Hauptversammlung: Ehemalige Synagoge Rexingen und Jüdischer Betsaal zählen 2017 rund 2400 Besucher

Auf ein besonderes Jahr blickt der Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Rexingen, denn heuer wird das 80-jährige Bestehen von Shavei Zion gefeiert.

Horb-Rexingen. In der israelischen Gemeinde leben noch einige Nachkommen von Rexingern. Bei der Hauptversammlung schaute der Vorstand auch auf die zahlreichen Veranstaltungen, Ausstellungen und weitere Aktionen im vergangenen Jahr. Vorsitzender Oberbürgermeister Peter Rosenberger hob den besonderen jüdischen Themenweg hervor, nannte die Ausstellung zu Chanukka und weitere Termine im jüdischen Betsaal in Horb. Besonders gelungen seien die Aufkleber des Jugendgemeinderats, der in der Horber Stadt Aufkleber mit rechten Inhalten unter diesen "Toleranz"-Aufklebern verschwinden lassen wolle.

Der Bildungsreferent Benedict von Bremen zählte rund 2400 Besucher, die sich die ehemalige Synagoge und den jüdischen Betsaal in Horb im vergangenen Jahr angeschaut hätten. Knapp 700 Schüler hätten sich Ausstellungen im jüdischen Betsaal, in der ehemaligen Synagoge und dazu noch die jüdischen Friedhöfe angeschaut. Beliebt sei die Laubhütte von Margarita Rozenberg gewesen, die von zahlreichen Gästen bestaunt wurde. 45 Nachfahren von ehemaligen Juden aus Rexingen und der Region seien im vergangenen Jahr zu Besuch gewesen. Sie kamen aus Canada, Israel, Argentinien, Frankreich und anderen Ländern. "Wir pflegen aktuell Kontakt zu den Nachfahren der Juden aus der Region bis in die dritte Generation hinein", erklärte Benedict von Bremen.

Dank an die Stadt

Barbara Staudacher dankte der Stadt Horb, dem Landkreis Freudenstadt und dem Land Baden-Württemberg für die Zuschüsse, denn nur so könnten die Ausstellungen im jüdischen Betsaal weiterhin bei freiem Antritt angeboten werden. Vorstandsmitglied Andrea Dettling aus Gärtringen nannte Workshops, die Erweiterung der jüdischen Familien-Datenbanken und das Einscannen von sämtlichen Bildern, der ehemals in Rexingen lebenden Juden. Über den stellvertretenden Vorsitzenden Heinz Högerle sei der Verein auf sie Geschichtsstudentin Jasmin Hopfer gekommen, die sich mit großem Engagement in die Themen eingearbeitet habe, die Deportierten-Liste durchgegangen sei und daher ein Dankeschön vom Verein erhielt.

Erfolgreich sei auch das Jahr aus Sicht des Kassierers Gernot Schlager gewesen, denn er nannte einen Mitgliederzuwachs von zehn Personen auf 178. Die Spenden hätten etwas abgenommen, denn 2016 hatte Ehrenmitglied Michael Theurer die Geldgeschenke aus seiner Hochzeit gespendet.

Zahlreiche Unterstützer

Dennoch habe der Verein zahlreiche Unterstützer und erhalte Zuschüsse, womit Gernot Schlager ein Plus vermelden konnte. Das Geld werde gebraucht, denn die ehemalige Synagoge in Rexingen soll umgebaut werden.

Der Oberbürgermeister und Vorsitzende freute sich besonders, dass zwei Tage zuvor die Zusage aus dem Leader-Projekt für die Fördersumme von 210 000 Euro eingegangen sei. "Wir müssen uns beeilen, denn bis März 2018 muss der Umbau fertig sein", erklärte Rosenberger, dass daher nun die Ausschreibungen vorgenommen werden würden. Dennoch könne das Obergeschoss der ehemaligen Synagoge Rexingen genutzt werden, weshalb ein Konzert im September dort stattfinden werde. Weitere Termine nannte Barbara Staudacher, wie die Reise zum 80-jährigen Bestehen nach Shavei Zion, den Jahrestag im November, die Ausstellung "Flüchtiges Glück" ab Juni im jüdischen Betsaal und viele weitere. Zum Geburtstag "80 Jahre Shavei Zion" hatte Heinz Högerle einen Vortrag mit Bildern zusammengestellt. Die Geschichte seit dem 13. April 1938 bis heute wurde zusammengefasst.