Nein, keine Kartoffelkäfer. Bienen! Bei den Kostümen gab’s in Grünmettstetten lustige Missdeutungen. Fotos: Karjoth Foto: Schwarzwälder-Bote

Grünmettstetter Fasnet der Kirchengemeinde war mit lustigen Beiträgen und guter Partymusik wieder Stimmungshit

Von Gerd Karjoth

Horb-Grünmettstetten. Immer wieder ein Erlebnis ist die Grünmettstetter Fasnet der Kirchengemeinde. Klein im Gemeindezentrum, aber oho. Auch diesmal war ein Programm geboten, das sich sehen lassen konnte, und auch die Gäste passten mit prächtigen Kostüme bestens ins Bild des bunt geschmückten Gemeindesaales.

Doch bei den Kostümen gab es kuriose Missdeutungen. Farbenfroh kamen beispielsweise einige Mädchen daher, die für "Kartoffelkäfer" gehalten wurden. Ein entrüsteter Aufschrei stellte es richtig: "Wir sind fleißige Bienen." Ralf Ade, weiß gekleidet mit einem blutigen Arm in der Hand, wurde als "Schweinemörder" bezeichnet. Auch er widersprach entrüstet: "Ich bin Frauenarzt."

Los ging es kriminell. Die Ministrantengruppe war unheimlich anzuschauen, als sie zur Musik der Allgemeinen Verunsicherung, "Banküberfall", hereingesprungen kam und die Narren zur Finanzierung des Abends um einiges Hab und Gut erleichterte. Mit "Es war einmal ein Jäger" von Katja Ebstein ging’s dann morderat weiter. Nach "Hurra, die Schule brennt" und "Ein Stern, der deinen Namen trägt" von DJ Ötzi tobte der Saal. Nach amerikanischem Vorbild zeigten die "Line Dancer" temperamentvolle Tänze, die bereits im Sommer beim "Chicken Fest" begeistert hatten.

Eine kleine Pause wurde von DJ Hartwig Jung mit Fasnetsschlager überbrückt. "Ede" und "James", die Vampire, sowie Dietmar und Edeltraut Singer holten den letzten Narren aus dem Eck. Bei der Reise nach Jerusalem mit Luftballons auf den Stühlen und Wortspielen bereiteten sich die Narren auf den nächsten Höhepunkt vor. Der Auftritt des "Lendakreiz-Begles-Penner" mit seiner 13. Büttenrede, 17 Seiten. Er nahm alles, was im Lauf des Jahres in Grünmetstetten nicht niet- und nagelfest war, schonungslos unter die Lupe. Breites Mettstetter Schwäbisch: "Drei Wochenlang hab ich gedichtet, und kann Euch sagen, ich bin gerichtet!" Er berichtete zum Beispiel über die "Bierpleite" im Sportheim: Da hatte jemand die Zapfhähne gereinigt und sie dann neben die Zapfsäulen auf die Theke gelegt. "Das Bier spritze nicht ins Glas von ‘nem Manne, sondern über die Theke volle Kanne. Es roch schließlich nicht mehr nach Sport, sondern nach Weizen und Export."

Die katholische Landjugend zeigte ihr Programm "Drums alive". Zu hören war Stimmungsmusik und neuere Musik aus den Charts; dazu gab es einen Tanz auf Gymnastikbällen. Fünf Jungs und drei Mädchen mit weißem Oberteil und Badehose sowie Mädchen mit Jogginghose zeigten nicht nur ihre Astralkörper, sondern auch ihr tänzerisches gymnastisches Können. Einstudiert hatten das ganze Alexander Gaiser und Niklas Kaupp. Vorgesehen war das Festende gegen 23 Uhr. Wer das geglaubt hatte war ein Träumer. Die Stimmung war einfach zu gut. Die Zeit wurde leicht überschritten...