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Horb a. N. Energiewende behördlich verboten?

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Am Ufer der Eyach zwischen Mühringen und Eyach will Bernd Griesinger (links) die Fischtreppe für sein weiter unten am Flusslauf geplantes Kleinkraftwerk bauen. Der Landtagsabgeordnete Timm Kern will helfen, bürokratische Hürden aus dem Weg zu räumen, die das Projekt seit rund sechs Jahren verhindern. Foto: privat

Horb-Mühringen/Eyach - Noch immer stehen dem Bau eines kleinen Wasserkraftwerkes an der Eyach amtliche Hürden im Weg. Nun bekommt der Investor Bernd Griesinger für sein Projekt politischen Beistand von dem FDP-Landtagsabgeordneten Timm Kern.

Wie berichtet, plant Bernd Griesinger, ein kleines Wasserkraftwerk zwischen Mühringen und Eyach auf Gemarkung der Gemeinde Starzach. Bereits 2005 kaufte Griesinger das Gelände der Honors-Mühle. Die einst mit Wasserkraft (Turbinen) betriebene Mühle ist längst abgerissen und das Wasserrecht erloschen.

An solch einem Standort erneut die Wasserkraft zu nutzen, erweist sich nun als nahezu unrealisierbar – weil die Genehmigungsbehörde hohe Auflagen macht. Seit sechs Jahren nun bemüht sich der Investor Bernd Griesinger um eine behördliche Genehmigung für sein Projekt – bislang vergeblich. Streitpunkt ist dabei in erster Linie eine Fischtreppe.

Die von Griesinger geplante Treppe wird von der Behörde abgelehnt. Stattdessen soll er eine wesentlich teurere Treppe auf eigene Kosten erstellen, die aber dem gesamten Projekt die wirtschaftliche Grundlage entziehen würde. Nach Aussage von Bernd Giesinger könnte die vom Regierungspräsidium geforderte Fischtreppe bei niedrigem Wasserstand sogar zum Tod von Fischen führen.

"Ich habe mich bereit erklärt, eine neue Fischtreppe zu bauen und die höhere Restwassermenge zu akzeptieren, mehr Zugeständnisse kann ich aus wirtschaftlichen Gründen nicht machen", so Griesinger. "Sollte ich als Privatmann keine Fischtreppe bauen, muss das Land in absehbarer Zukunft aufgrund der Fischdurchgängigkeit, die derzeit durch die alte Fischtreppe nicht gegeben ist, auf eigene Kosten eine neue bauen", erläutert er.

Nachdem der FDP-Politiker Timm Kern von den Problemen gehört hatte, traf er sich mit Griesinger vor Ort, besichtigte die alte Fischtreppe und ließ sich die Situation genau erklären. Im Anschluss an das Gespräch versprach der neu gewählte Landtagsabgeordnete: "Ich werde mich beim Regierungspräsidium Tübingen für das sinnvolle Anliegen von Herrn Griesinger einsetzen." Wenn es gar nicht anders gehe, so Kern, werde er auch eine Anfrage an die neue Landesregierung stellen. "Ich habe mich im Wahlkampf für erneuerbare Energien eingesetzt, ich will dies auch als Abgeordneter tun." Es dürfe nicht sein, dass bürokratische Hürden die wichtige Energiewende weg vom Atomstrom hin zu erneuerbaren Energien erschwerten.

Wehr in eine "Vollrampe" umgestalten

Das Regierungspräsidium sieht sich jedoch nach wie vor im Recht. Laut Pressesprecherin Daniela Zöllner muss Griesinger das Wehr in eine "Vollrampe" umgestalten. Vollrampe bedeutet eine sich über die gesamte Breite des Gewässers erstreckende Rampe zur Sicherstellung der Durchwanderbarkeit des Gewässers für Fische und kleinere Lebewesen.

Zöllner: "Eine Fischtreppe reicht nach Auffassung des Regierungspräsidiums hier nicht aus, da nur bei einer gewässerbreiten Vollrampe der gesamte Abfluss als Leitströmung wirkt und damit die Anlage großräumig und eindeutig für Fische auffindbar ist." Dies sei bei Teilrampen problematisch und führe häufig zu "Fischfallen", bei denen die Fische durch die Strömumg in Teilbereiche gelockt werden, in welchen kein Aufsteigen möglich ist.

Dem Antragsteller sei bekannt, dass das RP sich an den Kosten nicht beteiligen kann, "da die Kosten derjenige zu tragen hat, der Wasserkraft nutzen möchte", so Zöllner. Das RP habe aber angeboten, die Bauausführung intensiv zu begleiten und die Bauleitung für den Umbau zu übernehmen.

 

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

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