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Horb a. N. Dienst ernst genommen und treu ausgeübt

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Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ulrike Brendle dankte Diakon Karl Gemeinder für seinen Dienst als Diakon in der Seelsorgeeinheit Empfingen-Dießener-Tal und überreiche ihm Blumen und einen Gutschein.Foto: Henger Foto: Schwarzwälder Bote

Mit einer festlichen Messfeier wurde Diakon Karl Gemeinder in der Dettinger St.-Peter-Kirche von seinem Amt entpflichtet. Für die Zukunft wünscht er sich, dass die katholische Kirche auch Frauen zum Diakonat zulässt.

Horb-Dettingen. Ein weiterer Lebensabschnitt ging mit dieser Messfeier für den Dettinger Karl Gemeinder zu Ende. Sein Dienst als Diakon mit Zivilberuf gab der 70-Jährige altersbedingt und mit gesundheitlichen Einschränkungen belastet zum Monatsende Juni auf. Das Entpflichtungsschreiben von Generalvikar Axel Mehlmann (Erzbistum Freiburg) ging Karl Gemeinder bereits zu. Mehlmann schrieb: "Sie haben Ihren Dienst als Diakon ernst genommen und treu ausgeübt. In all den Jahren war es Ihnen stets wichtig, Zeugnis zu geben für Jesus Christus und zu einem Leben aus seinem Geist zu ermutigen. Ihr diakonaler Dienst wird von den Menschen geschätzt."

2001 wurde Gemeinder vom Weihbischof Paul Wehrle im Freiburger Münster zum Diakon der Dettinger Kirchengemeinde St. Peter geweiht. Bald kamen die Kirchengemeinden Dettlingen und Dießen dazu und danach die Gemeinden der ehemaligen Seelsorgeeinheit St. Ulrich Betra. "Viele Menschen haben mich in all den Jahren begleitet und Gott hat mich begleitet. Dafür bin ich sehr dankbar", sagte Gemeinder.

In seiner Predigt ging er auf die Frage ein: Was ist mein Schatz? Er ermunterte die Gläubigen auch in ihrem Leben nach den Schätzen zu forschen, sie zu finden und zu hüten. Im Rückblick auf seine 70 Lebensjahre zeigte er seine Schätze auf. "Mein frommes Elternhaus mit seiner kleinen Landwirtschaft war ein großer S chatz", so Gemeinder. Ein Schatz war auch der Ministrantendienst, auch wenn es ihm jedes Mal schlecht wurde, bis er selbst das Weihrauchfass schwingen durfte. Die Schul- und Ausbildung zum Bankkaufmann und der Kontakt zur Kolpingsfamilie war für den Diakon ein Schatz. Selbst der Wehrdienst war ein Lebensschatz.

Nach der Ausbildung zum Krankenpfleger arbeitete er in den Krankenhäusern in Ravensburg, Tegernsee und Gailingen. 15 Jahre leitete Gemeinder die Horber Sozialstation. Danach sehnte ihn eine Aufgabe ohne Leitungsverantwortung und diese fand er als Krankenpfleger im Krankenhaus Horb bis zur Schließung und danach bis zur Rente zwei Jahre lang im Krankenhaus Freudenstadt. 1983 zog die Familie nach Dettingen und zwei Jahre später wurde er zum Pfarrgemeinderat gewählt. 1986 kam der Lektorendienst dazu und 1987 übernahm Gemeinder auch den Kommunionhelfer. 1995 übernahm er auch den Wortgottesdienstleiter.

Bereits 1990 ermutigte Pfarrer Gerd- Werner Stoll ihn die Kurse zum Diakon zu besuchen und im November 2001 war es soweit und Karl Gemeinder wurde zum Diakon geweiht. Der wöchentliche Einsatz als Diakon mit Zivilberuf betrug runde sechs Stunden. "In all den Jahren waren die Menschen die wertvollsten Perlen", so Gemeinder. Er dankte allen, die ihn in dieser Zeit begleitet und unterstützt haben. Wünschenswert wäre, dass die katholische Kirche ihre Schatzkiste öffnet und auch Frauen zum Diakonat zulassen würde.

Bleibt die Frage: "Wie geht es nach der Entpflichtung weiter?" Ansprechpartner ist jetzt das Pfarrbüro in Empfingen. Karl Gemeinder hilft noch bei Trauerfeiern aus, wenn das Seelsorgeteam nicht übernehmen kann. Im Dießener Tal übernimmt er weiterhin die Krankenkommunion und für Gottesdienste in Dettingen steht er weiterhin auf Wunsch zur Verfügung. Natürlich ist Gemeinder in Notfällen weiterhin ansprechbar.

Die Messe feierte Dekan Alexander Halter und Kaplan Ghislain Eklou mit. Musikalisch umrahmte die Herrenschola unter Chorleiter und Organist Thomas Müller die Messe. Die Querflötensolistin Katrin Gugel (Dießen) beeindruckte mit ihrem Solostück die Messfeier. Zum Schluss der Feier dankte die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ulrike Brendle dem scheidenden Diakon Karl Gemeinder für seine Diakonstätigkeit. Sie meinte: "Du bist ein Schatz mit der Gabe offen, ehrlich, hilfsbereit im Beruf und als Diakon zu sein." Sie wünschte einen schönen Ruhestand und übergab Blumen und ein Gutschein als Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit als Diakon.

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