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Horb a. N. Familienzusammenführung der anderen Art

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Familienzusammenführung im Horber Stadtmuseum: Joachim Lipp (links) mit dem Bildnis von Martin Gerbert, Franz Geßler mit dem Bildnis von Johannes Geßler, im Hintergrund hängt das Bildnis von Antoni Gerbert. Agnes Maier zeigt auf die Kirchberger Votivtafel, auf der einige Vorfahren des Fürstabt Gerbert zu sehen sind. Foto: Hopp Foto: Schwarzwälder-Bote

Horb. Martin Gerbert von Hornau, Fürstabt von St. Blasien, zählt zweifelsohne zu den großen Söhnen der kleinen Stadt Horb. An ihn erinnert ein Porträtmedaillon auf der Rathausfassade und nach ihm sind eine Straße sowie das hiesige Gymnasium benannt. Den Bemühungen des Kultur- und Museumsvereins, der zum 200. Todestag des Fürstabtes im Jahr 1993 eine Publikation über dessen Herkunft herausgebracht hat, ist es nun zu verdanken, dass im Gerbert-Zimmer des Stadtmuseums drei Porträts der miteinander versippten Horber Familien Gerbert-Geßler im Original zu betrachten sind.

Die ersten Exponate mit Bezug zu Fürstabt Martin Gerbert waren 1929 während der Ausstellung zur 700-Jahr-Feier der Stadt im Ratssaal des Horber Rathauses zu betrachten. Dazu zählten unter anderem ein Kupferstich-Porträt von Verhelst, zwei St. Blasische Ordnungen von 1765/66 sowie zwölf Werke, die aus der Feder von Fürstabt Gerbert stammten. Diese Originale überließ der bei Zürich lebende Philologe Paul Meintel, ein Enkel des Begründers der Horber Bildhauerschule, in großzügiger Weise der Horber Stadtgemeinde. Sie bildeten den Grundstock für die Gerbert-Vitrine, als 1961 im Dachgeschoss des Hohen Giebel das Heimatmuseums eingerichtet wurde.

Neben dieser Vitrine fand dann auf Betreiben von Vereinsmitglied Martin Steim die Kloster Kirchberger Votivtafel ihren Platz, die der Stadt Horb vom Württembergischen Landesmuseum als Dauerleihgabe überlassen wurde, nachdem die Stadt die Restaurierungskosten übernommen hatte. Auf diesem großformatigen Votivbild, das wohl mit dem 1688 erfolgten Neubau der Johanneskirche auf dem Kirchberg in Zusammenhang steht, sind einige Vorfahren des Fürstabts abgebildet.

Pfarrer Steim selbst hatte das Fürstabt-Gerbert-Porträt eines unbekannten Malers erworben, das seine Wohnstube im Epfendorfer Pfarrhaus zierte und sich einst im Besitz des Horber Theologieprofessors Paul von Schanz befunden hatte. Dieses Porträt vermacht Steim vor seinem Tod testamentarisch der Horber Kirchengemeinde mit dem Hinweis, das Bild als Dauerleihgabe dem Horber Heimatmuseum zur Verfügung zu stellen. Auch der Ehrenvorsitzende des Kultur- und Museumsvereins Franz Geßler konnte im Zuge seiner Familienforschungen, bei denen er von Pfarrer Steim unterstützt wurde, ein Porträt ergattern, das mit dem Horber Bürgermeister Johannes Geßler einen Großonkel des Fürstabts zeigt. Im vergangenen Jahr landete der Kultur- und Museumsverein schließlich einen besonderen Coup, als es ihm gelang, mit Unterstützung der Volksbank und der Stadt das bislang völlig unbekannte Porträt des Horber Stadthauptmanns Antoni von Gerbert und Hornau, dem Vater des Fürstabts, zu erwerben. In Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum wurde das neu erworbene Porträt bei einer kleinen Ausstellung mit dem Titel "Des Fürstabts Nase" erstmals mit dem Porträt des Martin Gerbert aus der Zeit um 1770 und dem Porträt seines Großonkels Johannes Geßler aus der Zeit um 1685 in den Räumen der Horber Volksbank präsentiert.

Dank der Bemühungen des Vereinsvorsitzenden Joachim Lipp haben nun alle drei Bildnisse ein Jahr nach der Ausstellung in der Volksbank ihren Weg ins Stadtmuseum gefunden und Kustodin Agnes Maier konnte mit Stiftungsdirektor Peter Silberzahn als Vertreter der Katholischen Kirchengemeinde und Schiffwirt Franz Geßler die dazu notwendigen Leihverträge ausfertigen.

Mit diesen drei Porträts, der Kirchberger Votivtafel und dem jüngst vom Kultur- und Museumsverein übergebenen Reisebüchlein des Fürstabt- Bruders Johannes Franz Albrecht verfügt die Gerbertsammlung im Stadtmuseum jedenfalls über eine Besonderheit, die nicht jedes Museum zu bieten hat. Gilt bei den Habsburger-Porträts die ausgeprägte Unterlippe als Erkennungsmerkmal, so ist dies bei den Porträts der Familien Gerbert-Geßler offensichtlich die bemerkenswerte Nase, die auch der Larve der Horber Tuchmachergruppe ihre besondere Charakteristik verleiht. Es bleibt nun zu hoffen, dass spätestens bis zum Gartenschausommer 2011 das Stadtmuseum im Bürgerkulturhaus am Marktplatz endlich seine Pforten öffnen kann, damit man sich diese Kostbarkeiten uneingeschränkt zu Gemüte führen kann.

 
 

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