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Horb a. N. Ein Bundeswehroffizier und Abenteurer

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Helmut Burbach feiert seinen 70. Geburtstag. Foto: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

Offizier und Abenteurer, das ist Helmut Burbach in einer Person. Morgen darf er seinen 70. Geburtstag feiern.

Horb. Der Jubilar Helmut Bu rbach kann auf eine Bundeswehrkarriere zurückblicken, wie man sie nur selten findet. Und er dürfte wohl der einzige Horber sein, der neun Jahre lang die Ozeane dieser Welt mit einem Zweimaster umsegelte. Begleitet hat ihn dabei seine Frau Renate.

Geboren wurde er am 18. November 1948 als der jüngste von drei Buben der Eheleute Herrmann und Maria Burbach in Allenbach, einem Ort im Dillkreis. Sein Vater hatte den Traumberuf vieler Jungs. Er war Lokomotivführer. Die Mutter versorgte den Haushalt und zudem betrieb die Familie eine kleine Feierabendlandwirtschaft. Burbach und seine Brüder mussten schon von klein auf mithelfen und der Jubilar erinnerte sich besonders an eine Kuh, die ihm immer mit Absicht auf die Füße trat. Bis auf die Kuh-Tritte war es eine gute Kindheit, so sein Rückblick in diese Zeit.

1955 kam er in die Volksschule und als ein Wechsel in eine höhere Schule anstand, weigerte sich sein Vater diesen Schritt mitzugehen, obwohl selbst sein damaliger Lehrer bei den Eltern vorstellig wurde. "Da müsste ich ja zwei Jahre länger das Schulgeld für den Bub bezahlen", nannte der Vater den Grund für seine Weigerung, die Burbach damals sehr traf. "Es war für mich ein prägendes Erlebnis." Notgedrungen machte er bis 1963 die Volksschule fertig und ging dann zur Deutschen Bundesbahn. Eigentlich wollte er, wie der Vater, Lok-Führer werden. Am Ende kam aber der Beruf des Starkstrom-Elektrikers heraus. Bereits während dieser Lehre war er beim örtlichen Roten Kreuz von Haiger sehr aktiv. Dort lernte er auch seine spätere Ehefrau Renate kennen und lieben. Mit ihr ist er bis zum heutigen Tage zusammen.

Die Aufgabe beim DRK war für den Jubilar damals so erfüllend, dass er fast jedes Wochenende entweder in einem Krankenhaus oder auf dem Rettungswagen Dienst schob. Schnell stand für ihn fest, dass er Krankenpfleger werden wollte. Da auch der Wehrdienst anstand, verband er Bundeswehr und Berufswunsch. Er verpflichtete sich zuerst für vier Jahre beim Bund und hatte danach seinen Wunschberuf in der Tasche.

Doch der Dienst in einem Sanitätsregiment ließ ihn nicht los. Mit viel Fleiß und Eigeninitiative holte er seine Fachhochschulreife über das Telekolleg nach. Er erlernte zudem den Beruf eines Bürokaufmannes um damit die Basis für ein Studium der Betriebswirtschaft zu haben, das ihm wiederum eine Karriere als Offizier eröffnete. Als junger Leutnant übernahm er in Stetten am kalten Markt seine erste Offiziers-Stelle als Zugführer in der Grundausbildung. Und ab 1986 war er Kompaniechef des Sanitätsbataillons 10 in Esslingen. Die Bataillone aus Stetten und Esslingen wurden zusammengelegt und am 17. Juli 1989 zog das Sanitätsbataillon 10 in die damalige Hohenberg-Kaserne ein.

Helmut und Renate Burbach waren bereits 1986 zusammen mit ihren beiden Söhnen nach Horb gezogen und somit war er der erste Soldat, der am neuen Standort wohnte. 1991 wurde Burbach als einer von ganz wenigen Sanis zum Offizier im Truppendienst zugelassen. Zwei Jahre später erfolgte die Beförderung zum Major und im Jahr 2001 wurde er in den Rang eines Oberstleutnants befördert. Mit diesem Dienstgrad ging er zum Jahresende 2003 als stellvertretender Regimentskommandeur in den Ruhestand. "Dies alles war nur möglich, weil mir meine Renate immer den Rücken frei hielt", zeigte sich der Jubilar noch heute dankbar.

Morgen wird jedoch erst mal der runde Geburtstag gefeiert. Die beiden Söhne schauen mit ihren Frauen vorbei und natürlich sind die vier Enkelkinder, der ganze Stolz von Opa und Oma, auch mit dabei. Und vielleicht geht auch der bescheidene Wunsch des Jubilars nach Gesundheit und ein paar weiteren, guten Jahre, in Erfüllung.

Den Rücken frei halten, auch mal das Ruder in die Hand nehmen und vor allem, den Kurs bestimmen – das tat Renate Burbach, die Steuerfachwirtin, auch in der gemeinsamen Freizeit. Bereits 1980 kauften sich sie und ihr Mann Helmut ein kleines Segelboot, mit dem sie auf dem Bodensee herumschipperten. Im Laufe der Jahre wurden die Boote immer größer und der Wunsch, auch einmal auf einem anderen Meer herumzusegeln, immer größer. Ihre Urlaube nutzten die Burbachs deshalb, um zusammen mit einem anderen Paar in die Karibik zu fliegen und sich dort ein Boot zu chartern. Im Jahr 2000 war es dann soweit. Das Ehepaar Burbach kaufte sich für 250 000 DM die 13 Meter lange Ketsch (Zweimaster) mit dem schönen Namen "Nuku‘ Alofa", die vom 20. Juni 2005 bis zum 1. April 2014 ihr Zuhause war.

Sie besuchten die Häfen in allen fünf Kontinenten dieser Erde. Sie wurden in Dorfgemeinschaften aufgenommen, erlebten Tropenstürme und Flauten, lernten Land und Leute kennen und brachten neben vielen Souvenirs, über 40 000 Bilder von ihren Reisen mit nach Horb. Ihre letzte Tour mussten sie wegen der Piraten, die das Horn von Afrika unsicher machten, abbrechen. "Hätten wir noch drei Monate weitersegeln können, dann hätten wir unser eigenes Kielwasser gekreuzt, wie die Seefahrer sagen, wenn sie ihre Weltumsegelung im Ausgangshafen abgeschlossen haben", so Helmut Burbach. Das war ihnen aber nicht vergönnt – sich unnötig in Gefahr begeben, das war ihnen das Ganze dann doch nicht wert.

Am 1. April 2014 haben sie ihren Anker wieder auf dem Marktplatz in Horb ausgeworfen. Die "Nuku‘ Alofa" ist inzwischen verkauft und die beiden fahren jetzt, wenn sie das Fernweh packt, mit einem Wohnmobil in Deutschland und dem angrenzenden Europa herum.

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