Benefizkonzert: Brass-Band Black and White spielen in der Johanniskirche / Zugunsten der Barrierefreiheit

Die Talheimer Brass-Band Black and White spielt jedes Jahr um die Weihnachtszeit ein Benefizkonzert. In diesem Jahr in der evangelischen Johanniskirche.

Horb. Der Hausherr, Pfarrer Michael Keller, freute sich, die Musikanten in der Kirche begrüßen zu dürfen, wie er bei seiner Einführung sagte. Der Erlös dieses Abends fließt in einen Fond, mit dem die evangelische Kirchengemeinde Horb den Wunsch nach einer barrierefreien Kirche und Toilette im Gemeindehaus in der Weingasse realisieren möchte. Doch nicht (nur) diese Spende, sondern vor allem die Musik war der wichtigste Grund für die Freude.

"Freuen Sie sich auf das Konzert und auf das anstehende Weihnachtsfest", rief Pfarrer Keller den Menschen zu, die an diesem Abend den Weg in den Sakralbau fanden. Die Musiker um Orchesterleiter Martin Wehle sind sehr bekannt in der Gegend. Nicht nur allein für ihren tollen Sound, sondern auch dafür, dass sie sich die gute Tat zur selbstgestellten Aufgabe gemacht haben. Aus diesem Grunde spielen sie auch mindestens einmal im Jahr in Altenheimen oder Krankenhäusern, um den Patienten und den Bewohnern dort eine besondere, musikalische Freude zu machen.

Am Samstagabend verknüpften sie diese gute Tat mit einem Benefizauftritt in der Horber Johanniskirche. Bandleader Wehle hatte für diesen Auftritt ein Weihnachts-Spezial zusammengestellt, das sich wirklich hören lassen konnte. Klassiker wie "Jingle Bells" oder "Am Weihnachtsbaume, die Lichter brennen", dem Stück, mit dem Black and White das Konzert eröffnete, hören sich im modernen Soundgewand besonders toll an. Wenn 18 gute Musiker ihre Instrumente zu einem extra für den Abend arrangierten Potpourri der bekanntesten Weihnachtslieder und Gospels erklingen lassen, dann passt es einfach.

Mit dem Weihnachtsklassiker "Lasst uns froh und munter sein" an das sie noch das bekannte Lied "Fröhliche Weihnachten überall" anhängten, stieg die Kapelle dann mit vollem Big-Band-Sound und treibenden Grooves aus der Schlagwerk-Ecke in ihr musikalisches Abendprogramm ein. Viel toll gespieltes Blech dominierte. Bei den Tempovorgaben für die Akkorde war ordentlich Pep drin, doch die Besinnlichkeit und die Botschaften der Stücke blieben immer voll erhalten. Nicht umsonst durch den klug eingesetzten Farbton einer Lyra, die den Glockenklang in die Arrangements brachte. Big-Band-Sound und Weihnachtslieder passen einfach prima zusammen.

Pfarrer Keller wurde später von seinem Namensvetter Joachim Keller am Mikrofon abgelöst. Keller, eigentlich am Saxofon aktiv, fungierte bei diesem Auftritt auch als Sprecher, der in die Historie der einzelnen Lieder einführte. Die vier besinnlichen Textpassagen, die sich alle ums Weihnachtsfest und um das Leben drehten, trug Trompeter Reinhard Kropp vor.

Hauptbestandteil der Benefizveranstaltung war jedoch die Musik. "Do They Know it’s Christmas?", ein Song von "Band Aid", der im Jahr 1986 aufgenommen wurde, war ebenso zu hören wie der weltbekannte Song "Mary’s Boychild". "Dieses vielfach gecovertes Weihnachtslied hat Harry Belafonte 1956 gesungen, Boney M. 1978 und Black and White nun im Jahr 2019", scherzte Moderator Keller.

"Mistletoe and Wine" (Mistelzweig und Wein) entführte zudem zu den Weihnachtsbräuchen der Angelsachsen. Es war ein bunter Mix bekannter Songs, die sicher so mancher der Zuhörer zumindest im Geist mitsingen konnte, die aber alle im Big-Band-Brass-Sound von Black and White daherkamen.

Wehle präsentierte mit seinen Musikern ein gelungenes Konzert und die unterschiedlichen Arrangements, in denen immer wieder die einzelnen Register ihre Glanzlichter hatten, waren zwar durchweg anspruchsvoll, wurden aber hervorragend dargeboten. Am Ende des Konzertes gab es lang anhaltenden Beifall und nach der eigentlichen Zugabe musste die Band dem begeisterten Publikum noch drei weitere Zugaben spielen, bevor auch die Musikanten in ihre wohlverdiente Weihnachtspause durften. "Es war ein tolles Publikum. Eines der besten, das wir bisher hatten", freute sich Bandleader Wehle am Ende des Konzertes.

Schlagzeuger und Gitarrist gesucht

Black and White in eigener Sache: Am Rande des Auftritts sagte Wehle, dass man händeringend einen Schlagzeuger – beim aktuellen Auftritt half Markus Wolfersberger von der "Luschdige Bruat" aus Göttelfingen aus – und einen Rhythmusgitarristen sucht.

"Egal ob Vollprofi oder Anfänger, jeder kann bei uns mitmachen", betonte Wehle, der ergänzte, dass natürlich auch Verstärkung an allen anderen Instrumenten immer willkommen sei.

Weitere Informationen: www.blackandwhite-band.de