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Horb a. N. Der Rathaus-Plan für Gewerbe

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Entsteht hier am Industriegleis im Heiligenfeld bald ein Güterterminal? Das Rathaus soll die Entwicklung hier dem umstrittenen Standort Ahldorf vorziehen. Foto: Lück Foto: Schwarzwälder Bote

Das ist eine heiß umstrittene Zukunftsfrage: Wie viel Gewerbefläche und damit Raum für Wirtschaftswachstum stellt Horb auf die Füße? Oberbürgermeister Peter Rosenberger stellt klar: "Wir wollen erst einmal Optionen schaffen und eine Reihung."

Horb. Das Rathaus sieht diese Strategie als eine Zukunftsaufgabe. Für die BI "Hau und Holzwiese" ist es einer Strategie, die mehr als "120 Hektar Wald- und Ackerböden" vernichtet (wir berichteten).

Rosenberger: "Ich denke, bei der schnellen Umsetzung des Güter-Verkehrsterminals sind wir uns in den Gremien einig!"

Das sagte er am Montag in einem Hintergrundgespräch, in dem die Rathausverantwortlichen die Pläne rund um das Güterverkehrsterminal ausführlich vorstellten. Am gestrigen Dienstagabend wurde im Gemeinderat auch über diese Pläne abgestimmt.

Fakt ist: Kurt Plathe als Privatinvestor will am Ende der Willy-Ledermann--Straße ein Containerterminal bauen, um Container aus dem Hamburger Hafen auf Lastwagen umzuladen. Der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel (CDU) hatte am vergangenen Freitag den Zuwendungsbescheid mitgebracht. Damit ist auch die Bundesförderung für das Projekt klar.

Im ersten Schritt kann Plathe damit die Gleise bis zum jetzigen Ende nutzen. Das reicht für einen Container-Umladekran. Hierfür braucht es einen "Vorhabenbezogenen Bebauungsplan".

Stadtplaner Peter Klein: "Wenn der Gemeinderat es so beschließt, können wir im September den städtebaulichen Vertrag und den Aufstellungsbeschluss beschließen!"

Die Verlängerung der Gleise um 135 Meter sowie die notwendigen Verbesserungen bis Hochdorf mit neuen Weichen hä ngt unter anderem vom Planfeststellungsverfahren des Regierungspräsidiums ab. Wenn der Gleisanschluss bis Hochdorf dann perfekt ist, können nachts sogar Vollzüge abgefertigt werden, so Horbs Wirtschaftsförderer Axel Blochwitz.

OB Peter Rosenberger betont, dass die geplante Brücke über den jetzt sehr gefährlichen Bahnübergang Talheim auch mit zum Paket für den Gleisausbau zählt: "Ich denke, die Gesamtverknüpfung des Industriegleises mit dem Anschluss in Hochdorf wird auch bei diesem lange erkämpften Projekt für Beschleunigung sorgen."

Im ersten Ausbauschritt des Güterverkehrsterminals (GVT) sind derzeit nachts nur 355 Meter lange Halbzüge maximal auf den Schienen möglich.

An der Willy-Ledermann-Straße sind derzeit im ersten Schritt ohnehin nur maximal 90 Meter Ladefläche neben den Schienen nutzbar.

Investor Plathe will die Länge dieser Gleise im zweiten Schritt auf insgesamt 400 Meter verlängern. Sie enden kurz vor der Straße nach Altheim.

Um diese Fläche zu nutzen, ist ein weiterer städtischer Bebauungsplan nötig. Dieser umfasst ein Dreieck zwischen der Bahnlinie, begrenzt von der Straße Richtung Altheim und der Industriestraße.

Hier gibt es noch Restflächen, die nicht der Stadt gehören. Für die Endausbaustufe des Container-Verladeterminals will der Investor Plathe hier insgesamt drei Hallen aufstellen. Laut Plathes Präsentation für den Gemeinderat sollen hier 10 Millionen Euro investiert werden. In die Logistik-Fläche ohne Gleise. Im ersten Schritt wird das neue Güterverkehrsterminal 50 Arbeitsplätze bringen. Im zweiten Schritt sind 100 Jobs drin.

Dann sollen hier 64 Ladeeinheiten pro Verkehrstag von der Schiene auf die Lastwagen verladen werden. Das entspricht 32 Lkw-Fahrten pro Tag.

Wie sieht es mit dem Schwerlastverkehr aus? Laut Betreiber werden jährlich 1800 Transporte Richtung Nagold sein. 600 Richtung Haiterbach. Schopfloch: 570 Transporte, Waldachtal: 450 Transporte, Freudenstadt: 540 Transport.

Entlastet, so das Verkehrsgutachten, wird die Strecke Rottenburg nach Horb. Das betrifft auch die Ortsdurchfahrten Eutingen und Bildechingen. Ein leichtes Plus wird in Altheim – bis zu sechs Fahrten am Tag – und Grünmettstetten – bis zu vier Fahrten am Tag – erwartet.

Laut dem Verkehrsgutachten Brenner Bernard Ingenieure seien dies "zusätztliche Belastungen mit kleinem Anteil (unter drei Prozent) am bisherigen Verkehrsaufkommen".

Die Firmen Fischer aus Weilheim und Gförer aus Empfingen planen, Baustoffe vom Lastwagen auf die Schiene zu verladen. Auch an der Willy-Ledermann-Straße?

Rosenberger: "Nein. Horst Schuon besitzt ein Grundstück am Industriegleis. Dort gibt es schon einen Sandverladeplatz. Auch die Rettenmeier-Mühle hat schon Interesse bekundet."

Und weil sich das Rathaus das Projekt des Güterverkehrsterminals, welches in der Endausbaustufe elf Hektar benötigt, eine Sogwirkung auf den Gewerbestandort verspricht, ist es das erste in der Reihung der weiteren Erschließung von Gewerbeflächen. SWR 4 Radio meldete gestern morgen, dass OB Peter Rosenberger auf die Entwicklung des Gewerbegebiets Ahldorf verzichte. Rosenberger gestern vor der Gemeinderatsitzung: "Wir schlagen eine Reihung vor. Zuerst wird das GVT entwickelt."

Das IKG in Empfingen kostet Horb 15 Hektar – gemeinsam mit dem Umlegungsverfahren Heiligenfeld mit bis zu 26 Hektar sind dann erst mal die Flächen verbraucht, die Horb an Gewerbeflächen laut dem Regionalplan zustehen.

Und da ist noch das sogenannte "GE Reg". Horbs Wirtschaftsförderer Axel Blochwitz: "Die Regionalversammlung hat ein Gebiet oberhalb der Gleise Richtung Altheim mit 50 Hektar als eine Art Potenzialfläche gestempelt. Falls wirklich der große Arbeitgeber kommt, von dem alle träumen."

OB Rosenberger: "Wir sind in Vorgesprächen mit dem Regierungspräsidium und der Region, ob wir einen Teil dieser vorgesehenen Fläche bekommen. Da wir ja elf Hektar für Logistik hergeben. Wir wollen auch mit dem Land verhandeln, ob die Fläche, die das Güterverkehrsterminal einnehmen wird, uns positiv angerechnet wird."

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