Freiwillige Helfer legen den zugewucherten Kirchenbau wieder frei / Bäume und Gestrüpp entfernt

Von Heinrich Hellstern

Horb-Betra. Seit der vergangenen Woche erstrahlt die St.Ulrichskapelle in Neckarhausen buchstäblich in einem neuen Glanz. Während das im neugotischen Stil erbaute alte Kirchlein im Laufe der Zeit fast völlig von Sträuchern und Bäumen zugewachsen war, steht die Kapelle jetzt fast majestätisch auf einer kleinen Höhe über dem Weiler Neckarhausen und erfreut die Fußgänger und vorbeifahrenden Kraftfahrer.

Es war auch höchste Zeit, dass sich fast ein Dutzend "Waldarbeiter" unter der Leitung von Lorenz Maier vom Stadtteil Betra engagierte und rings um die Kapelle das Gestrüpp und die hochgewachsenen Bäume fachmännisch entfernte und damit der ganzen Anlage ein völlig anderes Aussehen gab.

Die vor 120 Jahren von dem Architekten Friedrich Wilhelm Laur erbaute Kapelle gab auch der Katholischen Seelsorgeeinheit Empfingen ihren Namen. Sie wurde 1891 zu Ehren des Heiligen St. Ulrich geweiht und ist auch kunsthistorisch sehr interessant. So ist zum Beispiel in der Vorhalle der alten Kapelle das alte steinerne Muri-Wappen und auf der anderen Seite der sogenannte "steinerne Brotlaib" eingemauert. Nach einer alten Sage wird berichtet, dass während einer Notzeit ein Fräulein von Lichtenstein einem Bettler ein Stück Brot unter der Beteuerung verweigert habe, sie habe selber nur noch einen Laib. Darauf soll sich dann dieser Brotlaib in Stein verwandelt haben. Und nach dieser alten Sage soll dann das Fräulein eine Stiftung gemacht haben, der zufolge jährlich am Ulrichstag Brot an die Armen in Neckarhausen ausgeteilt werden sollte.Von dieser Stiftung existieren zwar keine Unterlagen. Dafür gibt es aber in Neckarhausen einen sogenannten Ulrichswald, der ebenfalls auf eine Stiftung zurückgeht und heute im Besitz der Katholischen Kirchengemeinde ist. Der Wald spielte übrigens und auch bei der kürzlich im Pfarrsaal durchgeführten Mitgliederversammlung des Betraer Baufördervereins eine gewisse Rolle.

Denn er wurde im Zusammenhang mit der Sanierung der Betraer St. Laurentiuskirche in die Diskussion eingebracht. Dabei ging es um die Frage, ob man ihn behalten oder gegebenenfalls verkaufen soll. So wie es aussieht, gibt es aber derzeit keine Mehrheit für den Verkauf.

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