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Horb a. N. Eyachtalbahn: Kern will Machbarkeitsstudie

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Beim Bahnhof Eyach sprießt zwar Bewuchs zwischen den Gleisen hervor, die vor dem Bahnhof rechts von der Straße liegen und an die Eyachtaltalbahn angeschlossen sind. Doch ansonsten ist die Bahnstrecke in gutem Zustand. Foto: Schülke Foto: Schwarzwälder Bote

Mit einer Machbarkeitsstudie den nächsten Schritt für die Eyachtalbahn gehen – das fordert der FDP-Landtagsabgeordnete Timm Kern. So könne der Horber Ortsteil Mühringen an den täglichen Schienenpersonennahverkehr angebunden und die touristische Entwicklung befördert werden.

Horb. "Es bietet sich jetzt die Chance, durch eine Machbarkeitsstudie die nächsten Schritte für eine vollständige Reaktivierung der Eyachtalbahn zu gehen. Ich ermutige alle Anrainer der Eyachtalbahn zu einem gemeinde- und kreisübergreifenden Vorgehen."

Mit diesem Statement bekräftigt Kern die Berichterstattung über das Potenzial stillgelegter Bahnflächen.

Was das Land in einer umfassenden Untersuchung nun vorgelegt hat, brachte der Abgeordnete bereits im Sommer mit einer Anfrage an das Verkehrsministerium in Erfahrung. "In der Antwort auf meine Anfrage wird deutlich, dass die Eyachtalbahn reaktiviert und damit neben anderen auch der Horber Ortsteil Mühringen wieder an den täglichen Schienenpersonennahverkehr angebunden werden kann. Das wäre eine großartige Entwicklung für die Region, die nicht nur das Pendeln einfacher macht, sondern auch touristisch einen Schub verleiht", sagte er.

Am 3. November machte das Land klar, dass auch Machbarkeitsstudien gefördert werden. Jetzt biete sich die Möglichkeit, die nächsten Schritte zu gehen und die notwendigen Informationen einzuholen, so Kern. Alle politischen Akteure entlang der Eyachtalbahn sollten sich für die diese Machbarkeitsstudie einsetzen. "Die Resolution des Haigerlocher Stadtrats, die im Juli auch vom Horber Stadtrat bekräftigt wurde, war ein gutes Signal", so Kern.

Er sieht im Infrastrukturausbau eines der großen Zukunftsthemen, auch mit Blick auf notwendige Maßnahmen für den Klimaschutz: "Wenn wir mehr Menschen für den klimafreundlichen ÖPNV gewinnen wollen, muss sich das Angebot an den täglichen Bedürfnissen orientieren. Was die Schiene betrifft, ist ganz klar, dass wir stillgelegte Strecken reaktivieren und neue bauen müssen. Ich fordere Bund und Land daher erneut dazu auf, konkrete Schritte zur Beschleunigung der Planverfahren zu unternehmen. Wir können es uns nicht länger leisten, zehn oder zwanzig Jahre lang für wenige Kilometer Schiene zu planen, bevor auch nur ein Bagger rollt."

Rominger-Seyrich hält auch die Reaktivierung anderer Strecken – wie in Reutlingen – für sinnvoll

Ins gleiche Hort stößt der Horber SPD-Gemeinderat Dieter Rominger-Seyrich, der bereits vergangene Woche auf Anfrage unserer Zeitung zum Thema Reaktivierung geäußert hatte (wir berichteten). Er ergänzt dazu Einzelheiten: "Auch wenn die Eyachtalbahn von den Autoren der Potenzialanalyse nicht in die beiden höchsten Kategorien dieser Erhebung eingestuft worden ist, ist ihr doch ein verkehrliches und förderfähiges Potenzial bescheinigt worden. Wie im Artikel dargelegt sollte durch vertiefte Untersuchungen zu klären, ob ein erhöhtes Nachfragepotenzial möglich ist", teilt er mit.

Angesichts der durch die HzL/SWEG gut erhaltenen Infrastruktur müsste eine Wiederaufnahme eines regelmäßigen Bahnverkehrs rasch möglich sein, argumentiert Rominger-Seyrich. "Dagegen ist bei nahezu allen in die höchste Potenzialkategorien A oder B eingestuften Strecken die Schieneninfrastruktur in früheren Jahren vollständig oder zum großen Teil entfernt worden. Während also bei nahezu allen diesen Strecken ein Beginn mit den Wiederaufbauarbeiten der Infrastruktur allenfalls in einigen Jahren möglich sein wird, könnte im Eyachtal zumindest infrastrukturtechnisch bereits längst ein regelmäßiger Bahnverkehr in Betrieb sein. Dies gilt es zu nutzen und entsprechend in der Region zu handeln."

Angesichts der in dieser Form noch nie dagewesenen sehr guten Förderbedingungen durch Bund und Land in den nächsten Jahren – sowohl hinsichtlich Schaffung und Ertüchtigung der Infrastruktur wie auch des Bahnbetriebes – sollten sich die Anliegergemeinden baldmöglichst zusammentun und beim Landesverkehrsministerium vorstellig werden. Dies setzt für eine Unterstützung einen entsprechenden klaren politischen Willen vor Ort voraus. Betroffene Kommunen sollten dazu bald ein positives Signal an das Land senden. Leider erschwert die Coronapandemie derzeit die Gründung eines entsprechenden Fördervereines oder einer Interessengemeinschaft wie dies bei ähnlichen Reaktivierungsprojekten im Land der Fall war.

Zur Bahnstrecke Reutlingen-Engstingen, die laut dieser Untersuchung die Stecke mit dem höchstem Potenzial darstellt, hatte sich Rominger-Seyrich bereits am Samstag geäußert. Er präzisiert und macht damit deutlich, dass er sich keinesfalls gegen eine Reaktvierung dieser Strecke ausspricht: "In Lichtenstein geboren und aufgewachsen, habe ich diese Strecke früher sehr häufig (Schulweg, Familienbesuche und -ausflüge etc.) benutzt und dabei ihren Wert schätzen gelernt. Die jetzige Einstufung ist für mich deshalb keine Überraschung. Die Stilllegung der Strecke Anfang der achtziger Jahre mit leider baldiger Entfernung der Gleise (anders wie zum Beispiel im benachbarten Ermstal) war für mich unverständlich. Aus meiner Sicht hatte diese Strecke immer mindestens ein ähnliches Potenzial wie die benachbarte, 1999 reaktivierte Ermstalbahn, die derzeit als Teil des Modul 1 des Regionalstadtbahnsystems Neckar-Alb gar elektrifiziert und für einen intensivierten Verkehr ertüchtigt wird, besessen. Leider hat der nahezu vollständige Abbau der Bahninfrastruktur eine frühzeitigere Reaktivierung verhindert."

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