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Oswald Zink feiert seinen 80. Geburtstag

Oswald Zink, der wie kaum ein anderer die Ziele des großen Sozialverbandes VdK im Kreis Freudenstadt repräsentiert, darf heute seinen 80. Geburtstag feiern.

Horb-Talheim. Am 30. April 1941 in die Wirren des zweiten Weltkriegs hineingeboren, wuchs er als drittes Kind von Franziska und Martin Zink im damals noch eigenständigen Ort Obertalheim auf. Sein Vater war bis zur Bombardierung Stuttgarts und der damit verbundenen Zerstörung des Rosenstein-Parks dort als Melker angestellt und bewirtschafte danach als Landwirt seinen eigenen Hof in Talheim.

Zinks Mutter kümmerte sich um Haus und Hof und neben Oswald auch um die Kinder Hildegard, die leider früh verstarb, sowie um Tochter Cecilia, heute verheiratete Wolf, und Sohn Lothar Zink, der jetzt in Salzstetten wohnt.

Die Kindheit des Jubilars war geprägt von der Not sowie der Armut im Nachkriegsdeutschland und viel Arbeit. "Wir Kinder mussten fleißig in der Landwirtschaft der Eltern mithelfen. Wenn ich von der Schule heimgekommen bin, stand meist schon das Fuhrwerk eingespannt bereit, damit ich zur Feldarbeit rausfahren konnte", erinnert sich Zink im persönlichen Gespräch mit unserer Zeitung. Und trotz der vielen Arbeit blieb diese Zeit im Elternhaus in der Nagolder Straße 55 in guter Erinnerung.

Nach der Schule, er besuchte die Hauptschule in Talheim, ging er in die Lehre. Er lernte Maurer bei der Firma Brenner in Nagold. Als sein späterer Arbeitgeber, das Bauunternehmen Ludwig Bauer aus Stuttgarter, den Auftrag bekam, das Horber Postamt zu bauen, sah der frischgebackene Maurergeselle Zink seine Chance und half mit, das Gebäude, das inzwischen den "Activ-Arkaden" weichen musste, hochzuziehen. "Die haben damals Leute gesucht, ich hab’ mich beworben und bin – mit Unterbrechung der Grundwehrdienstzeit – 17 Jahre bei dieser Firma geblieben", so sein Blick zurück in die damalige Zeit.

Eigentlich war das Glück der Familie Zink perfekt. Die Wirtschaft in Deutschland boomte und 1963 konnte der Jubilar seine Antonie, geborene Schäfer, mit der er bereits die Schulbank gedrückt hatte, heiraten. Sie schenkte ihm zwei Kinder, den Sohn Rolf, der heute im elterlichen Geburtshaus in Talheim wohnt und Tochter Christiane, die inzwischen mit dem Bildechinger Feuerwehrkommandanten Anton Gramer verheiratet ist und die Zinks zu stolzen Großeltern machte.

Die Enkelin Magdalena ist inzwischen neun Jahre jung und natürlich der Liebling von Opa und Oma.

Doch das Schicksal hatte einen anderen Plan für den jungen Maurer parat. 1973 geschah ein Unglück, das sein Leben in eine ganz neue Bahn lenkte. Auf einer Baustelle in Leonberg wurde er von einer Maschine erfasst und in die Baugrube geschleudert. Monatelang hatte er mit den Folgen eines Wirbelbruchs und mit Gleichgewichtsstörungen zu kämpfen. Allein sieben Wochen lag er in einem Gipskorsett im Krankenhaus. Der behandelnde Chefarzt gab ihm damals den Tipp, dass er sich die BG-Gutachten nicht gefallen lassen muss. Er soll sich dagegen wehren und beim VdK eintreten, der sich für ihn einsetzt, so der Rat des Arztes.

"Ich habe seinerzeit nicht gewusst, was der VdK überhaupt ist", erinnerte sich der Jubilar, der dann erstmal recherchierte, was dieser Sozialverband bietet. Im März 1975 trat er dann in die Talheimer Gruppe ein. Zwölf Jahre später übernahm er die Leitung der Ortsgruppe.

"Alois Klink, der damalige VdK-Ortsgruppenleiter stand im März 1987 mit seinem Aktenordner bei mir vor der Tür und sagte klipp und klar: ›Du machst weiter oder wir lösen den Ortsverband auf, da ich das gesundheitlich nicht mehr packe‹", erinnert sich Zink, wie er zu seinem ersten, und beileibe nicht einzigen Ehrenamt im VdK kam. "Damals waren wir gerade 20 Mitglieder, heute sind es über 100", so seine Bilanz nach den 34 Jahren, die er dieses Ehrenamt nun schon ausübt.

1993 kam der damalige Kreisvorsitzende Ottokar Jäger mit der Bitte auf ihn zu, dass er ihn als sein Vize unterstützen soll und bereits zwei Jahre später, am 1. Februar 1995, übernahm Zink den Kreisvorsitz. Ein Amt, das er bis heute ausübt. Eigentlich wollte er dieses Amt schon vor einem Jahr abgeben, doch Corona machte ihm hier einen Strich durch die Rechnung.

Doch im September dieses Jahres will er tatsächlich aufhören. "Dann ist unsere große Jahreshauptversammlung im Kurhaus Freudenstadt geplant, bei der die Nachfolge geregelt werden soll", so der Plan.

Zink, der einen gravierenden "Sprachfehler" hat, denn er kann nicht "Nein" sagen, ist zudem seit 1998 als ehrenamtlicher Richter am Sozialgericht Reutlingen aktiv, übernahm auf Bitte des damaligen Landrats Peter Dombrowsky 2008 das Amt des Kreisbehindertenbeauftragten, das er bis ins Jahr 2020 ausfüllte und ist auch seit 2004 bis heute Beisitzer im VdK-Bezirksverband Südwürttemberg-Hohenzollern, wo er vom Landesverband in den sozialpolitischen Ausschuss gewählt wurde.

2011 wurde er für sein ehrenamtliches Engagement mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg in Silber gewürdigt, und von "seinem" Sozialverband hat er so ziemliche alle Ehrungen erfahren, die möglich sind.

Dass er neben diesen vielen Ehrenämtern, zu denen auch noch seine wöchentlichen Ortsgruppen-Sprechstunde am Donnerstagabend kommt, noch Zeit für andere Aktivitäten findet, das erstaunt dann doch etwas. So ist er Mitglied in vielen örtlichen Vereinen und singt noch aktiv im Kirchenchor.

Sein liebstes Hobby ist die Imkerei. Er betreut seit vielen Jahren immer um die 15 Bienenstöcke, die er zwischen Haiterbach und Talheim, in der Nähe der Kapelle, stehen hat. Auch für den Garten beim schmucken Eigenheim und die Familie hat Oswald Zink immer Zeit.

Für die Zukunft wünscht er sich eigentlich nichts als Gesundheit. Wer die Leidensgeschichte von Zink kennt und weiß, welche schwerer Operationen er in den vergangenen Jahren über sich ergehen lassen musste, der weiß, wie wichtig ihm dieser Wunsch ist. "Momentan geht’s mir, bis auf die altersbedingten Zipperlein, gut und ich hoffe, dass das noch eine Weile so bleibt und ich noch viele schöne Jahre mit meiner Frau und meiner Familie erleben darf."

Ein weiterer Wunsch von ihm ist, dass der Frieden auf der Erde so weit wie möglich erhalten bleibt, Corona dafür geht. Heute freut er sich auf den Besuch seiner Familie, mit der er im kleinen Rahmen und zeitversetzt diesen besonderen Geburtstag begehen wird.

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