Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Horb a. N. Coronavirus: Angst vor Einsamkeit wächst

Von
Im Altenpflegeheim können sich die Senioren an geselligen Spielen beteiligen. Foto: Katholische Spitalstiftung

Horb - Für viele ältere Menschen in Horb und Umgebung geht mit der Corona-Gefahr eine weitere Drohung einher: die Einsamkeit. Schon vor der Krise war sie für viele ein ständiger Begleiter – doch es gab viele Chancen, ihr zu entkommen. Jetzt ist das kaum mehr möglich.

Das Horber Alltagsleben vor der Krise: Aktive Rentner gehen ins Neckarbad, treffen sich zu Spaziergängen oder in Cafés. Kirchgänge und Besuche bei Bekannten zum "Sonntagskaffee" stehen ebenso auf dem Plan wie Teilnahme an Gymnastik, Termine beim Friseur oder der Fußpflegerin.

Newsblog zur Ausbreitung des Coronavirus in der Region

Niemand muss auf Dauer einsam sein. Dafür sorgen viele ehrenamtliche Helfer, Vereine, Kirchengemeinden und Selbsthilfegruppen. Jahr für Jahr schnüren sie für die älteren Menschen ein Paket mit offenen Treffen, Ausflügen und Kursen.

Treffs und Stammtische sind abgesagt

Jetzt bricht alles weg. Die Seniorentreffs und -Stammtische, zum Beispiel bei der Awo und dem VdK in Horb, sind wie so vieles andere Liebgewonnene abgesagt.

"Die Leute zeigen sich betroffen", berichtet Manfred Fath, Vorsitzender des VdK-Ortsverbands Horb. "Schade ist, dass der Stammtisch ausfällt." Aber auch alle anderen Aktivitäten sowie die Ausflüge seien abgesagt worden. "Wir können absolut nichts gemeinsam veranstalten, denn alle unserer Mitglieder wären Risikopatienten." Den über 400 Mitgliedern des Ortsverband Horb rät Fath, sich an die offiziellen Anordnungen und Empfehlungen zu halten – und selbst Hilfe anzubieten. "Wir haben zum Beispiel für unsere Nachbarn eingekauft."

Praktische Hilfe bietet auch die Stadt Horb, die unter der Nummer 07451/901305 ein Seniorentelefon eingerichtet hat.

Auch die evangelische Kirchengemeinde Mühlen hat ein Hilfsangebot angekündigt. Pfarrer Unz berichtete in einer Mitteilung, dass es jetzt wichtig sei, auf ältere und kranke Menschen zuzugehen und sie über die Dramatik der Situation aufzuklären. Denn manche Senioren könnten sich nicht ausreichend informieren oder würden ihre eigenen Kräfte überschätzen. Deswegen habe er einen Rundbrief verschickt, damit Menschen sensibilisiert werden. Er habe auch viele Menschen persönlich angerufen.

Auch beim Stadtseniorenrat Horb läuten die Alarmglocken. Im diesem Gremium arbeiten Vertreter von Organisationen, Einrichtungen und Vereinigungen sowie interessierte Personen, die in der Seniorenarbeit in Horb tätig sind. Der Stadtseniorenrat berät und fördert die Mitglieder des Stadtseniorenforums, informiert Ältere über sie betreffende Angelegenheiten und vermittelt Hilfesuchende an die zuständigen Einrichtungen.

Hilfen für ältere Menschen

Vorsitzender ist Joachim Milles. Die Corona-Krise beschäftige den Stadtseniorenrat gerade sehr intensiv. Es gehe besonders darum, den älteren Menschen auch als Risikogruppe zu helfen. "Unsere Ratsmitglieder sind in jeweiligen privaten Organisationen und verschiedenen Ortschaften engagiert, ich selbst habe mich der Kolpingfamilie Horb angeschlossen, die über das Pfarramt Hilfsangebote vermittelt. Dazu erhalten die Senioren der Kirchengemeinde in diesen Tagen ein Schreiben der Gemeindeleitung. Wir haben auch derzeit keine Stadtseniorenratssitzung, wir sind über Whats­App miteinander verbunden, da kommen uns die modernen Medien doch zu Hilfe." Und ein Projekt in Zusammenarbeit mit Jugendlichen zahlt sich bereits aus. Milles berichtet: "Wie wenn wir es geahnt hätten, hatten wir in Zusammenarbeit mit dem Jugendgemeinderat die erfolgreiche Schulung der Senioren im Umgang mit modernen Medien im letzten halben Jahr angeboten. Das soll auch im Herbst weiterverfolgt werden."

Auch die ersten beiden Tage der beliebten Horber Seniorentage mussten abgesagt werden. "Wie’s im Juni aussieht, vermögen wir noch nicht abzuschätzen", so Milles, "aber bei Maria Hellstern , der Tagespatin, hab ich schon mal vorgefühlt, ob wir den Tag dann eventuell im Sommer nachholen könnten, wir würden sehr gerne nach Überlingen zu OB Zeitler und der Landesgartenschau fahren, zudem ist die Reise schon lange ausgebucht und es gibt Wartelisten."

Der Stadtseniorenrat bekommt auch viel Information vom Landesseniorenrat, die Milles an seine Ratsmitglieder weiterleitet. "Unerlässlich ist in diesen Zeiten das Internet oder Handy, aber man schreibt auch gerne mal wieder einen Brief. Ich selbst bin mit meinen Brüdern mehrmals täglich über FaceTime in Kontakt, schon eine feine Sache."

Schmerzhaft sei für viele Senioren vor allem in den Pflegeheimen das Besuchsverbot, was aber sehr zur Risikominimierung beitrage. Milles selbst sei mit seinen Betreuungsgruppen der Sozialstation Horb betroffen. Dort ist er ehrenamtlich tätig. "Wir haben uns so sehr auf das bevorstehende Osterfest gefreut. Leider wurden diese Tagespflegeeinrichtungen auch geschlossen. Aber wir holen alles nach. Das war der Wunsch der Gäste, und so singen wir halt im Mai dann voller Freude: Christus ist erstanden! Zu Ostern bekommen sie jedenfalls einen kleinen Ostergruß, so ganz darf das nicht unter den Tisch fallen."

Artikel bewerten
4
loading

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Premium-Artikel lesen und Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren richtigen Namen (Vor- und Nachname), Ihre Adresse und eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben.

Mehr Informationen erhalten Sie unter diesem Link.

Ihr Passwort können Sie frei wählen. Der Benutzername ist Ihre E-Mail-Adresse.

Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

loading