Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Horb a. N. Ein Modellprojekt für Deutschland

Von
Gemeinsam im Einsatz für das Güterverkehrsterminal (von links): Kurt Plathe, Peter Rosenberger, Uwe Gfrörer, Hans-Joachim Fuchtel und Horst SchuonFoto: Lück Foto: Schwarzwälder Bote

Güter auf die Schiene. Eher Traum als Wirklichkeit? Bundestagsabgeordneter Hans-Joachim Fuchtel (CDU, Staatssekretär Ministerium Ernährung und Landwirtschaft) macht Horb jetzt zum Modellprojekt für Deutschland. Und zaubert den Frust bei den Güterverkehrsinvestoren weg!

Horb. Die Willy-Ledermann-Straße ganz am Ende. Hier stehen Fuchtel, Horbs OB Peter Rosenberger, Uwe Gfrörer, Horst Schuon und Kurt Plathe. Geschäftsführer und Inhaber der Spedition Kussmaul. Alle sind bester Laune, denn Fuchtel hat eine Super-Nachricht aus Berlin mitgebracht: Der Zuwendungsbescheid ist da!

Investor Plathe, den Landesverkehrsminister Winfried Hermann als "leidenschaftlichen Verlagerer" bezeichnet hatte, sagt: "Am 5. Juni war die letzte Besprechung für den Antrag. Dann wurde er gestellt. Jetzt am 22. Juli habe ich den Zuwendungsbescheid in der Hand. Das zeigt uns: Das Projekt ist wirklich von unseren politisch verantwortlichen Ansprechpartnern sowie bei den Behörden gewollt und mit höchster Priorität bearbeitet worden. Das gilt auf Bundes- und auf Landesebene."

Dann lobt er den CDU-Bundestagsabgeordneten der Region: "Fuchtel hat eine höchst beeindruckende Koordinierung herbeigeführt und den Dschungel der Bürokratie gelichtet. Sein Engagement hat dazu geführt, dass wir heute mit einem positiven Ergebnis hier stehen. Ich sage: Herzlichen Dank, Herr Fuchtel – einfach klasse Arbeit und Engagement."

Warum ist das so wichtig? Mit dem Zuwendungsbescheid haben der Bund, die Bahn und das Eisenbahnbundesamt dem Investor zugesagt, dass er, wenn der Bauantrag für das Container-Terminal eingereicht und genehmigt ist, die Bundesförderung bekommt.

Das Besondere dabei – und deshalb das Riesen-Lob für Fuchtel: Es gibt eigentlich kein Förderprogramm oder -Richtlinien für solch ein Projekt.

Plathe: "Laut unserem Verband – dem VDV – gibt es 50 Anträge deutschlandweit für ähnliche Projekte. Dass man stillgelegte Gleise durch ein Güterverkehrsterminal wieder aktiviert. Förderrichtlinien für diese Art von Projekten gab es bisher nicht."

Trotzdem hat es Fuchtel geschafft, mit seinem Netzwerk in der Bundesregierung und gemeinsam mit Stefan Bilger, dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, eine Lösung und Förderungsmöglichkeit zu finden.

Kein Wunder, dass Fuchtel sagt: "Das war administratives Neuland. Doch die Deutsche Bahn, das Eisenbahn-Bundesamt, das Landesverkehrsministerium und das zuständige Regierungsprä-sidium haben gezeigt, wie effektiv Verwaltung sein kann."

Dieses Projekt sei deshalb einmalig und könne zum Modell für ganz Deutschland werden, so Fuchtel. Der Bundestagsabgeordnete stolz: "Deshalb ist das Güterverkehrsterminal das wichtigste Projekt meiner Amtszeit!"

Und mit dem Zuwendungsbescheid können Plathe als Investor, Gfrörer, Schuon und Fischer in Weilheim (die gerade das Leuco-Areal abreißen), jetzt mit konkreten Umsetzungsplänen anfangen.

OB Rosenberger sagt: "In nichtöffentlicher Sitzung am letzten Dienstag wurde das Projekt mehrheitlich befürwortet. Ich hoffe, dass auch der Gemeinderat am kommenden Dienstag ein deutliches Zeichen für das Projekt setzt." Denn: Das Rathaus muss jetzt so schnell wie möglich eine Baugenehmigung erteilen, damit am alten Industriegleis das Güterverkehrsterminal entstehen kann.

Plathe: "Ich habe ein sehr ehrgeiziges Ziel: Zum Fahrplanwechsel im Dezember soll hier schon der erste Zug einfahren und die Güter verladen werden."

Und da haben die anderen Speditionskollegen auch schon so ihre Pläne. Uwe Gfrörer aus Empfingen: "Ich habe mit Fischer die Firma ULT für Bahntransporte gegründet. Wir wollen hier in Horb Baustoffe jeglicher Art umschlagen. Allein bei den Sandtransporten zu den Betonwerken können wir so 6000 Lkw-Fahrten jährlich sparen!"

Horst Schuon plant, hier Container für den E-Commerce umzuladen. Und für Kurt Plathe ist klar: "Hier in der Region gibt es so viele Hidden Champions. Fischer, Arburg. Durch das Güterverkehrsterminal können wir diesen Firmen ganz neue Angebote machen."

Und weil die Unterverteilung der Güter in der Region nicht mehr so weit ist, können hier –­ so Fuchtel –­ auch Lkw mit E-Batterie oder Brennstoffzelle eingesetzt werden. Der Bundestagsabgeordnete und Staatssekretär: "Damit setzen wir auch ein wichtiges Zeichen für den Klimaschutz!"

Und wie geht es jetzt weiter? Fakt ist: Auf den vorhandenen Gleisen und Bahnanlagen können die Güterzüge laut Investor Plathe zwischen 22 und 5 Uhr einfahren. Wenn die Modernisierung der Gleisanlagen –­ unter anderem neue Weichensteuerung und Signaltechnik – dann abgeschlossen sein wird, soll das Güterterminal erweitert werden.

Horbs OB Rosenberger sagt: "Für die erste Ausbaustufe haben wir alle notwendigen Grundstücke beisammen."

Auch er bekam ein Extra-Lob von Hans-Joachim Fuchtel: "Das war eine perfekte Mitwirkung der Stadt Horb. Respekt, Peter! Du und Dein Gemeinderat haben so früh beschlossen, die Vorplanung vorzufinanzieren, dass ich – als das Landesverkehrsministerium dann nachgefragt hat, was die Stadt tut –­ sagen konnte: Ist schon erledigt!"

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.