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Horb a. N. CDU-Zoff: Monika Fuhl tritt aus

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Monika Fuhl, Ortsvorsteherin von Mühringen, tritt aus der CDU aus. Foto: Hopp Foto: Schwarzwälder Bote

Horb - Für Horbs CDU waren die Ortsvorsteher immer eine wichtige Bank. Um die Mehrheit zu halten. Jetzt ist Mühringens Ortsvorsteherin Monika Fuhl aus der Volkspartei ausgetreten.

Das ist ein politischer Paukenschlag und das Ende eines heftigen Streits zwischen zwei Partei-"Freunden": Fuhl ist jetzt aus der CDU ausgetreten.

Das bestätigt Michael Keßler, Fraktionschef der CDU im Gemeinderat: "Ja. Dem ist wohl so. Ich werde jetzt versuchen, mit ihr das Gespräch zu suchen. Doch die Entscheidung von Monika Fuhl muss man akzeptieren!"

Das Aus von Fuhl in der CDU. Auch aus dem Fairtrade-Lenkungskreis der Stadt Horb hat sich Mühringens Ortsvorsteherin zurückgezogen.

Doch warum? Fuhl will gegenüber dem Schwarzwälder Boten nichts dazu sagen.

Ende 2019 Streit mit Oberbürgermeister

Klar ist aber: Die Kämpferin für ihre Ortschaft dürfte wohl die Nase voll davon gehabt haben, sich von ihrem Partei-"Freund" Oberbürgermeister Peter Rosenberger öffentlich beschimpfen zu lassen.

In der letzten Gemeinderatsitzung im alten Jahr griff Rosenberger Fuhl frontal an: "Ich nehme die öffentliche Brüskierung der Stadtverwaltung nicht mehr hin! Es wird alles vorbesprochen, und vor Ort erinnert sich die Ortsvorsteherin Fuhl an nichts mehr. Das ist nicht das erste Mal. Wir werden alle Maßnahmen für Mühringen erst einmal auf Null stellen. Da reicht die Kraft nicht aus."

Hintergrund dieses Streits: Die Investitionen in der Ortsmitte. Seit 20 Jahren steht das Areal leer, ein Investor und Bauträger will hier bis zu zehn barrierefreie Wohnungen bauen. Der Vorwurf von Fuhl damals: "Das Rathaus weigert sich, die Kosten für die Umlegung der Wasser- und Abwasserkanäle in Höhe von bis zu 60.000 Euro zu übernehmen." Rosenberger konterte: Das sei eine "glatte Lüge".

Groll über Radweg nachvollziehbar

Auch bei den Radwegen hatte es zwischen Fuhl und Rosenberger gekracht. Hatte das Rathaus doch die Radverkehrsplanerin Nina Ledermann nach Mühringen geschickt. Doch die kannte den Eyachtal-Radweg gar nicht. Rosenberger dazu: "Damit hat die Kommune nichts zu tun. Das ist eine Maßnahme des Landes." Komisch, dass die Frau, die auch die ortsübergreifenden Radverkehrsverbindungen in der Raumschaft optimieren soll, diese wichtige Strecke nicht kennt oder darüber nicht informiert wurde. Man kann also nachvollziehen, dass sich bei Monika Fuhl ein Groll über diesen Umgang eingeschlichen hat.

OB Peter Rosenberger: "Ich habe vom CDU-Austritt von Monika Fuhl erfahren. Eine Begründung dafür habe ich nicht erhalten. Wenn jemand aus einer Partei austritt, hat das persönliche Gründe. Wenn das so wäre, hätte ich an ihrer Stelle zunächst das persönliche Gespräch mit mir gesucht. Da das nicht geschehen ist, glaube ich nicht, dass ihr Austritt mit meiner Person in Verbindung zu bringen ist."

Und was sagt der OB zum Mühringen-Zoff?

Rosenberger: "Wir als Verwaltung haben alles getan, um Mühringen voran zu bringen. Sanierungsgebiet, Hochwasserschutz. Wenn ich in Zeitungsberichten dann lese, dass ich namentlich entgegen der Fakten angegangen werde, habe ich das lange hingenommen und im persönlichen Gespräch geklärt."

Rosenberger weiter: "Inzwischen haben wir mit dem Ortschaftsrat über die Unstimmigkeiten gesprochen und haben ein positives Ergebnis erzielt. Wenn aus solch einem positiven Ergebnis jetzt der Austritt von Monika Fuhl aus der CDU folgt, kann ich das nicht mit meiner Person in Verbindung bringen."

"Die Unstimmigkeiten wurden ausgeräumt."

Das bestätigt Eckard Lacher, zweiter stellvertretender Ortsvorsteher von Mühringen: "Beim Gespräch mit dem Rathaus wurde festgestellt, dass es bei uns eine gewisse Informationslücke gegeben hat. Die Unstimmigkeiten wurden ausgeräumt."

In der CDU-Fraktion wird der Austritt von Monika Fuhl bedauert. Ein CDUler gibt zu bedenken: "Ich denke, mit der Fraktionsarbeit der CDU im Gemeinderat hat der Rücktritt nichts zu tun. Mir hat es wehgetan, dass Monika Fuhl damals wegen persönlicher Gründe und der Arbeitsüberlastung den Gemeinderat verlassen hatte. Ich hätte mir gewünscht, dass sie dabei geblieben wäre. Nicht nur, weil es den Frauenanteil unserer Fraktion erhöht hätte, sondern weil sie sehr aktiv war." Fuhl hatte im Sommer 2018 das Gremium verlassen, für sie rückte Götz Peter nach.

Für die CDU in Horb ist der Austritt von Fuhl kein gutes Zeichen. Denn: Die Ortsvorsteher waren seit den 70er-Jahren der Trumpf der Ortspartei. CDU-Urgestein Norbert Schneider (85) erinnert sich: "Die freien Wähler waren lange die prägende Kraft im Gemeinderat. Das änderte sich erst mit der Gemeindereform. Bei der Kommunalwahl 1971 gab es die unechte Teilortswahl. Jeder, der in den Ortsteilen die meisten Stimmen holte, bekam einen Sitz im Gemeinderat. Wir haben damals einen intensiven Wahlkampf gemacht - und die Mehrheit für die CDU geholt. Teilweise hatten wir danach sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Gemeinderat!"

Heißt: Die Ortsvorsteher waren für die CDU immer ein wichtiger Faktor beim Wähler.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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