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Horb a. N. Den Taktstock gegen das Smartphone getauscht

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Anstatt Taktstock ist bei Peter Straub jetzt das Handy gefragt.Foto: Morlok Foto: Schwarzwälder Bote

Peter Straub, einer der aktivsten Chorleiter dieser Gegend, muss derzeit seine Chöre "inTakt Mühringen", den Männerchor "Freundschaft" Talheim und seinen Bildechinger Jugendchor anstatt mit Chorproben über Whats-app bei Laune halten.

Horb. Er hat in Zeiten der Corona-Krise sozusagen den Taktstock gegen das Smartphone getauscht. Und dabei hatte er aktuell (wie sonst eigentlich auch) noch so viel vor.

Ein gemeinsames Konzert aller Chöre in der Liebfrauenhöhe unter dem Titel "Geistliche Abendmusik" war fest geplant und die Männer aus Talheim wollten dieser Tage bei ihrem Jahresausflug den früheren Weitinger Pfarrer Lothar Katz am Chiemsee besuchen. Bei beiden Terminen machte ihnen das Kontaktverbot einen Strich durch die Rechnung. Noch nicht ganz aufgegeben hat Straub jedoch die für Oktober dieses Jahres geplante Rom-Reise des Bildechinger Jugendchors.

Straub, der hauptberuflich Lehrer an der Rossbergschule ist und nur im Ehrenamt seinen vielfältigen musikalischen Aufgaben nachgeht, wurde von der Pandemie ­quasi in voller Fahrt ausgebremst. "Das ist zwar nicht schön, doch manchmal tut Abstand auch gut", zieht er eine erste Bilanz aus dem virusbedingten Kontaktverbot.

Für ihn selbst bedeutet diese Art von Zwangspause ein großes Stück Entschleunigung von der bisherigen Hektik, mit der er durch seinen Alltag gerast ist. Schule und Chöre – er leitet ja auch noch die beiden Kinderchöre aus Bildechingen – ließen ihm nie viel Zeit für Privatleben und andere Hobbys wie beispielsweise dem Radfahren oder den Reisen in die Bergwelt. Jetzt hat er sie und nutzt sie auch. "Spaziergänge mit meiner Frau Moni stehen ebenso auf dem Programm wie Dinge, die ich längst schon mal erledigen wollte, für die aber nie Zeit blieb", zählte er im persönlichen Gespräch mit unserer Zeitung auf.

Doch seinen drei wichtigsten Gesangsvereinen räumt er keine große Übungspausen ein. "Der Peter hält uns richtig auf Trab", stellte auch Stifts­direktor Thomas Müller, der bereits in zweiter Generation beim Männerchor "Freundschaft" Talheim singt und dort Schriftführer ist, in einem Telefonat zu einem anderen Thema fest.

Am 6. April legte Chorleiter Straub los. So schrieb er beispielsweise an die Talheimer folgende Nachricht: "Liebe Männer, ich werde ab jetzt immer wieder Aufnahmen zum Üben zu Hause schicken. Diese Aufnahmen sind keineswegs schön, auch nicht professionell usw. Sie sind ja nur als Übungshilfe gedacht. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dieses Angebot auch annehmt. Das heißt: Mit dem Notenblättle eure Stimme ­einübt. Regelmäßiges Singen ist unbedingt nötig, sonst halten wir unser Niveau nie und nimmer, und wer weiß, wie lange diese Situation noch dauert. Ziel von der ganzen Aktion ist es, dass die Lieder dann beim Wiedersehen richtig gut durchlaufen". Der Chorleiter selbst sang dazu in der jeweiligen Stimmlage den Text und die Melodie ein, hängte sie als Anhang an die Nachricht und erklärte dazu: "Ich werde eure Stimmen wesentlich langsamer einspielen, damit das Üben einfacher wird."

Als ersten Song für das Fernstudium hatte Straub den Titel "Ich glaube" von Udo Jürgens ausgewählt, dessen Text heute noch genauso aktuell ist wie vor 52 Jahren, als der Künstler ihn schrieb.

"In ungewöhnlichen Zeiten muss man zu ungewöhnlichen Mitteln greifen", ist sich der musikalische Tausend­sassa sicher und geht diese Herausforderung mit dem zuversichtlichen Optimismus an, die ihn schon immer prägte. Er sucht die Stücke aus, die man irgendwann ins Programm nehmen möchte, singt sie ein und verschickt sie per Smartphone getreu dem Motto: "Wenn der Peter dreimal klingelt" an seine Sängerinnen und Sänger aller drei Chöre zum Üben.

Auch so kann man die Corona-Krise austricksen und sich stimmlich gut für die Zeit danach rüsten, wenn die Chöre wieder die Hallen und Kirchen der Raumschaft mit Wohlklang füllen.

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

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