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Horb a. N. Frische Töne aus der Welt des Rock

Von
Kim Herm und Matze Schneck von der Horber Band Blackpool singen ein Duo. Fotos: Wagner Foto: Schwarzwälder Bote

Bereits zum siebten Mal fand am vergangenen Samstag die Neuauflage des kleinen Benefiz-Festivals "Rock gegen Gewalt" im Steinhaus in Horb statt. Christian Ott (Musikschule Lautpegel) und Sascha Lopez (Jugendreferat der Stadt Horb) konnten bereits zu Beginn der Veranstaltung zahlreiche Musikinteressierte begrüßen.

Horb. Das Publikum fieberte dem Auftritt der ersten Band des Abends entgegen. Die Spendeneinnahmen des Konzerts sollen heuer dem Lions Club zugute kommen, der damit die Arbeit der deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) unterstützen will.

Mit insgesamt zwölf freiwilligen Helfern führte der Lions Club vor Ort eine Typisierung durch, für die pro Person 35 Euro aufgewendet werden mussten. Diese mussten selbstverständlich nicht vom potenziellen Spender entrichten werden, sondern wurden vom Lions Club übernommen. "Falls die Spende des Festivals diese Kosten nicht deckt, so freuen wir uns trotzdem für diesen Zweck unsere Kassen zu leeren", betonte Martin Killing vom Lions Club.

Den Anfang des Programms gestaltete die Stuttgarter Band The Journey Back, die mit ihrem Vollgas Punk-Rock das Publikum unterhielt. Den vier jungen Punkrockern war es ein besonderes Bedürfnis, die Benefizveranstaltung rund um das Motto mit ihrer Musik zu unterstützen. "Die Gesellschaft wird immer gewalttätiger. Die Menschen sind sprachlich entgrenzt und verstecken sich hinter ihrer Anonymität in Foren", stellte Schlagzeuger Jonas Arnold fest. Deshalb wollen die Punks unter anderem mit ihrem Song und gleichnamigen Albumtitel "Wake Up The World" die Gesellschaft aufrütteln. "So wie die Welt gerade tickt, kann es nicht bleiben", unterstreicht Frontmann und Bassist Mario Reiter die Botschaft des Songs. Mit ihrem energiegeladenen Auftritt erweckten die Musiker volle Aufmerksamkeit vom Publikum.

Als sehr hörenswert erwies sich der Titel "Any Lies", von abwechslungsreichen Taktwechseln und virtuosen Gitarrenspiel geprägt. Vor allem das Zusammenspiel der Gitarristen Jannik Köhler und Tobias Wengerek verlieh dem Song einen gewissen Ohrwurm-Charakter. "Der nächste Song geht richtig in die Beine", versprach Reiter den Gästen, bevor sie in typischer "Blink-182"-Manier mit "Jump" das Publikum beflügelten. Dies fiel auch dem Frontmann der nachfolgenden Band Blackpool – Matze Schneck – auf, welcher sich dankend an die Punks wandte: "Ich habe mich gefühlt wie in einem American-Pie-Film. Sehr gut, Jungs."

Nu-Metal neu belebt

Doch auch die Musiker von Blackpool entführten ihre Zuhörer in eine andere Musik-Epoche, welche Anfang der 90er vom Nu-Metal geprägt wurde. Für Horber Verhältnisse, wo einst der Heavy Metal die Szene dominierte, wirkt der Sound vom Blackpool jedoch geradezu erfrischend, auch wenn Kritiker den Nu-Metal längst als tot bezeichnen. Während weltbekannte Vertreter des Genres wie etwa Limp Bizkit ums Überleben kämpfen, hauchen Blackpool dem Stil neues Leben ein und dies mit hohen Lebenserwartungen.

"Der Hip-Hop ist gerade mehr denn je am Leben und viele Rapper tendieren mittlerweile zu einer Rockband im Hintergrund", verriet Schneck. Deswegen will die Band auch weiterhin verstärkt Hip-Hop-Elemente, die im Übrigen zu Bestandteilen des Nu-Metal zählen, in ihre Musik einbauen. Kritisch betrachtete Schneck die derzeitige Entwicklung der Horber Bandszene: "Diese Szene ist quasi nicht existent."

Umso wichtiger sind daher die kleinen Festivals, wo Musiker auch überregional Kontakte knüpfen können. Bei der Rocknacht in Nagold kam Schneck beispielsweise mit den Musikern von Cypecore ins Gespräch. Zwei Mitglieder der Band gründeten 2013 das Projekt Ultimate Music Covers (UMC), das binnen kürzester Zeit weltweit bekannt wurde. Mehr als 17 Millionen Aufrufe haben die Songs von UMC mittlerweile auf der Internetplattform Youtube erreicht, in welchen auch der Blackpool-Frontmann bereits drei Mal mitwirkte.

Dies blieb auch in Horb nicht unbemerkt, weshalb die Truppe um Mathias Kehle (Gitarre), Sebastian Scherrmann (Bass), Lukas Günter (Drums) und Leadsänger Schneck längst eine große Fangemeinde hinter sich weiß. Diese zeigte sich am Samstagabend auch dementsprechend euphorisch und brachte sich textsicher, gesanglich in die Songs der Band mit ein. Kraftvolle Rap-Parts, gepaart mit tiefen Power-Chord-Riffs, wummernden Bassläufen und fetten Hip-Hop-Beats machten die Absichten der Band getreu dem gleichnamigen Song deutlich: "Bringig it Back", und zwar den Nu-Metal nach Horb. Dennoch versteift sich die Crossover-Band nicht auf ihren Stil, was sie mit der Darbietung von "Good Goodbye" unter Beweis stellten. Der neue Song mit Rock-Balladen-Charakter überzeugte mit eingängigen Melodien, gefühlvollem Gesang und einem kraftvollen Refrain, in welchem sich die gesamte Band klanggewaltig entfalten konnte.

Musikalisch knüpften die Musiker mit dem Duett "Beauty and the Beast" hervorragend an. Schnecks Duett-Partnerin Kim Herm gastierte nicht nur auf dem ersten Album der Band "War Is Coming" (Oktober 2018), sondern gesellte sich auch am Samstag zu den Rockern auf die Bühne. Sehr zur Freude der Zuhörer, die sich sehr beeindruckt über die Kombination und Harmonie der Stimmen zeigten. "Jetzt ist die Zeit, um sich zu bewegen", stellte Schneck dem Publikum in Aussicht, was die Gäste bei "Face of the Rebellion" wohlwollend in die Tat umsetzten. Eine brachiale Metal-Hymne, die sich in eine wilde Doublebass-Orgie entwickelte und in eine Peinigung der Crush-Becken am Schlagzeug mündete.

Beim Mini-Rock dabei

Natürlich fieberten auch viele der Besucher dem Auftritt der Band "Brett" aus Hamburg entgegen. Mit Max Reckleben (Gesang, Gitarre), Stefan Schulten (Drums), Laurenz Gust (Bass) und Felix Stackfleth (Gitarre, Background) holte sich der Veranstalter Musiker auf die Bühne, die bereits beim Mini-Rock-Festival für Begeisterung sorgten. So auch am vergangenen Samstag: Deutsche Texte, verpackt in einem kraftvollen Stoner-Rock-Sound, abgerundet mit kratzigen, rauchigen sowie souligen Vocals. Die musikalische Vielfalt und das Können der Band spiegelte sich unter anderem auch in der Spielart von Gitarrist Stackfleth wider. In seinen furiosen Gitarrensoli nutzte der Musiker das Hybridpicking, wie es auch die Musik-Legende Mark Knopfler anwendet. So verschwand das Plektrum während der Soli in der Hand des Gitarristen, während dieser in ein Zupfen der Saiten mit den Fingern wechselte.

Für große Begeisterung beim Publikum sorgten unter anderem die Titel "Das mit dem Hund tut mir Leid" sowie "Ein schöner Tag, schade dass Krieg ist". Frontmann Reckleben verarbeitete darin persönliche Gefühle und widmete sich dabei ebenso gesellschaftlichen Themen. Sehr erfreut äußerte sich der Leadsänger über die Typisierungsaktion im Rahmen des Festivals: "Diese Stammzellenspenden sind international. Ich finde, das ist eine schöne Botschaft, die uns sagt, dass Menschen auf der Welt gleich sind."

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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