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Horb a. N. Echte Stimmakrobaten am Werk

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Der Kinderchor Zwei überzeugte durch seine tolle Leistung (oben). ­ Hochkonzentriert spielt Lea Straub das Prelude Opus 3 Nr 2 von Sergej Rachmaninoff (links unten). Ganz in ihrem Element – ein kleiner Teil des großen Jugendchors von Bildechingen. Fotos: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

Zu einem ganz normalen Konzert hatte der Bildechinger Gesangsverein eingeladen. Doch wer hier in der Gegend die Begriffe "Bildechingen", "Gesangsverein" und "Konzert" hört, nimmt sich für diesen Abend nichts anderes vor.

Horb-Bildechingen. Die Leute pilgern geradezu in die Turn- und Festhalle, um sich mit tollen Songs von den Kinderchören Eins und Zwei sowie dem großen Jugendchor, die alle unter Leitung von Peter Straub stehen, verwöhnen zu lassen.

So war es auch in diesem Jahr, beim elften Herbstkonzert seit Bestehen der Chöre. Im vergangenen Jahr hatte man den "König Keks" aus Krokantien zu Gast, doch in diesem Jahr gehörte die Halle, die von Sabine Gekle-Gramer und Daniela Weber wunderbar herbstlich ausgeschmückt wurde, wieder den Chören.

Über all den jungen Sängerinnen und Sängern hing der Himmel voller Notenschlüssel, und die Stimmung war so gut wie die Stimmen der Kinder und Jugendlichen.

Straub hatte wieder sehr genau auf das jeweilige Alter und das Können seiner Chormitglieder abgestimmte Lieder ausgewählt und mit ihnen einstudiert. So hatte er ein tolles Repertoire auf jeweils höchstem Niveau auf die Bühne gebracht.

Wie immer durfte der Kinderchor eins, den der Vereinsvorsitzende Armin Löffler als die "kleinen Herzensbrecher vorstellte, das Konzert eröffnen. "Singen macht Spaß" stellten sie gleich zu Beginn trällenderweise fest. Einen Satz, den man mit "Zuhören macht auch Spaß" locker vervollständigen könnte. Danach ließen sie "Drachen steigen" und sangen das alte Volkslied "Bunt sind schon die Wälder". Im zweiten Block ihres Auftritts behaupteten sie glatt "Ich bin der Stimmakrobat", bewiesen dies mit einem afrikanischen Liedchen und stellten fest "Schön, dass es dich gibt". Dabei waren sie alle voller Freude bei der Sache.

Was hier so spielerisch leicht präsentiert wird, das ist eine Meisterleistung des Musikpädagogen Straub, denn kleine Kinder haben eigentlich ganz andere Sachen im Kopf, als auf den Dirigenten zu achten. Vor allem, wenn Großeltern, Eltern, Geschwister und Freunde im Saal sitzen und sich das Ganze anhören.

"Starke Kinder" folgten im Programm. Die starken Kinder singen im Kinderchor Zwei, bei dem das Alter der Teilnehmer bis etwa zur fünften Klasse reicht. Songs wie den Welthit "El condor pasa" oder den beliebten Kanon "Froh zu sein bedarf es wenig" sangen sie ebenso mit einer konzentrierten Intensität wie die Empfehlung "Schau den Menschen nur in ihre Augen". Das Lächeln, die Stimme und die Hände, die einen berühren, können alle sehr freundlich sein, aber erst der Blick in die Augen eines Menschen verrät, ob dies auch wirklich so gemeint ist, wird in diesem berührenden Text geschildert.

Neben Straub am E-Piano sorgte Bernhard Vogl mit seinen Perkussionsinstrumenten und zum ersten Mal David Daltoé mit seiner Bass-Ukulele für die dritte Dimension im Sound. Der Kinderchor Zwei wurde zudem von Leonie Winz an der Querflöte begleitet. Dass im Hause Straub nicht nur gesungen, sondern auch hervorragend Klavier gespielt wird, das bewiesen Lea und Helena Straub mit Stücken von Rachmaninoff und Bach.

Absoluter Höhepunkt eines jeden Herbstkonzerts ist jedoch immer der Auftritt der "Abteilung Gänsehaut", die es immer wieder schafft, die ganz großen Gefühle mit ihrem Gesang zu transportieren. Gemeint ist der Jugendchor, das Aushängeschild des Vereins. Ein Chor, der inzwischen europaweit bekannt ist. "Die Gedanken sind frei" sangen sie ebenso überzeugend wie die Sopranarie "Lascia ch’io pianga" (Lass mich weinen), die Georg Friedrich Händel einst schrieb.

Die überwiegend jungen Sängerinnen nahmen nach dieser ergreifenden Melodie ihre Zuhörer symbolisch an der Hand und marschierten mit ihnen samt dem Lied "Aux Champs-Elysees" über die Prachtstraße der französischen Hauptstadt.

Drei Chöre – drei völlig unterschiedliche, altersgerechte Repertoires – eine Handschrift. Dieser einfache Nenner funktionierte auch dieses Jahr. Es ist nicht nur eine Freude allen drei Chören zuzuhören, sondern es macht auch wahnsinnig Spaß, den Kindern und Jugendlichen zuzusehen, wie sie ihre Lieder leben. Da wird getanzt, gegroovt und beseelt die Geschichte des Liedes interpretiert.

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