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Horb a. N. Der Mythos "zwischen den Jahren"

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Für die Maskenträger vieler Narrenzünfte ist die Zeit "zwischen den Jahren" eine besondere. Am 6. Januar findet vielerorts das Ritual des Maskenabstaubens statt. Das Bild zeigt Masken der Butzenzunft Hirrlingen. Foto: Hopp

Horb und Region - Während die einen sich auf die freien Tage zwischen Weihnachten und Dreikönig freuen, sehnen zumindest die Narren das Ende der zwölf Rauhnächte herbei. Letztere begannen am Abend des 25. Dezembers und enden dann am 6. Januar.

Vorchristlicher Aberglauben, Mythen, und uralte heidnische Rituale ranken sich um die sechs letzten Nächte eines alten und die sechs ersten Nächte eines neuen Jahres. Die sogenannten Rauhnächte verbinden das bewegliche Mondjahr (354 Tage) mit dem festgelegten Sonnenjahr (365 Tage). Diese elf Tage und zwölf Nächte galten unter anderem bei den Kelten als zeitlose Tage, um die beiden unterschiedlichen Zeitmesserinnen (Sonne und Mond) miteinander in Einklang zu bringen und deren Kräfte auszugleichen.

Am 6. Januar beginnt schwäbisch-alemannische Fastnacht

Das Pendel der Zeit blieb dann scheinbar für eine Weile stehen. Am 6. Januar, mit der Rückkehr des Lichtes, gemeint ist damit der länger werdende Tag, von christlicher Seite her gesehen aber auch die Erscheinung des Herrn und die damit verbundene Christianisierung, ist es für die Narren in der Region dann so weit: Die schwäbisch-alemannische Fastnacht beginnt mit dem Ende des zwölften Glockenschlages.

Dies führt dann zu der seltsam anmutenden Situation, dass an vielen Weihnachtsbäumen zwar die Kerzen noch brennen, die Narren aber schon mit verhaltenen Narri – Narro-Rufen auf den Beginn der Fasnet aufmerksam machen. Nach diesem Tag ist wieder – von einzelnen Narrentreffen in der Region einmal abgesehen – bis zum "Schmotzigen Donnerstag" scheinbare Ruhe.

Mit Winteraustreiben hat die Fasnet nichts zu tun

Mit dem Winteraustreiben hat die Fastnacht in unserem Raum übrigens nichts zu tun, lediglich in Tirol und Teilen der Schweiz gibt es (im Regelfall während der Zeit der Rauhnächte) einen Zusammenhang zwischen Maskierten, den sogenannten Perchten, die nach uralten Ritualen diesem Kult auch in heutiger zeit noch frönen.

Die Narren des 26 Zünfte umfassenden närrischen Freundschaftsringes Neckar Gäu – aber natürlich auch die "freien Narrenzünfte" stehen jedenfalls in den Startlöchern und sie brauchen im Jahr 2020 jede Menge Ausdauer und Kondition. 50 Tage haben sie Zeit, die Fastnacht auszuleben und da in 2020 die Narrenzunft "Bettschoner" aus Weitingen vom 7. Bis zum 9. Februar ihr 90-jähriges Jubiläum verbunden mit dem 28. Ringtreffen des närrischen Freundschaftsringes Neckar-Gäu feiert, ist das Highlight der Kampagne schon vorprogrammiert. Die hoffentlich zahlreichen Besucher dieses närrischen Events werden in dem alten Narrenflecken vor allem auch das alte Fastnachtsbrauchtum live vorgeführt bekommen.

Fasnet beginnt mit dem Abstauben

Offiziell eröffnet wird die Fasnet bei den Narrenzünften in der Regel am Dreikönigstag mit dem traditionellen Abstauben von Masken und Häs, was einer Ehrerbietung gegenüber dem Narrenkleid gleichkommt. Das geschieht teils öffentlich, teils aber auch nur innerhalb der Narrenzünfte oder aber ziehen die "Abstauber" von Haus zu Haus.

Der Dreikönigstag ist im Übrigen der erste Tag, an dem die Maske in der Öffentlichkeit getragen werden soll. Das Masken- und Häsabstauben ist in unserer Region – gemessen an den Fastnachtsbräuchen am oberen Neckar noch relativ jung. Der damalige Horber Hofmarschall Manfred Hermann und der Weitinger Hermann Nesch, waren so ziemlich die ersten, die dieses Ritual vor mehr als 40 Jahren regelrecht zelebrierten.

Heute findet man dieses in fast allen Orten, in denen die Fastnacht beheimatet ist und so wird in den Abendstunden des Dreikönigtages vielerorts der legendäre Narrenruf "Narri Narro" die Kampagne 2020 einläuten.

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