An den gelben Schriftzügen auf den Jacken erkennt man die »Nachtwanderer«, die nächtliche Konflikte entschärfen sollen. Foto: SB-Archiv

Ehrenamtliches Sozialprojekt kommt voran. Für Interessierte findet Infoabend statt.

Horb - Die "Nachtwanderer" kommen voran. Nachdem in Horb kein Träger für das Ehrenamtsprojekt gefunden wurde, nimmt es die Stadtverwaltung in die eigenen Hände. Der als Kolping-Helfer und Stadtrat bekannte Herbert Beutter will an maßgeblicher Stelle mitwandern.

Die Gartenschau war im vergangenen Jahr ein Grund dafür, warum das bereits ausführlich vorberatene und vorgestellte Projekt noch nicht weiterkam. Laut Stadtverwaltung wollte man das Potenzial ehrenamtlicher Helfer, die auch fürs Neckarblühen gebraucht wurden, nicht noch zusätzlich belasten.

Doch jetzt will Bürgermeister Jan Zeitler, der die Aktion bereits vorgeplant hat, durchstarten. "Wir hoffen, jetzt nach der Gartenschau Interessierte zu finden", so Zeitler am Dienstag in der Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses des Gemeinderates. Vorgespräche mit der Caritas und der Diakonie (die das Nachtwanderer-Projekt in Freudenstadt trägt) fanden statt. Fazit: weil beide kirchlichen Organisationen abgesagt haben, werden die "Nachtwanderer" jetzt beim Fachbereich Recht und Ordnung der Stadtverwaltung in der Sparte Kommunale Kriminalitätsprävention angesiedelt.

In Horb ist es geplant, dass sich die "Nachtwanderer" in der warmen Jahreszeit an Wochenenden von 21 bis 1 Uhr an Plätzen aufhalten, die gerne von Jugendlichen besucht werden. Zum Beispiel die Neckartreppen, der Bahnhofsplatz oder das Alte Freibad.

Braucht Horb solch eine Aktion? Laut Jan Zeitler ja. Er selbst war nachts in Horb unterwegs gewesen und hatte mit Jugendlichen gesprochen. "Wenn man sich mal am Freitagabend beim Bahnhof aufhält, ergeben sich oft ganz vielsagende Gespräche mit Jugendlichen." Oft werde der Mangel an Freizeitmöglichkeiten angesprochen. "Sie fragen, warum es hier keine Disco gibt."

Die Kosten für die Stadt seien beim "Nachtwanderer"-Projekt mit 3000 Euro überschaubar, so Zeitler. Ein Geldinstitiut habe bereits zugesagt, die Jacken zu sponsern, und der Deeskalationskurs werde vom Kreisjugendamt gefördert. Als einen "fantastischen Start für das Projekt" wertete Zeitler die Zusage von Herbert Beutter, als Mitbetreuer der "Nachtwanderer" zu fungieren. Der FD/FW-Stadtrat ist bekannt als Kolping-Helfer und verfügt als ehemaliger Leiter der Horber Polizeidienststelle über wertvolle Erfahrung. Jetzt hofft Zeitler, dass auch andere dem Beispiel folgen und mitmachen. Zum Beispiel Eltern, Leute, die sich beruflich mit Jugendlichen beschäftigen oder sich für Jugendarbeit interessieren.

Positive Erfahungen mit Projekt in Freudenstadt

FD/FW-Stadträtin Margarete Rebholz wollte wissen, welche Erfahrungen in Freudenstadt mit den "Nachtwanderern" gemacht wurden. "Durchweg positive", antwortete Zeitler. Im Unterschied zu Horb liegen in Freudenstadt die Einsatzorte jedoch weiter auseinander, so der Bürgermeister weiter. In Horb könne man die wichtigen Orte zu Fuß erreichen. "Mit Ausnahme des Hohenbergs, aber es wäre eine Überlegung für die Zukunft, die ›Nachtwanderer‹ auch dort einzusetzen."

FD/FW-Stadträtin Jutta Hellstern frage: "Können auch Frauen mitmachen?" Laut Zeitler kein Problem, denn körperliche Wehrhaftigkeit sei gerade nicht die Idee des Projekts. Herbert Beutter ermutigte die Räte im Ausschuss: "Wenn sich aus dem Gremium jemand beteiligen will: gerne!"

Wer sich noch nicht sicher ist, kann beim Informationsabend mehr über die "Nachtwanderer"-Idee erfahren. Termin ist am Mittwoch, 7. März, ab 19.30 Uhr in der Mensa des Martin-Gerbert-Gymnasiums.

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