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Horb a. N. Durchbruch beim Gäubahn-Ausbau

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Züge mit Neigetechnik sollen in Zukunft auf der Gäubahn fahren können. Foto: Schutt

Horb/Singen - Das ist ein großer Sieg für die Gäubahn. Und auch für Horb. Sie wird ausgebaut – mit Neigetechnik!

Die gute Nachricht überbringt Hans-Joachim Fuchtel (CDU). Bundestagsabgeordneter für Calw/Freudenstadt und Staatssekretär im Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft: "Am Montag versicherte der im Bundesverkehrsministerium zuständige Parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger, MdB (CDU) auf einem ›Bahn-Gipfele‹ in Singen: Der Ausbau der Gäubahn komme auf jeden Fall. Der Bund hat 550 Millionen Euro für den Ausbau eingeplant."

Uwe Lahl, Ministerialdirektor im Landesverkehrsministerium: "Damit ist das geschafft, woran wir seit Jahrzehnten dran sind. Das ist ein wirklich erfreuliches Ergebnis, es geht voran. Wir haben alles getan, damit Bund und Bahn springen können. Und sie sind jetzt gesprungen!" Lahl rechnet jetzt damit, dass die Finanzierungsvereinbarung bis Ende des Jahres geschlossen werden kann und damit der Bau im übernächsten Jahr beginnen könnte."

Fuchtel weiter: "Mich freut, dass die Deutsche Bahn AG bei der Planung des Ausbaus jetzt auch die Neigetechnik berücksichtigt, auch wenn sie selbst nicht mit Neigezügen antreten möchte. Demnach müssen nach einem Gespräch zwischen den Verkehrsministerien von Bund und Land sowie der Bahn am 20. Juli zwar noch Einzelheiten zum Ausbaukonzept geklärt werden. Mit dem Abschluss der Finanzierungsvereinbarung ist jedoch zeitnah zu rechnen!"

Das ist eine gute Nachricht nicht nur für Horb. Denn: Zwischen Horb und Neckarhausen soll die Gäubahn ein zweites Gleis bekommen. Damit sich hier zwei Züge begegnen können. Die Franzosen hatten nach dem zweiten Weltkrieg unter anderem diese Gleise als Reparation demontiert. Nur mit dieser Überholspur kann die Kapazität auf der Gäubahn für den Nah- und Fernverkehr erhöht werden.

Wichtig auch für Horb, denn mit dieser ersten Ausbaustufe dürfte die für viele Unternehmen und Privat-Bahnfahrer wichtige Fernverkehrsverbindung sowohl zum Flughafen Stuttgart als auch nach Zürich auf Dauer erhalten bleiben.

Fuchtel sagt deshalb: "Dass es mit der Gäubahn voran geht, ist für die Landkreise Calw und Freudenstadt wichtiger, als manche denken. Nach dem Bau der Horber Hochbrücke ist der Ausbau der Gäubahn ein weiterer, maßgeblicher Fortschritt für die Infrastruktur der Region."

Die Züge können sich vereinfacht gesagt in die Kurven legen

Der Staatssekretär sieht auch Vorteile für die Anbindung aus Freudenstadt und vor allem auch aus Nagold. Fuchtel prognostiziert: "Die ganze Bedeutung wird spätestens mit dem Abschluss der Gesamtmaßnahmen inklusive Stuttgart 21 sichtbar. Dazu gehört auch die Verbesserung auf der Zulaufstrecke aus dem Raum Nagold. Auch die Nagolder Bürger profitierten dann von einem verbesserten Zugang."

Schon jetzt sind wichtige Wirtschaftsstandorte im Ländle wie Böblingen, Horb, Rottweil und Singen an die Fernverkehrsverbindung Stuttgart-Zürich eingebunden. 

Das Landesverkehrsministerium setzt auf eine Verbesserung des Fernverkehrs und auf Neigetechnik. Mit den Zügen, die sich – vereinfacht gesagt – in die Kurven legen können, sei eine Verkürzung der Gesamtfahrzeit zwischen Stuttgart und Zürich um 20 Minuten drin. Der Ausbau mit Neigetechnik, so der Amtschef des Landesverkehrsministeriums, kostet 300 Millionen Euro. Der Ausbau ohne Neigetechnik mit einem Fahrzeitgewinn von sechs Minuten koste viel mehr. (wir berichteten). Ministerialdirektor Lahl: "Wenn man die Fernverkehrsverbindung zwischen Stuttgart und Zürich begradigt bauen würde, würde das Kosten von 1,5 Milliarden Euro verursachen. Unabhängig von den ökologischen Auswirkungen solcher Bauten und den Auswirkungen auf die Landschaft. Mit der Neigetechnik kann ein Großteil der bisherigen Strecke mit seinen kurvigen Abschnitten bleiben."

Bei den Fahrten wurde es Fahrgästen oft schlecht

Die Bahn hatte bisher den Einsatz von Neigetechnik auf der Gäubahn abgelehnt. Der Grund: Die bisherigen schlechten Erfahrungen mit dem ICE-T und den Regionaltriebzügen. Bei den Zügen gab es technische Probleme. Und Fahrgästen wurde es schlecht bei den "bogenschnellen Fahrten". In der Schweiz, wo die erste Generation der "Pendolino"-Neigetechnikzüge im Jahr 2015 ausgemustert wurden, hießen die Neigetechnik-Bahnen auch "Kotzzug". Der damalige Bahnchef Rüdiger Grube hatte vor knapp zwei Jahren gesagt: "Der Einsatz von Neigetechnik wird nicht nur in Deutschland ein Sonderfall bleiben." Dennoch stellt sich natürlich die Frage, ob und wann es der Bahnindustrie gelingt, diese Technik in den Griff zu bekommen.

Ministerialdirektor Uwe Lahl: "Wer zum Mond fliegen kann, wird es auch schaffen, die Neigetechnik in den Griff zu bekommen. Sowohl in den USA, in Italien als auch in der Schweiz wird die Neigetechnik eingesetzt. Dazu kommt: Wir sind bereit, den Nahverkehr auf Basis des bisherigen Interimskonzept mit der Verknüpfung mit dem Fernverkehr auszuschreiben und auch die höheren Kosten zu tragen, die die höhere Wartung und Investition in Neigezugtechnik berücksichtigt. Im Vergleich zu einem 1,5 Milliarden Euro teuren begradigten Ausbau gehen wir davon aus, dass man für diesen Betrag auf Jahrzehnte mit der Neigetechnik auf der Strecke der Gäubahn unterwegs sein kann!"

 
 

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