Kann ein Citymanager die Stadt Horb aus ihrem mittelalterlichen Donröschenschlaf erwecken? Das Potential der Ritterspiele sei noch längst nicht ausgeschöpft. Foto: Hopp

Potenzial der Ritterspiele "bei Weitem nicht ausgeschöpft". Karre richtig anschieben.

Horb - Citymanager – Ja oder Nein? Eine Frage, so spannend wie die gesamte Entwicklung der Stadt, die man derzeit an allen Ecken und Enden sehen kann.

 

War Mitte der Woche die Meinung vieler Beteiligter noch zwiespältig, so geht der Trend zum Citymanagement seit diesem Wochenende steil nach oben. "54 von 55 Personen aus Handel, Dienstleistung, Industrie und Verwaltung haben sich ganz eindeutig für eine solche Unterstützung ausgesprochen", sagte Aalens Citymanager Rainer Skusa auf Anfrage des Schwarzwälder Boten.

Diese Erkenntnis zog er aus den Einzelgesprächen, die er am Samstag mit den Horber Insidern führte. Zehn Stunden Gesprächsmarathon brachten für beide Seiten viele neue Ansatzpunkte.

Effizienz der Werbe-Euros erhöhen

"In Horb passiert alles unkoordiniert", lautet eine der Feststellungen, die der Marketing-Experte hinterher ziehen musste. Als Beispiel führte er die Ritterspiele an, deren gesamtes Potenzial, insbesondere was den innerstädtischen Handel betrifft, bei Weitem noch nicht ausgeschöpft sei. Dass Horb in der Einzelhandelskonzeption mehrere Jahre hinterherhinkt, das sagte er bereits am Mittwochabend.

"Wir müssen die Effizienz der Werbe-Euros erhöhen, indem wir Netzwerke schaffen, alle Bereiche Horbs – von der Kultur bis zur Pommes-Bude – zu einem Konglomerat vereinen und so aus dem, was im Ort vorhanden ist, eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen", lautet seine Forderung.

Aber: "Das geht nicht nebenher und ehrenamtlich – das ist ein Fulltimejob."

"Für Horb bietet diese neue Stelle das erste Mal die Chance zum aktiven, professionalisiertem Citymanagement – sie steht und fällt aber mit der Person, die es macht." Es müsse jemand sein, der mit Ideen, Tipps und Anregungen das Handels- und Dienstleistungsangebot der City belebe, der als Koordinator, Ansprechpartner – aber auch mal als Antreiber – die Karre "Einzelhandel und Gastgewerbe" richtig anschiebe.

Profi-Beratung kostet Geld. Die Stadt ist zwar zur Anschubfinanzierung bereit, jedoch sollten die Aufwendungen, die mit dieser Stelle verbunden sind, paritätisch vom HGV mitgetragen werden. 350 Euro, eventuell auch mehr, rechnet Skusa zum Einstieg pro Händler. Dazu kommen Sponsorgelder, die bereits von mehreren Industrieunternehmen avisiert wurden, und der kommunale Beitrag. "Wenn nur eine Stelle zahlt, dann ist das die schlechteste Variante", weiß Skusa aus eigener Erfahrungen.

Aus dem geplanten Einkaufszentrum erhofft sich Skusa Synergieeffekte und eine gewisse Magnetwirkung. Er ist davon überzeugt, dass man aus Horb noch einiges "herauskitzeln" kann, was bisher im mittelalterlichen Dornröschenschlaf liegt.