort tauschte sie sich immer mit den Kollegen aus und lernte Neues dazu. Dies war eine wichtige Fügung in ihrem Leben und geradezu ein Lebenselixier. Großen Anteil nahm sie an den Hochzeiten ihrer Enkelinnen und war stolz, kräftig genug zu sein, sie genießen zu können. Auch wenn sich altersbedingte Schwächen bemerkbar machten, rappelte sie sich immer wieder auf und ging tapfer mit zwei Stöcken zu Fuß in die Kirche. Bis zum letzten Tag war sie geistig fit, und an allem in der Umgebung und in der Welt interessiert.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

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