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Horb a. N. Es wird ruhiger in den Zentren

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Vor Haags Bistro am Horber Bahnhof ist die Außenbestuhlung bereits wieder abgebaut.Foto: Straub Foto: Schwarzwälder Bote

In Freiburg mussten Corona-Partys mit dreistelligen Personenzahlen aufgelöst werden. Doch wie halten sich die Menschen in der Region an die Verordnungen und an den Appell, Menschenansammlungen zu vermeiden?

Horb/Empfingen/Rottenburg. Die Corona-Krise in Rottenburger Geschäften verschärft sich. "Arrividerci e Grazie" – Auf Wiedersehen und Danke, hieß es in einem italienischen Café mit Außenterrasse am Mittwochnachmittag noch häufig. Die Tische sind im Mindestabstand von 1,5 Metern aufgestellt, zahlreiche Gäste genießen die Frühlingssonne. Gastronomie-Betreiber Erion Selfo möchte seinen Betrieb geöffnet lassen, solange er darf. Ruhiger sei es trotz des Wetters aufgrund der Corona-Krise. "Normalerweise haben wir draußen 80 Plätze, heute haben wir nur Tische für 50 Leute aufgebaut." Ist die Frühlingssonne stärker als die Angst vor Corona?

Am Donnerstag stellt sich die Situation in der Rottenburger Altstadt schon anders dar als einen Tag zuvor. In den Cafés sitzen kaum noch Gäste – trotz des Traumwetters. Zu kämpfen haben außer der Gastronomie jetzt vor allem die kleineren Handwerksbetriebe. Mancher Friseur meldet Kurzarbeit an. Die Unternehmer in dieser Branche bekommen keine finanzielle Unterstützung aus staatlichen Mitteln, da dazu erst ihre Schließung angeordnet werden müsste.

Auch in Bäckereien sind die drastischen Maßnahmen ein Hindernis. Wer seinen Café-Bereich geöffnet lassen möchte, legt eine Liste aus, in die sich alle Gäste mit Namen und Telefonnummer eintragen müssen, um im Falle von Infektionen benachrichtigt werden zu können.

Auch in Horb ist es am Donnerstagmittag sehr ruhig. Die Menschen scheinen sich tatsächlich an die Vorgaben zu halten. Hat der Appell der Bundeskanzlerin Angela Merkel am Abend zuvor gewirkt? Vereinzelt sieht man Leute, die wahrscheinlich Mittagspause machen. Aber die sitzen fast alle allein, irgendwo auf einer Bank oder am Neckar.

Vor dem Café Haag sind die Tische und Stühle komplett abgebaut. Am "Porto Pizza" in der Neckarstraße sind die Tische extra weit voneinander aufgestellt. Auch das Spielplatz-Verbot scheint zu wirken.

Hat die Stadtverwaltung ein Auge auf das Geschehen vor Ort? Ja, und das wohl sehr präsent. Sie setze für die erforderlichen Kontrollen in allen Bereichen den uniformierten Vollzugsdienst der Stadt Horb ein. "Zusätzlich sind weitere Mitarbeiter – nicht uniformiert – ebenfalls im Einsatz."

Und wie halten sich Gewerbetreibende und Bürger an die Auflagen? "Bei den Gaststätten können wir feststellen, dass diese sich an das derzeitig geltende Recht halten. Die Abstandsregelung wird nach bisheriger Feststellung gut umgesetzt. Bei Schließung der Kneipen und Bars herrschte im Falle eines Betreibers Uneinsichtigkeit. Doch auch hier wurde letztlich die Anordnung vollzogen."

Für alle Spiel- und Bolzplätze wurden mittlerweile Hinweisschilder für mit einem Betretungsverbot erstellt. Diese werden in Horb und den Ortschaften an den jeweiligen Plätzen angebracht. Insgesamt müssen fast 70 Stationen angefahren werden. Das Einhalten des Betretungsverbots wird natürlich kontrolliert. Auch die städtischen Schulsozialarbeiter werden sich einbringen.

"Ich weiß gar nicht, wie ich das kontrollieren soll. Unser Ordnungsamt hat nicht so viele Stunden und die möchte ich ja schützen", sagt dagegen Bürgermeister Ferdinand Truffner. "Wir haben jetzt überall Schilder aufgehängt." Am Mittwoch habe ein städtischer Mitarbeiter Jugendliche vom Sportplatz vertrieben – "die sind sogar über den Zaun geklettert". Der Mitarbeiter sei dann noch "blöd angemacht" worden. Truffner: "Die Erziehungsberechtigten sollten doch hier mal den Verstand einschalten. Die Verwaltung wird ein gutes Gedächtnis haben nach der Krise. Bin manchmal überrascht, wie manche Bürger fahrlässig handeln, auch dies werden wir uns merken – man sieht sich immer zweimal im Leben." Was Truffner noch aufgefallen ist: "Wenn ich aus dem Fenster im Rathaus schaue, dann seh ich meist nur Rentner auf der Straße – checken die es immer noch nicht? Die laufen seelenruhig durch den Ort und halten Schwätzle." Dabei sind sie doch gerade die gefährdete Gruppe.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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