In Freudenstadt wird das Konzept "Nachtwanderer" bereits angewandt. Das Bild zeigt einen der ersten dortigen Nachtwanderer-Rundgänge. Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder-Bote

Präventionskonzept soll, wenn überhaupt, erst nach der Gartenschau umgesetzt werden / Rund 30 Helfer sind vonnöten

Von Christof Schülke

Horb. Die "Nachtwanderer" werden 2011 in Horb ihre Wanderschuhe wohl noch nicht schnüren. Das Präventionskonzept hat aber Chancen, später verwirklicht zu werden: Nach dem "Neckarblühen", das viele ehrenamtliche Helfer bindet, die man auch als "Nachtwanderer" braucht.

Gruppen von Erwachsenen, die sich nachts an kritischen Orten aufhalten, sollen brenzlige Situationen unter Jugendlichen entschärfen. Das Konzept nennt sich "Nachtwanderer" und wird auch in Freudenstadt angewandt. Es basiert auf ehrenamtlichen Helfern. Diese bekommen auf Kreisebene eine ansatzweise sozialpädagogische Ausbildung, die unter anderem die Themen Konfliktentschärfung, Rhetorik und erste Hilfe beinhaltet.

Bürgermeister Jan Zeitler hatte die Idee, die "Nachtwanderer" auch in Horb einzuführen, erstmals Mitte Oktober in einer Sitzung des Kultur- und Sozialausschusses vorgestellt. Seit Oktober befasst sich auch der Arbeitskreis zur Kriminalitäts-Prävention mit dem Thema.

Jan Zeitler gab am Dienstag dem Kultur- und Sozialausschuss einen aktuellen Sachstandsbericht. Fazit ist, dass sich ein Arbeitskreis weiter mit dem Thema beschäftigen wird.

Laut Zeitler hat sich inzwischen aber die Ausgangslage verändert. Der Bahnhof gelte nicht mehr als kritischer Ort, und "wesentliche Teile der Areale, die in den Sommermonaten problematisch sind, stehen im nächsten Jahr wegen des Grünprojekts gar nicht zur Verfügung", so Zeitler. Die Gartenschau sei ein weiterer Grund, mit den "Nachtwanderern" noch etwas zu warten, binde sie doch ein großes Potenzial an ehrenamtlichen Helfern. In solch einer Situation auch noch ein Präventionskonzept aufzubauen, für das in Horb weitere Helfer gebraucht würden, sei organisatorisch nicht sinnvoll, so Zeitler sinngemäß.

Das bedeutet aber nicht das Aus für die "Nachtwanderer"-Idee. Dass die Gartenschau die Problematik dauerhaft entschärft, scheint unwahrscheinlich – steht doch vielmehr zu befürchten, dass nach dem "Neckarblühen" wieder der Alltag einkehrt.

In den nächsten Monaten beschäftigt sich der Arbeitskreis erst einmal mit der Frage, wer als Träger gewonnen werden kann. In Freudenstadt steht das Diakonische Werk hinter den "Nachtwanderern".

Diese Einrichtung der Evangelischen Kirche betreibt aber in Horb nur eine kleine Außenstelle und will deshalb die Trägerschaft nicht übernehmen. Ob ihr "katholisches Gegenstück", die Caritas, die sich in der Horber Kernstadt ohnehin mit einem Zentrum neu aufstellt, oder ein anderer Träger die "Nachtwanderer" übernehmen wird, dürfte Gegenstand der weiteren Gespräche sein.

Noch wichtiger: Es müssen genügend Ehrenamtliche gefunden werden. Fest steht, dass in Horb zwei Gruppen von "Nachtwanderern" gebraucht werden. Insgesamt müssten an dem Projekt rund 30 Helfer mitwirken.

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